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Wort des Jahres 2013

13.12.2013

"GroKo": Doch keine Twitter-Erfindung?

Doch nicht so neu wie gedacht: "GroKo", das Wort des Jahres 2013.
Bild: Jan-Philipp Strobel, dpa

Der Begriff "GroKo" - frisch zum Wort des Jahres gekürt - ist womöglich schon viel älter als gedacht. Erfunden hat ihn wohl ein Journalist vor mehr als vierzig Jahren.

"GroKo" ist das Wort des Jahres, verkündete heute Vormittag die Gesellschaft für Deutsche Sprache in Wiesbaden. "GroKo" ist die Kurzform der Großen Koalition aus Union und SPD. Die Abkürzung wird vor allem in sozialen Netzwerken wie Twitter, Facebook und Google+ als Hashtag, das heißt als Markierungszeichen, mit dem sich Äußerungen thematisch ordnen lassen, verwendet.

"GroKo": Schon in den 1960er-Jahren tauchte der Begriff auf

"GroKo" gilt daher als erste Twitter-Erfindung, die es zum Wort des Jahres geschafft hat. Die Wahl zeige die "moderne Sprachentwicklung durch die Digitalisierung", jubelte schon die stellvertretende CSU-Generalsekretärin und eifrige Twitter-Nutzerin Dorothee Bär auf ihrer Homepage.

"Das Wort GroKo gibt es schon seit 44 Jahren", schreibt nun Die Welt : Auch wenn "GroKo" als erstes Twitter-Wort für Erwachsene gelte, sei der Begriff schon vor langer Zeit in einem Papiermedium verwendet worden.

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Wie Die Welt berichtet, ist dem Digitalen Wörterbuch der Deutschen Sprache zu entnehmen, dass der Begriff wohl 1969 erstmals nachweisbar verwendet wurde. Also in jenem Jahr, als das SPD/FDP-Regierungsbündnis von Willy Brandt die erste Große Koalition in der deutschen Geschichte ablöste.

Schöpfer der Wortkombination könnte demnach Wolfgang Ebert sein. Der inzwischen verstorbene Journalist und Buchautor veröffentlichte am 16. Juni 1969 einen Artikel in der Wochenzeitung Die Zeit mit dem Titel "Was macht die GroKo?". In dem vom Autor erfundenen Gespräch kommen Politiker wie Kurt Georg Kiesinger, Rainer Barzel, Herbert Wehner und Willy Brandt zu Wort.

Popularität durch Twitter

Durchsetzen konnte sich die Wortschöpfung allerdings damals nicht. Die nächste Erwähnung listet das Digitale Wörterbuch der Deutschen Sprache im Jahr 2005. Damals veröffentlichte Elisabeth Niejahr - ebenfalls in der Zeit - einen Artikel zur zweiten Großen Koalition. Im online verfügbaren Text findet sich der Ausdruck "GroKo" nicht. Dafür allerdings am Ende der Internetadresse.

Danach wurde es lange still um "GroKo". Erst rund um den Wahltermin am 22. September 2013 kam der Begriff abermals auf und verbreitete sich - eben auf Twitter.

Auch andere Staaten wählen Wort des Jahres

Deutschland ist übrigens nicht das einzige Land, das alljährlich das Wort des Jahres wählt. In Österreich wurde "Frankschämen" zum Wort des Jahres 2013. Die Begriffsschöpfung beschreibt das Befremden vieler Österreicher mit Blick auf die Ausfälle des österreichischen Spät-Politikers Frank Stronach. Österreichisches Jugendwort des Jahres ist hingegen "whatsappen" - bezogen auf den Nachrichtendienst "Whatsapp" den viele Jugendliche nutzen, um via Internet untereinander kostenlos Nachrichten auszutauschen.

In England gewann "Selfie", ein Schnappschuss der eigenen Person mit dem Handy - zu sehen zuletzt unter anderem von Barack Obama bei der Trauerfeier von Nelson Mandela. Übrigens: Passend zum deutschen Wort des Jahres 2013 wurde 2012 in den USA "Hashtag" zum Begriff des Jahres gewählt.

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