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Brugada-Syndrom

23.02.2017

Herzerkrankung: 25-Jährige hielt letzte Atemzüge ihres Freunds für Schnarchen

Diese Herzkrankheit ist ein stiller Mörder: Das Brugada-Syndrom zeigt keine sichtbaren Abnormitäten.
Bild: Symbolbild: Emily Wabitsch (dpa)

Als Lisa nachts vom lauten Schnarchen ihres Freunds Lewis geweckt wurde, stieß sie ihn in die Seite. Dann merkte sie, dass es kein einfaches Schnarchen gewesen war.

Lisa Lee, 25 Jahre, Mutter eines kleinen Jungen, wachte nachts vom lauten Schnarchen ihres Partners Lewis Little auf. "Ich schmiss ihn aus dem Bett und sagte ihm, er solle ruhig sein", erinnert sich Lisa. "Aber ich fühlte, dass die Laken nass waren und wusste, das etwas nicht stimmte. Ich machte das Licht an und sein Gesicht war lila - er atmete nicht mehr." So berichtet die junge Frau im britischen "Mirror" von der Nacht, in der ihr Freund starb.

25-Jähriger stirbt ohne Vorzeichen im Schlaf

"Ich rief einen Krankenwagen und es fühlte sich an, als würde es ewig dauern", berichtet Lisa von der schrecklichen Nacht. Im Krankenhaus konnte nur noch Lewis' Tod festgestellt werden. Wie sich herausstellte, war es Lewis' seltene Herzkrankheit, die ihn im Schlaf getötet hatte. Was Lisa gehört hatte, war kein Schnarchen - vielmehr handelte es sich um die letzte Luft, die Lewis' Körper verließ und dabei die Stimmbänder zum Schwingen brachte.

Das sogenannte Brugada-Syndrom hat keine äußerlichen Symptome, das Risiko eines plötzlichen Herztods galt bei Lewis als gering. Es war bei ihm etwa ein Jahr vor seinem Tod diagnostiziert worden.

Brugada-Syndrom: Wie stoppt man einen "silent killer"?

Das Brugada-Syndrom ist ein zunehmender Auslöser plötzlichen Herztods bei jungen, gesunden Menschen. Aufgrund der Tatsache, dass das Syndrom keine äußerlichen Symptome hat, wird es häufig nicht diagnostiziert. Bei Lewis war die Krankheit bekannt, dennoch starb er mit nur 25 Jahren. Lisa hat nun eine Petition gestartet, um den Einsatz von implantierbaren Kardioverter-Defibrillator (ICD) bei Brugada-Syndrom zu initiieren. Sie glaubt, das implantierte Gerät, das dem Herz Impulse gibt, hätte ihrem Freund das Leben retten können.

"Man sagte uns, dass Lewis ein langes, glückliches und gesundes Leben führen würde - doch er starb ein Jahr nach der Diagnose", erklärte Lisa. Der Verlust ihres Partners erschüttert sie und ihren Sohn schwer. Nun will Lisa auf das Brugada-Syndrom aufmerksam machen und sich dafür einsetzen, dass auch Betroffene mit geringen Risiken einen ICD eingesetzt bekommen. "Das Syndrom ist ein stiller Mörder", betonte Lisa. Sie hofft, dass ihr Sohn die Krankheit nicht geerbt hat. sh

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