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Halle
21.10.2018

Fahrkartenautomat explodiert: 19-Jähriger stirbt

Der Fahrkartenautomat am S-Bahnhaltepunkt "Südstadt" in Halle ist mit Pappe gesichert. Ein 19-Jähriger starb wohl bei dem Versuch, ihn aufzusprengen.
Foto: Sebastian Willnow, dpa

In Halle wurde ein Automat gesprengt. Dabei starb ein 19-Jähriger, der wohl selbst an der Sprengung beteiligt war. Die Polizei nahm zwei Verdächtige fest

Ein 19-Jähriger ist am Samstagabend bei der Explosion eines Fahrkartenautomaten ums Leben gekommen. Nach derzeitigem Ermittlungsstand geht die Polizei davon aus, dass er zusammen mit weiteren Beteiligten selbst für die Sprengung verantwortlich war. Zwei weitere Männer wurden festgenommen. Sie könnten weitere Taten zu verantworten haben: In den vergangenen Wochen sind mehrere Automaten der Stadt gesprengt worden.

Die Täter hatten nach derzeitigem Erkenntnisstand ein Gasgemisch in einen Automaten am S-Bahnhof Neustadt geleitet und entzündet. Durch die Explosion wurde die Tür des Geräts wohl bis auf den Bahnsteig gegenüber geschleudert. Der 19-jährige Mann wurde blutend und leblos von einem Lokführer neben dem Fahrkartenautomaten gefunden. Die gerufenen Rettungskräfte brachten den jungen Mann ins Krankenhaus, wo er wenig später starb.

Fahrkartenautomat in Halle gesprengt: 19-Jähriger stirbt

Bis in die Nacht suchten Experten der Polizei nach Spuren, ein Hubschrauber wurde eingesetzt. Noch in der Nacht wurden ein 15-Jähriger sowie ein 20-Jähriger festgenommen. Die Polizei geht davon aus, dass sie beide mit dem Getöteten zusammen an der Sprengung beteiligt gewesen seien. Die Beamten fanden auch die Geldkassette, die die Täter erbeutet hatten. Wie viel Geld darin enthalten war, konnte ein Polizeisprecher nicht sagen.

Auch die Höhe des Schadens ist unklar. Der Bahnverkehr wurde am Samstagabend eingestellt, die Strecke blieb für fünf Stunden gesperrt. Erst am Sonntag lief der Verkehr wieder planmäßig an, sagte eine Bahnsprecherin.

Immer wieder kommt es vor, dass Menschen Automaten Fahrkartenautomaten sprengen, um Geld zu erbeuten. Rund 250 Automaten wurden deutschlandweit allein 2017 aufgebrochen, was laut einer Bahnsprecherin deutlich weniger als 2016 sind. Über die Zahl der Fälle in diesem Jahr gibt es noch keine Erhebungen.

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Regelmäßig entsteht bei solchen Sprengungen ein Sachschaden von mehr als 10.000 Euro. Meist bleibt es bei diesen Sachschäden. Bereits im Frühjahr 2017 starb ein Mann in Dortmund bei dem Versuch, einen Fahrkartenautomaten aufzusprengen. Er erlitt schwerste Verletzungen im Gesicht und starb noch am Bahnsteig.

Auch in Halle war es nicht der erste Fall dieser Art. Allein im Oktober zählte die Polizei sieben Fälle von gesprengten Automaten, davon sechs Fahrkarten- und ein Geldautomat. Eine Ermittlungsgruppe soll nun klären, ob es sich um dieselben Täter handelt. Das sei laut einem Polizeisprecher nicht auszuschließen. (dpa/AZ)

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