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Spanien

15.04.2019

In Brunnenschacht gestürzt: Todesursache von Julen steht fest

Fast zwei Wochen dauerte es, bis Retter zu dem Jungen vordrangen.
Bild: Pérez, dpa

Der zweijährige Julen starb in Spanien nach einem Sturz in einen Schacht. Drei Monate später räumen Mediziner letzte Zweifel aus.

Neue Erkenntnisse im spanischen Brunnendrama um Julen : Der abschließende medizinische Untersuchungsbericht entlastet nun die Retter von dem Vorwurf, durch mangelnde Vorsicht bei den tagelangen Bergungsarbeiten den Tod des Zweijährigen verursacht zu haben. Dem Bericht zufolge soll Julen, der beim Spielen in einen mehr als 100 Meter tiefen und nur 25 Zentimeter breiten Brunnenschacht in Südspanien fiel, unmittelbar danach an den Folgen des Sturzes gestorben sein. Dies berichtete jetzt die staatliche spanische Presseagentur Efe unter Berufung auf Justizkreise.

Todesursache von Julen geklärt

Die Behauptung des Brunnenbesitzers, Julen sei durch ein Rettungswerkzeug getötet worden, wird demzufolge in dem Autopsiebericht definitiv ausgeschlossen. In einem Gutachten, das die Anwälte des Brunneneigentümers zuvor präsentiert hatten, war der Vorwurf erhoben worden, dass Julen möglicherweise durch eine Art Meißel getötet worden sei, den die Feuerwehr an einem Seil in den Brunnen hinabgelassen hatte. Mit dem Meißel hatten die Retter versucht, eine Erdschicht zu beseitigen, unter der Julen begraben worden war.

„Die Hauptursache des Todes war der Sturz“, heißt es eindeutig im von Efe zitierten Untersuchungsbericht, der von vier Gerichtsmedizinern verfasst worden sein soll. Julen sei bereits wenige Minuten nach seinem Fall in den Brunnen an den Folgen eines schweren Schädeltraumas gestorben. Der Tod sei am 13. Januar gegen 13.50 Uhr eingetreten, heißt es. Also mehrere Stunden bevor die Feuerwehr gegen 17.30 Uhr mit Spezialwerkzeug versucht hatte, die Erdschicht über den in 70 Meter Tiefe verschütteten Julen zu beseitigen. Zudem stellten die Gerichtsmediziner offenbar keine Verletzung am Kopf des Jungen fest.

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Julen war beim Spielen in den Schacht gestürzt

Damit könnte eine Anklage des Brunnenbesitzers näher rücken. Er hatte den Schacht auf seinem Grundstück in der Nähe des andalusischen Dorfes Totalán ohne die erforderliche Genehmigung gebohrt und das Loch anschließend wohl nicht ordnungsgemäß abgesichert. Gegen ihn wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Bei einer Verurteilung drohen ihm eine Gefängnisstrafe und vermutlich die Zahlung von Schadenersatz.

Julen, dessen Familie auf dem Grundstück zum Paella-Essen eingeladen war, stürzte am 13. Januar beim Spielen in den Schacht. Erst 13 Tage später gelang es Rettungskräften, seinen Körper über eine parallel zum Brunnen gegrabene Röhre zu bergen.

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