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Griechenland Urlaub
28.06.2015

Krise in Griechenland: Das sollten Urlauber jetzt wissen

Griechenland droht die Staatspleite. Für Urlauber hielten sich die Auswirkungen aber wahrscheinlich in Grenzen.
Foto: Roland Holschneider/dpa

Griechenland steuert auf eine Staatspleite zu - die Verhandlungen sind gescheitert. Kann man jetzt noch in Griechenland Urlaub machen? Die wichtigsten Fakten im Überblick.

Nach den gescheiterten Verhandlungen über weitere Finanzhilfen steuert Griechenland auf eine Staatspleite zu. Unklar ist, wie es nun weitergeht. Für Griechenland-Urlauber tun sich weitere Fragen auf: Kann ich jetzt noch in Griechenland Urlaub machen? Und wenn ja, worauf muss ich mich vor Ort einstellen? Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten gesammelt.

Was passiert, wenn Griechenland pleitegeht?

Das kann seriös niemand beantworten. Aber einige Experten gehen davon aus, dass Griechenland im Fall einer Pleite die Eurozone verlassen müsste. Dann müsste das Land eine neue Währung einführen, zum Beispiel wieder die Drachme. Aber der Staatsbankrott bedeutet nicht zwangsläufig einen "Grexit", also das Ausscheiden aus dem Euro.

Griechenland-Urlaub: "Grexit" ohne Folgen für gebuchte Leistungen

Welchen Einfluss hätte ein "Grexit" auf meine Pauschalreise?

Die Auswirkungen wären wahrscheinlich eher gering. Ein Verlassen der Eurozone habe keine Auswirkungen auf die gebuchten Reisebedingungen, teilte Marktführer Tui mit. Touristische Leistungen wie Flüge, Hotels oder Bustransfers seien eingekauft und vertraglich abgesichert. Wer jetzt noch bucht, muss sich nicht sorgen: "Die veröffentlichten Preise gelten weiterhin." Gleiches gilt bei Thomas Cook: "Die Leistungsverträge mit den griechischen Hoteliers wurden schon vor längerer Zeit abgeschlossen. Die Preise stehen fest", erklärte Unternehmenssprecher Christian Schmicke.

Komme ich in Griechenland noch an Geld, wenn das Land pleitegeht?

Das ist die derzeit interessanteste Frage. Die Griechen heben große Summen Bargeld von ihren Konten ab. Das destabilisiert die Banken. Die griechische Regierung könnte Kapitalverkehrskontrollen einführen, um die Abflüsse zu bremsen. An den Bankschaltern gäbe es dann zeitweise kein oder nur eine bestimmte Summe Bargeld. "Das würde es für Touristen sehr schwierig machen, sich während ihres Urlaubs mit Geld zu versorgen", sagt David Swann vom Fremdwährungsspezialisten Travelex mit Sitz in London.

Griechenland: Urlauber könnten trotz "Grexit" mit Euro zahlen

Könnte ich nach einem "Grexit" noch mit Euros bezahlen?

Wahrscheinlich ja. Experten rechnen damit, dass der Euro für eine gewisse Zeit weiter gültig wäre. "Selbst wenn Griechenland als Parallelwährung wieder die Drachme einführt, könnten Urlauber in dem Land vermutlich erst einmal weiter mit Euro bezahlen, wenn sie das wollen", schätzt Thomas-Cook-Sprecher Christian Schmicke. Auch Tourismusexperte Prof. Volker Böttcher von der Hochschule Harz in Wernigerode sagt: "Es ist unrealistisch, dass Urlauber mit ihren Euros plötzlich nichts mehr bezahlen können."

Wie kann ich mich auf einen mögliches "Grexit" vorbereiten?

Travelex rät Griechenland-Urlaubern, ausreichend Bargeld für etwa drei bis fünf Tage mitzunehmen, falls der Kapitalverkehr im Land eingeschränkt wird. Auch Langzeiturlauber sollten noch einmal mehr Geld als üblich mitnehmen. Wer all inclusive gebucht hat, braucht im Ernstfall außerhalb des Hotels ohnehin kaum Geld ausgeben.

Deutsche machen weiterhin Urlaub in Griechenland

Meiden die deutschen Urlauber jetzt Griechenland?

Danach sieht es nicht aus. Zwar zeigte sich der Verband der griechischen Tourismusunternehmen zuletzt besorgt. Doch die deutschen Veranstalter berichten von einer anhaltend guten Nachfrage. Eine Buchungszurückhaltung oder Ablehnung lasse sich nicht erkennen, ließ der Deutsche Reiseverband (DRV) in Berlin wissen. Die Zahl der Buchungen habe sich bei den deutschen Veranstaltern zwischen Januar und Mai auf dem sehr hohen Niveau des Vorjahres bewegt. Auch Flüge nach Griechenland werden weiter gerne gebucht. Laut der Suchmaschine Swoodoo gab es eine minimale Delle Anfang Juni. Doch seit dem 9. Juni stiegen die Suchanfragen kontinuierlich. dpa

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