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22.07.2010

Hochsaison für Rettungsschwimmer

Hochsaison für Rettungsschwimmer
Bild: DPA

Eckernförde (dpa) - Sommer, Sonne, Meer. Wie so viele ist Kai Wessollek aus Neustadt am Rübenberge bei Hannover am Strand von Eckernförde. Er hat Urlaub - arbeitet aber trotzdem. Der 30-Jährige ist Wachleiter bei der DLRG, der Deutschen Lebens-Rettungs- Gesellschaft.

Er verbringt seine Ferien genauso wie viele andere Rettungsschwimmer an Nord- und Ostsee: Sie retten Badegäste vor dem Ertrinken, bringen verloren gegangene Kinder zu ihren Eltern oder versorgen Wunden. Die Helfer sind in diesen Wochen besonders stark gefragt: Die DLRG geht davon aus, dass es in dieser Saison angesichts der vielen Hitzetage und prallvollen Strände mehr Badeunfälle geben wird als in anderen Jahren.

"Wir sind nicht hier, um Geld zu verdienen", sagt Wessollek, vielmehr aus sozialer Verantwortung. Wegen des Geldes würde sich die Aufgabe auch nicht lohnen: 75 Prozent der Fahrtkosten werden erstattet, dazu gibt es eine kostenlose Unterkunft und entweder Vollverpflegung wie im schleswig-holsteinischen Eckernförde oder ein Tagegeld von 20 Euro.

Im vergangenen Jahr konnten sich die Rettungsschwimmer der DLRG noch direkt bei den Ortsvereinen um eine Stelle an den Küsten von Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern bewerben. Seit Anfang dieses Jahres gibt es eine zentrale Koordinierungsstelle im niedersächsischen Bad Nenndorf, bei der man sich bewerben muss.

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Bisher hätten sich Ehrenamtliche beispielsweise gleichzeitig um eine Stelle auf Borkum, Föhr und Rügen bemüht, und alle drei Länder hätten zugesagt. "Dann haben unterm Strich zwei Einsatzleiter in die Röhre geguckt und mussten jemand anders suchen", sagt der Geschäftsführer des DLRG-Landesverbands Schleswig-Holstein, Thies Wolfhagen. Insgesamt sind in den drei Ländern 90 Wachen an Nord- und Ostsee über die Koordinierungsstelle zu besetzen, 45 davon in Schleswig-Holstein.

Mindestvoraussetzungen für den einfachen Dienst sind das Rettungsschwimmerabzeichen in Silber und der Große Erste-Hilfe- Schein. Geeignete Leute zu finden, ist nach Wolfhagens Worten kein Problem. "In der Ferienzeit haben wir teilweise sogar mehr Bewerbungen als Plätze." Schwieriger sei es eher in der Vorsaison, weil Schüler und Studenten dann noch keine Ferien haben. Wolfhagen kritisiert deshalb auch die Schulferienregelung, weil die Länder sehr geballt Ferien haben und nicht mehr so verteilt wie früher.

An Schleswig-Holsteins Küsten sind zwischen Mitte Mai und Mitte September insgesamt rund 2000 ehrenamtliche Rettungsschwimmer der DLRG im Einsatz, fast alle Strände werden von den jungen Männern und Frauen in den roten Hosen und T-Shirts bewacht. "Die Ehrenamtlichen kommen aus der ganzen Bundesrepublik, den größten Anteil haben die Nordrhein-Westfalen mit 46 Prozent", sagt Wolfhagen. Aus dem nördlichsten Bundesland selbst sind es nur 6,5 bis 7 Prozent.

Am Strand von Eckernförde wachen 15 Leute darüber, dass den Sonnenanbetern und Schwimmern nichts passiert. Alle zwei Stunden werden sie abgelöst. "Man kann nicht länger als zwei Stunden permanent aufs Wasser gucken", erklärt Wachleiter Kai Wessollek. Zumal es keinen richtigen Schutz vor der Sonne gibt, die in diesem Juli besonders erbarmungslos scheint.

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