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Interview
30.08.2019

Allein im Urlaub: "Am Anfang war es komisch"

Martina fährt seit knapp 15 Jahren regelmäßig alleine in den Urlaub. Hier ist sie unterwegs in Barcelona.
Foto: Privat

Martina fährt schon lange alleine in den Urlaub. Sie erzählt, wie sie dazu gekommen ist, was bei den Reisen zu beachten ist und wie sie sich dabei fühlt.

Alleine reisen liegt im Trend, besonders bei Frauen. Dahinter steckt nicht selten der Gedanke, unabhängig zu sein und die Welt auf eigene Faust erkunden zu können. Man muss sich nicht auf ein Ausflugsziel, ein Restaurant oder Hotel einigen. Einfach mal keine Kompromisse machen. Doch fehlt dabei nicht etwas? Martina verreist seit nun mehr fast 15 Jahren alleine, mal in die Türkei oder gerne auf die Kanaren. Sie erzählt, wie sie dazu gekommen ist.

Sie machen alleine Urlaub. Kommt man sich dabei nicht komisch vor?

Nein, mittlerweile nicht mehr. Am Anfang war es sicherlich komisch, aber inzwischen verreise ich lieber alleine als in einer Gruppe, in der man sich auf nichts einigen kann.

Wie kamen Sie dazu, alleine Urlaub zu machen?

Als mein Sohn aus dem Haus war, hatte ich plötzlich das Problem: Was mache ich jetzt? Davor hatte ich ja immer das Kind dabei. Ich habe dann im Bekanntenkreis herumgefragt, aber niemanden gefunden. Manche meiner Freunde arbeiten als Lehrer und haben nur in den Ferien Zeit, andere hatten ganz andere Interessen. Über ein Reisebüro habe ich dann meinen ersten Urlaub alleine gebucht. Das war eine sogenannte blaue Reise, eine Woche mit 30 Personen auf einem Schiff vor der türkischen Küste. Von den Menschen an Bord kannte ich niemanden, aber gerade in einer Gruppe finden sich immer diejenigen, die sich sympathisch sind. Das war toll.

Waren Sie aufgeregt vor dem ersten Tag?

Ja, anfangs schon. Mittlerweile weiß ich aber, dass man sehr schnell neue Leute kennenlernt. Man muss eben positiv und mit einem Lächeln im Gesicht unterwegs sein und dann kommen die Leute auch auf einen zu. 

Haben Sie noch Kontakt zu Menschen, die Sie auf den Reisen kennengelernt haben?

Ja, zum Beispiel zu einer Frau aus Berlin, die ich auf einer meiner ersten Reise nach Fuerteventura kennengelernt habe. Sie ist dort damals auch ihrem heutigen Mann begegnet, die beiden haben mich später zu ihrer Hochzeit eingeladen und wir haben immer noch Kontakt. 

Schöne Sonnenuntergänge, der Blick aufs Meer, eine tolle Aussicht oder ein gutes Abendessen - solche Urlaubsmomente teilt man ja gerne mit anderen. Fehlt Ihnen das nicht?

Das schon. Nicht weil ich dann denke, das Meer ist so schön und jetzt sitze ich hier alleine. Aber manchmal würde ich in solchen Momenten schon gerne einen Partner dabei haben, mit dem man sich gemeinsam über so etwas freuen kann oder einfach nur sagen kann: "Schau mal, wie schön das hier ist."

Kamen Sie schon einmal an den Punkt, an dem es Ihnen zu viel wurde und sie einfach nur noch nach Hause wollten?

Nein, im Gegenteil. Wenn man offen, freundlich und tolerant gegenüber anderen Menschen und gegenüber dem jeweiligen Land ist, dann harmoniert das schon. Die meisten anderen Reisenden sind ja auch aufgeschlossen.

Was würden Sie jemandem empfehlen, der zum ersten Mal alleine verreisen will?

Um es für sich selbst auszuprobieren, sollte man zu Beginn erstmal nur ein paar Tage oder eine Woche wegfahren. Dabei kann man herausfinden, wie es sich anfühlt, mit fremden Menschen unterwegs zu sein. Als Einstieg eignet sich meiner Meinung nach eine Gruppenreise, weil man dann erst einmal aufgehoben ist. Ich persönlich versuche in Hotels zu gehen, in denen es auch ein vernünftiges Abendprogramm gibt. Dort lernt man auch immer neue Leute kennen.

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