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Nigeria

27.01.2012

In Kofferraum gepackt: Deutscher Ingenieur entführt

Immer wieder kommt es in Nigeria zu Anschlägen und Entführungen.

Er wurde gefesselt und in den Kofferraum gepackt, dann raste das Auto weg. In Nigeria wurde ein deutscher Ingenieur entführt.

Ein deutscher Ingenieur ist in Nigeria in Westafrika Opfer einer Entführung geworden. Ein Fahrer und  zwei weitere Angreifer haben laut Polizeisprecher Magaji Majia den Deutschen gefesselt. Dann steckten die Täter den deutschen Ingenieur in den  Kofferraum ihres Wagens und rasten auf und davon. Wer hinter  der Entführung stecke, sei unklar. Der Vorfall ereignete sich laut  Majia gegen acht Uhr morgens an der Baustelle einer Brücke. "Wir  haben alle wichtigen Straßen gesperrt und auch die Nachbarstaaten  informiert", sagte der Sprecher.

Entführung des deutschen Ingenieurs im Vorort

Die Entführung des deutschen Ingenieurs passierte in einem Vorort der nordnigerianischen Stadt Kano. Polizeisprecher Magaji Majia sagte, der Ingenieur habe für die  nigerianische Baufirma Dantata and Sawoe gearbeitet.  Das Auswärtige Amt in Berlin ging den Berichten aus der Stadt nach,  die jüngst von einer Anschlagserie der Islamistengruppe Boko Haram  erschüttert worden war. Das Auswärtige Amt teilte mit, ein Krisenstab sei gemeinsam mit  der deutschen Botschaft mit Hochdruck um Aufklärung bemüht. Es gebe  Kontakt zu allen relevanten Behörden.

Nigeria: Entführte immer noch verschwunden

Neben Anschlägen werden aus Nigeria immer wieder Entführungen  von Ausländern gemeldet, allerdings nur selten im Norden. Bisher  wurden vor allem im südlichen Niger-Delta, wo internationale  Ölkonzerne tätig sind, Ausländer entführt und meist gegen Zahlung  von Lösegeld wieder freigelassen. Im Nordwesten Nigerias waren im  Mai ein britischer und ein italienischer Ingenieur entführt worden.  Sie sind noch immer verschwunden.

Gewalttaten in Nigeria

Am vergangenen Freitag waren in Kano bei einer Serie von  Bombenexplosionen und Feuergefechten mindestens 185 Menschen  getötet worden. Zu den Gewalttaten bekannte sich die  Islamistengruppe Boko Haram. Erst am Donnerstag kehrte wieder  Normalität in der Millionenstadt ein. Auf dem größten Markt  herrschte reger Betrieb. Die Ruhe wurde jedoch plötzlich gestört,  als eine Bombe an einem Busbahnhof explodierte, von dem aus Busse  in den christlichen Südosten Nigerias starten. Bei dem Anschlag  wurde laut Polizei niemand verletzt.

Boko Haram hatte im Jahr 2009 einen Aufstand mit dem Ziel  gestartet, Christen aus dem muslimisch geprägten Norden zu  vertreiben. Nach einer Niederschlagung durch die Armee tauchte die  Gruppe wieder auf und verübte in den vergangenen Monaten mehrfach  Anschläge im Norden. Die UNO geht von Verbindungen von Boko Haram  zum Terrornetz Al-Kaida aus.

Seit der Anschlagswelle wurden rund 200 Menschen festgenommen,  laut Polizei vor allem Söldner aus dem Tschad. Es gebe Hinweise,  dass die Tschader für eine Beteiligung an den Anschlägen in Kano  bezahlt worden seien, teilte die Polizei mit. Nigerianische  Sicherheitskräfte verdächtigen Boko Haram, Waffen aus dem Tschad  und dem Niger über die durchlässigen Grenzen zu schmuggeln. afp/AZ

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