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Brasilien

25.01.2017

Gelbfieber in Brasilien: Bis zu 71 Menschen sterben

Gelbfieber-Mücken Aedes Aegypti: Dutzende Menschen starben in Brasilien an der Krankheit.
Bild: Boris Roessler, dpa (Symbolfoto)

Rund ein Jahr nach der Zika-Epidemie brach das Gelbfieber aus: In Brasilien forderte die Krankheit schon bis zu 71 Tote. Eine Impfung soll gegen die Ausbreitung helfen.

Rund ein Jahr nach der Zika-Epidemie ist erneut besonders der Bundesstaat Minas Gerais von einer Krankheit betroffen: Ein Gelbfieber-Ausbruch mit bereits Dutzenden Toten beunruhigt die Menschen in Brasilien. Das dortige Gesundheitsministerium habe in den letzten Wochen 272 Gelbfieber-Verdachtsfälle registriert, bis zu 71 Todesfälle seien auf die Virusinfektion zurückzuführen, berichtete das Portal "Folha de S. Paulo".

25 der Betroffenen sind demnach definitiv an der von der Moskitoart Aedes aegypti übertragenen Infektion gestorben, wie Laboruntersuchungen ergaben. Über zwei Millionen zusätzlich bereitgestellte Impfdosen sollen eine weitere Ausbreitung von Gelbfieber verhindern helfen.

Gelbfieber auf beiden Seiten des Atlantiks

Gelbfieber tritt in tropischen Gebieten auf beiden Seiten des Atlantiks auf. In Südamerika sind besonders Bolivien, Brasilien, Ecuador, Kolumbien und Peru betroffen. Weltweit gibt es nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich bis zu 200.000 Erkrankungs- und 60.000 Sterbefälle, die meisten davon in Afrika. Schon seit langem steht eine Impfung gegen Gebfieber zur Verfügung, die für zahlreiche Länder empfohlen oder sogar bei der Einreise vorgeschrieben ist.

In den letzten Jahren hatte es kaum Gelbfieber-Fälle gegeben im fünftgrößten Land der Welt, das unter einer starken Ausbreitung von Aedes aegypti in den feuchtheißen Sommermonaten leidet. Brasilien hat seit einiger Zeit mit von Stechmücken übertragenen Krankheiten, Gelbfieber ist die aktuelle Sorge. Im Vorjahr hatten sich nach Schätzungen bis zu 1,5 Millionen Menschen in Brasilien mit dem ebenfalls von Aedes aegypti übertragenen Zika-Virus angesteckt, das bei schwangeren Frauen schwere Schädelfehlbildungen (Microzephalie) beim Embryo verursachen kann.

Impfung soll gegen Gelbfieber in Brasilien helfen

In diesem Jahr sind die Infektionszahlen mit Zika in Brasilien stark zurückgegangen. Dies könnte damit zusammenhängen, dass einmal Infizierte als immun gegen eine erneute Zika-Ansteckung gelten. Dagegen bereitet der Gelbfieber-Ausbruch den Brasilianern nun große Sorgen, denn die Krankheit kann bei schweren Formen tödlich enden. Allerdings gibt es auch gegen Gelbfieber eine Impfung, die für Reisende oftmals vorgeschrieben ist.

Brasilien versucht, Gelbfieber mit Millionen Impfungen einzudämmen.
Bild: Ralf Hirschberger (dpa)

Gelbfieber-Infektionen sind in zwei Phasen gegliedert: Nach einer Inkubationszeit von drei bis sechs Tagen treten zunächst allgemeine Krankheitssymptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Übelkeit auf. Bei der Mehrzahl der Patienten schließt daran die Genesung an. In einigen Fällen jedoch folgt nach kurzer Besserung eine zweite Fieberperiode mit Blutungen, Erbrechen und Organschäden. Zu den typischen Zeichen zählt auch die Gelbsucht. Weiter können Krämpfe sowie Verwirrtheit die Krankheit begleiten. Bei schweren Formen von Gelbfieber sterben 10 bis 50 Prozent der Erkrankten. AZ/dpa

Mehr zum Thema Gelbfieber:

Gelbfieber: Impfung muss nicht erneuert werden : Eine Gelbfieberimpfung muss nach den jüngsten Vorgaben der WHO nicht mehr alle zehn Jahre erneuert werden. Für die Einreise in Länder, in denen eine Impfung gegen Gelbfieber vorgeschrieben ist, reiche künftig der Nachweis einer einmaligen Impfung, so das Centrum für Reisemedizin (CRM).

Gelbfieber: WHO will Ausbruch in Afrika mit Gelbfieberimpfung stoppen : Gelbfieber breitet sich so schnell in Zentralafrika aus, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis Ende Mai weitere zwei Millionen Dosen Impfstoff bestellt. Mithilfe des Impfstoffs und einer Massenimpfkampagne soll die Tropenkrankheit unter Kontrolle gebracht werden. "Gelbfieber ist eine verheerende Krankheit mit einer hohen Sterberate und einer schnellen Verbreitungsrate von Städten aus", warnte der stellvertretende WHO-Generaldirektor Bruce Aylward.

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