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Independence Day 2020

04.07.2020

Independence Day 2020: Was wird heute in den USA gefeiert?

Independence Day heute am 4. Juli: Ein großes Feuerwerk erleuchtet den Himmel über dem Lincoln Memorial anlässlich der Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag der USA.
Bild: Jose Luis Magana, dpa (Archivbild)

Heute, am 4. Juli wird in den USA der Independence Day 2020 gefeiert. Aber was steckt eigentlich hinter diesem Feiertag in den USA? Infos zum Weg in die Unabhängigkeit.

Der Independence Day ist der Unabhängigkeitstag der USA. Er wird jedes Jahr am 4. Juli gefeiert und deshalb auch als 'Fourth of July' bezeichnet. Zahlreiche US-Amerikaner picknicken an diesem Tag mit Freunden und Familie, in vielen Städten finden patriotische Paraden, Feuerwerke und Konzerte statt. Im Strandbezirk Coney Island in New York findet am Independence Day jedes Jahr ein Hotdog-Wettessen statt. Joey Chestnut aus Kalifornien schlang vergangenes Jahr in zehn Minuten 74 Hotdogs hinunter und stellte damit einen neuen Rekord auf.

Independence Day: Was feiern die Menschen in den USA heute am 4. Juli?

An 4. Juli feiern die US-Amerikaner den Beginn einer eigenständigen Nation: Am 4. Juli 1776 ratifizierten Vertreter der ursprünglichen 13 Kolonien die Unabhängigkeitserklärung, mit der sie sich von England lossagten. In diesem Dokument tauchte erstmals die Bezeichnung "Vereinigte Staaten von Amerika" auf.

Vereinigte Staaten am 4. Juli 1776: Wie kam es zur Unabhängigkeit?

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörten die meisten Kolonien in Nordamerika zu England - und wurden deshalb auch als Neu-England-Staaten bezeichnet. Zwar hatten sie eigene Parlamente, die eigenständig Gesetze erlassen konnten. In wirtschaftlichen Dingen war jedoch weiterhin das Parlament in London zuständig.

Independence Day 2020: Was wird heute in den USA gefeiert?

Die britische Krone wollte so viel Geld wie möglich mit ihren Kolonien verdienen, unter anderem um Kriegskosten zu kompensieren, und betrachtete die Neu-England-Staaten als Rohstofflieferant und Absatzmarkt. Dabei vernachlässigte sie aber die Interessen der dortigen Bevölkerung. Die Siedler, die nach Nordamerika ausgewandert waren und dort immer stärker Fuß fassten, wollten jedoch nicht länger Steuern an die britische Krone zahlen, ohne dafür im Gegenzug im Parlament in London vertreten zu sein. Das Verhältnis zwischen London und den Neu-England-Staaten kühlte immer weit ab. Schließlich schickte London militärische Kräfte nach Nordamerika, die aber ebenfalls nicht verhindern konnten, dass sich die Siedler von England lossagen wollte.

Beim zweiten Kontinentalkongress, der 1775 begann, berieten Vertreter von zwölf der dreizehn Kolonien über eine Revolution gegen England. In einer ersten Resolution hielten sie dabei fest, "dass diese Vereinigten Kolonien freie und unabhängige Staaten sind, dass sie von aller Pflicht und Treuergebenheit gegen die Britische Krone frei- und losgesprochen sind, und dass alle politische Verbindung zwischen ihnen und dem Staat von Großbritannien hiermit gänzlich aufgehoben ist".

Vorgelegt wurde der Entwurf der Unabhängigkeitserklärung bereits am 2. Juli 1776, doch erst am 4. Juli 1776 unterschrieben die im Kongress versammelten Vertreter der dreizehn Gründerstaaten der USA die "Declaration of Independence". Obwohl rechtlich gesehen die Vereinigten Staaten von Amerika erst mit der Ratifizierung der US-Verfassung im Jahr 1781 entstanden, gilt der 4. Juli heute als Gründungstag der USA.

Seit wann wird der Independence Day gefeiert?

Erstmals wurde der Name "Independence Day" im Jahr 1791 verwendet. Gefeiert wurde die Unabhängigkeit aber auch schon in den Jahren zuvor, wenn auch in deutlich kleinerem Umfang als heutzutage. So wurden zum Beispiel am ersten Jahrestag 1777 in Bristol morgens und abends je dreizehn Schüsse abgefeuert - einer für jeden der 13 Gründerstaaten der USA.

Ein wenig größer wurde der erste Jahrestag in Philadelphia gefeiert. Dort gab es ein offizielles Abendessen für den Kongress, ebenfalls dreizehn Salutschüsse, Paraden und Feuerwerke. Zudem wurden Schiffe rot, blau und weiß dekoriert - den Farben der US-amerikanischen Flagge.

1778 machte George Washington seinen Soldaten am 4. Juli ein Geschenk: Er ließ ihnen eine doppelte Ration Rum zukommen.

Kuriositäten rund um den Independence Day am 4. Juli

Verschwörungstheoretiker haben ihre helle Freude am Independence Day am 4. Juli: Sowohl John Adams, der zweite Präsident der Vereinigten Staaten, als auch sein Nachfolger Thomas Jefferson starben am 4. Juli 1826 - dem 50. Jahrestag der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten. Und auch Zachary Taylor, der zwölfte Präsident der Vereinigten Staaten, starb an einem 4. Juli. Trotz glühender Hitze hielt er 1850 eine patriotische Rede, erfrischte sich dabei mit Eiswasser - und zog sich dadurch eine akute Magen-Darm-Entzündung zu, die ihn das Leben kostete. (sli)

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