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09.02.2018

Glücksspiel-Betrüger verurteilt: Darauf sollten Lotto-Gewinner achten

In Hessen versuchte ein Kiosk-Betreiber eine Lotto-Gewinnerin um fast eine halbe Million Euro zu betrügen.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

In Hessen versuchte ein Kiosk-Betreiber, eine Lotto-Gewinnerin um ihr Geld zu bringen. Er wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Aber wie läuft so ein Lotto-Gewinn ab?

Ein Jahr und drei Monate auf Bewährung hieß das Urteil für einen Kiosk-Betreiber in Egelsbach, Hessen. Der Grund: Er hatte versucht, eine Lottogewinnerin um fast eine halbe Million Euro zu betrügen. Im Februar vergangenen Jahres hat die Frau ihre Gewinnzahlen am Lotto-Terminal des Angeklagten eingegeben, als auf dem Bildschirm das Wort "Zentralgewinn" aufleuchtete. Der Kiosk-Betreiber gratulierte und zahlte ihr umgehend 8000 Euro in bar aus. Den namenlosen Gewinnschein behielt er. Zuhause angekommen warf die Frau nochmal einen Blick auf die Gewinnzahlen und stellte fest, dass ihr eigentlich 477.777 Euro zustünden. Am nächsten Tag ging sie zur Polizei. Welche Regeln bei einem Lottogewinn gelten und was man beachten sollte:

Wie wird der Gewinn ausgezahlt?

"Der Lottogewinner, der mit seinem silbernen Koffer voll Bargeld aus der Annahmestelle läuft, ist ein Märchen", sagt Verena Ober, Unternehmenssprecherin von Lotto-Bayern. Größtenteils würde der Gewinn überwiesen. Aber das Geld lässt sich bis zu einem bestimmten Betrag auch bar auszahlen, abhängig vom Bundesland. In Bayern liegt die Grenze bei 2500 Euro, im Saarland sind es nur 500 Euro. Hessen hat mit 8000 Euro den Höchstsatz.

Bei höheren Gewinnen muss in der Verkaufstelle die Überweisung des Geldes über ein Formular beantragt werden. Besitzer der Lotto-Kundenkarte haben ihre Kontodaten schon hinterlegt und bekommen das Geld automatisch überwiesen.

Wo muss ich den Gewinn einlösen?

In allen Lotto-Annahmestellen. Einzige Bedingung: Der Gewinn muss im selben Bundesland eingelöst werden, in dem auch der Lottoschein gekauft wurde.

Bis wann muss ich ihn einlösen?

Da kann sich der Gewinner Zeit lassen: Mit Ablauf des Jahres dauert es noch drei weitere Jahre, bis der Gewinn verfällt. Wer also diese Woche sechs Richtige hat, kann sich sein Geld noch bis zum 31. Dezember 2021 abholen.

"Dass ein Gewinn nicht eingelöst wird, kommt selten vor. Höchstens mal die Rente bei der Glücksspirale", sagt die Lotto-Unternehmenssprecherin. In so einem Fall komme das Geld in einen Extra-Topf. Mit einer Sonderauslosung würden dann neue Gewinner ermittelt.

Übrigens: Wer seinen Schein verliert, hat Pech gehabt. Er kann die richtigen Zahlen nicht nachweisen und das Geld kann nicht ausgezahlt werden. Auf jedem Lottoschein gibt es aber eine Adresszeile. Wenn der Spieler dort seinen Namen einträgt, kann immerhin verhindert werden, dass ein anderer den Schein verwendet und das Geld einsackt.

Wie wird das Geld versteuert?

Gewinne aus Glückspielen müssen nicht versteuert werden. Anders ist das, wenn ein Spieler bei einem Profi-Pokerturnier gewinnt: 2015 entschied der Bundesfinanzhof, dass Pokergewinne kein reines Glücksspiel seien und deshalb der Einkommenssteuer unterliegen.

Aber auch bei einem Lotto-Gewinn können mitunter Abgaben anfallen. Wenn ein Gewinner beispielsweise Familie und Freude am Geld teilhaben lassen möchte, kann bei Überweisungen eine Schenkungssteuer anfallen. Und bei Sozialhilfe-Empfängern könnte sich der Hart IV-Satz verringern oder sogar ganz wegfallen.

Wer weiß alles, dass ich gewonnen habe?

Zunächst nur die Lottozentrale und die Annahmestelle. Und die dürfen den Gewinner nicht vekünden. So ist auch der Name der Gewinnerin im Egelsbacher Betrugsfall nicht bekannt. 

Dass Gewinner selbst ihren Reichtum öffentlich machen, kommt selten vor. Der bekannteste Fall in Deutschland ist wohl der von "Lotto-Lothar". Der Sozialhilfe-Empfänger gewann in den 90ern zwei Millionen Euro. Er genoss seinen Reichtum mit reichlich Alkohol, Partys und teuren Autos vor den Augen der Republik. Fünf Jahre später starb er an Leberzirrhose. Noch lange danach stritten sich Ex-Frau und Geliebte um das Erbe.

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Bild: Federico Gambarini, dpa (Symbolbild)
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