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Haustiere
03.08.2020

Corona-Studie: Menschen können Hunde und Katzen anstecken

Eine Corona-Studie bestätigt: Menschen können Hunde und Katzen anstecken.
Foto: Bernd Thissen/dpa

In Norditalien sind mehr als 800 Vierbeiner auf Antikörper gegen Corona untersucht worden. Warum die Ergebnisse einen Experten wenig überraschen.

Jetzt hat es eine neue Studie aus Norditalien bestätigt: Menschen können Hunde und Katzen mit Corona anstecken. Schon zuvor ging das deutsche Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in Greifswald davon aus. Präsident Thomas Mettenleiter halte die Ergebnisse für nicht überraschend. "Sie bestätigen, was wir schon wissen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Es sei jedoch gut, eine Studie mit einer solchen Anzahl an Haustieren zu haben. "Es ist nicht so einfach, an Proben zu kommen."

Denn bei der Studie wurden 800 Tiere im Zeitraum zwischen März und Mai 2020 untersucht. Im Speziellen haben die Wissenschaftler 540 Hunde und 277 Katzen in Norditalien, vor allem in der Lombardei, hergenommen. Die Haustiere lebten in Haushalten mit Corona-Infizierten oder in besonders stark von Corona betroffenen Gebieten. Bei 3,4 Prozent der Hunde und 3,9 Prozent der Katzen konnten die Forscher Antikörper gegen das Virus nachweisen. Das deutet auf eine zurückliegende Infektion hin.

Corona: Bisher keine Belege für eine Infizierung von Tier zu Mensch

Von diesem Ergebnis zeigt sich der Präsident der Bayerischen Landestierärztekammer, Karl Eckart, nicht sonderlich überrascht: „Die Zahlen zeigen, dass die Tiere möglicherweise Kontakt zu dem Virus gehabt haben.“ Für ihn sei aber wichtig, dass es bisher keine Belege dafür gebe, dass eine Infizierung in die andere Richtung, also von Tier zu Mensch, stattgefunden habe.

Zwar habe es einen solchen Fall möglicherweise in den Niederlanden auf einer Nerzfarm gegeben, doch der Experte sagt: „Ich halte die Wahrscheinlichkeit für sehr gering.“ Eckart, der auch praktizierender Tierarzt in einer Kleintierpraxis in Schwaben ist, ist grundsätzlich der Meinung: „Vorsicht ist gut, von Angst halte ich aber nichts.“

Hunde und Katzen spielen bei Verbreitung des Coronavirus keine Rolle

Während Hunde keinerlei Symptome zeigen und wohl allgemein Covid-19 gut wegstecken würden, sehe das bei Katzen anders aus. „Sie können leichte Symptome zeigen“, sagt Eckart. Wenn Besitzer also das Gefühl haben, dass ihre Katze infiziert sei, sollten sie, bevor sie in die Praxis gehen, erst mit dem Tierarzt Kontakt aufnehmen. „Ein Test kann dann durchgeführt werden, aber der ist nicht ganz einfach“, erklärt Eckart. Denn wie beim Menschen müsste auch bei einer Katze ein Rachentest durchgeführt werden. Zudem muss der Besitzer den Test selbst bezahlen.

 

Grundsätzlich sagt Eckart: „Haustiere von Infizierten sollten daheim bleiben.“ Zwar sei nicht bekannt, ob sich Katzen gegenseitig anstecken könnten. Jedoch könne das Virus möglicherweise durch Anfassen der Besitzer auf dem Fell landen und dort eine Zeit lang überleben. „Deshalb auch daheim regelmäßig Hände waschen“, sagt der Tierarzt.

Und auch wenn sich Haustiere infizieren, bedeutet das laut FLI nicht automatisch, dass sich das Virus in den Tieren vermehren kann und von ihnen auch wieder ausgeschieden wird, etwa mit Nasensekret, Hustenauswurf oder Kot.

Keine Belege, dass Tiere an Corona-Infektion sterben

Dafür, dass Tiere an einer Corona-Infektion sterben, gibt es laut dem FLI-Präsidenten Mettenleiter zufolge bisher keinen Nachweis. Auch in der italienischen Studie waren nur lebendige Tiere untersucht worden. In den USA sei ein vor kurzem positiv getesteter Hund gestorben, der aber auch noch an Krebs erkrankt war.

Der schwäbische Tierarzt Eckart kann bestätigen, dass es bisher keine Hinweise gibt, dass sich Nutztiere wie Schweine oder Hühner mit Covid-19 infizieren können. Auch das FLI testet aktuell verschiedene Tierarten. So seien Frettchen und Flughunde für das Virus empfänglich. Eine Studie mit Rindern wurde kürzlich begonnen. (mit dpa)

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