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Konzert in München

02.10.2019

Horror-Babys und Enthauptung: Alice Cooper liefert ein Spektakel

Alice Cooper zieht seine Show auch mit 71 Jahren noch voll durch.
Bild: Stefan Prager

Alice Cooper begeistert beim Konzert in München mit einer atemberaubenden Show. Eine 32-jährige Frau zählt zu den heimlichen Stars des Abends.

Er ist und bleibt eine faszinierende Figur. Alice Cooper muss man erleben. Auch in München wurde sein Auftritt in der mit rund 5000 Zuschauern halb gefüllten Olympiahalle zu einem Spektakel. Seit 50 Jahren zieht er mit einer Show um die Welt, die nichts von ihrer Qualität eingebüßt hat.

Wer zu Alice Cooper geht, weiß, dass er nicht nur ein Konzert besucht, sondern auch ein Theater. Ein schauriges Bühnenstück. Die Kulisse bildet eine mittelalterliche Burg, in der das Grauen regiert. Der 71-jährige Cooper befindet sich im Wahn und kämpft mit seinen eigenen Geistern, die ihn nie losgelassen haben. Mit Frankensteins Monster oder mit einem überdimensionalen Horror-Baby, die ihn auf der Bühne begleiten.

Konzert in München: Alice Cooper auf der Bühne "geköpft"

Zum Ritual gehört natürlich wie immer, dass Cooper in eine Zwangsjacke gesteckt wird und anschließen sein Kopf der Guillotine zum Opfer fällt. Hunderte Male ist der Mann aus der Autostadt Detroit schon grausam auf der Bühne gestorben und immer wieder hat er da oben auch seine Wiederauferstehung gefeiert.

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Das ist dann wie in München bei den Zugaben "Under my Wheels" und "Schools Out" der Fall, wenn Alice nachdem er geköpft wurde, wieder im weißen Zylinder, im weißen Frack und mit seinem silbernen Gehstock elegant auf der Bühne steht.

Unwillkürlich erinnert man sich dabei an seine Anfänge zurück, als Vincent Damon Furnier, so sein richtiger Name, in seinen Konzerten einfach nur provozieren wollte und damit sogar erreichte, dass in früheren Jahren die unter 18-Jährigen zu seinen Shows keinen Zutritt hatten. Damals wurde noch jede Menge Kunstblut vergossen, doch die ganz blutige Phase hat Cooper irgendwann abgeschlossen.

Auch die Gitarristin von Alice Cooper überzeugt in München

Ohne Alice würde es heute kaum Bands wie Kiss, Lordi oder Marilyn Manson geben. Höchsten Respekt allerdings auch wie gut der 71-Jährige noch bei Stimme ist. Ob bei "Feed my Frankenstein", "Steven", "No more Mr. Nice Guy", "I'm Eighteen" oder "Poison": Er klingt immer noch so prägnant mit diesem etwas kratzigen Touch wie vor 50 Jahren.

Zudem hat Cooper eine exzellente Band am Start. Allen voran Nita Strauss. Die Gitarristin ist vielleicht sogar der heimliche Star des Abends. Blonder als die Polizei erlaubt, tobt die 32-Jährige über die Bühne. Strauss, die auch schon mit Iron Maiden gearbeitet hat, ist nicht umsonst auf Platz 1 der von Guitar Worlds (amerikanische Musikzeitschrift) veröffentlichten Liste der zehn weiblichen Gitarrenspieler, die man kennen sollte, aufgeführt.

Aber auch der Rest ist Spitze. Wie Schlagzeuger Glen Sobel, der auch schon ersatzweise bei Mötley Crüe im Einsatz war. Sein Schlagzeug-Solo gehörte zu den Höhepunkten des 90-minütigen Abends. Fehlen durfte auch nicht Calico Cooper. Die 38-jährige Tochter des Meisters trat nicht nur als weiße Geisterbraut auf, sonder hielt dann auch später den abgetrennten Schädel ihres Erzeugers ins Publikum.

Alice Cooper hat das getan was er am besten kann: Eine kurzweilige und eine spannende Show abgeliefert. Er ist und bleibt des Meisters des Rock-Horrors.

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