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Rund eine Million Ukraine-Flüchtlinge in Deutschland registriert
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Interview
01.10.2017

Altersexpertin: Senioren sind im Alltag benachteiligt

Ohne Hilfsmittel können sich viele ältere Menschen kaum mehr fortbewegen.
Foto: Julian Stratenschulte, dpa (Symbolbild)

Der Tag der älteren Menschen macht am Sonntag auf die Bedürfnisse der Generation 65 Plus aufmerksam. Altersexpertin Ursula Lenz erklärt, was sich im Alltag für Rentner ändern muss.

Frau Lenz, Sie sind Sprecherin der Senioren-Organisationen in Deutschland. Nach Angaben des Zentrums für Altersfragen steigt mit zunehmendem Alter das Gefühl, im Alltag benachteiligt zu sein. Hat es die ältere Generation wirklich so schwer?

Ursula Lenz: Zunächst muss man betonen, dass sich in den vergangenen Jahrzehnten vieles zum Positiven verändert hat. Politik und Gesellschaft achten heute viel mehr auf die Bedürfnisse und Handicaps älterer Menschen. Trotzdem haben sie viele Nachteile in ihrem Lebensumfeld.

Welche?

Lenz: Der wichtigste ist natürlich, dass es immer noch an Barrierefreiheit fehlt. Es ist zum Beispiel eine Katastrophe, dass Ärzte bis heute nicht verpflichtet sind, barrierefreien Zugang zu ihren Praxen zu ermöglichen. Meine Eltern waren bei einem Augenarzt, dessen Praxis im ersten Stock ohne Aufzug lag. Aber es war nun mal der einzige Augenarzt weit und breit, deshalb mussten sie trotzdem hin. Da müssen sich die Gesetze ändern.

Wozu führen die Beeinträchtigungen?

Lenz: Barrierefreiheit ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass ältere Menschen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Im schlimmsten Fall können sie sich nicht engagieren, nicht ihre Post erledigen, nicht zu Arzt gehen – und das, wo wir immer älter werden und die Phase des aktiven Alters länger dauert denn je. Vor 50 Jahren haben die Menschen im Schnitt acht Jahre Rente bezogen, heute sind es 19.

Senioren haben es schwer beim Einkauf

Nehmen wir an, ein Rentner bricht zu seinem Wocheneinkauf auf. Auf welche Schwierigkeiten trifft er?

Lenz: Abgesehen davon, dass es an vielen Orten gar keine Einkaufsmöglichkeiten in fußläufiger Nähe gibt, sind die Preisschilder im Supermarkt oft nicht ohne Lupe zu lesen. Die Schrift auf den Etiketten sind viel zu klein, sodass Senioren andere um Hilfe bitten müssen, was die meisten nicht gern tun. Ein weiteres Problem: Viele Geschäfte haben keine Kundentoiletten und es gibt viel zu wenige Sitzmöglichkeiten. Dazu kommt, dass Bäckereien oder Cafés heute oft auf Selbstbedienung setzen. Einem älteren Menschen, der nicht gut zu Fuß und vielleicht aufgrund einer Erkrankung etwas zittrig ist, fällt es aber schwer, seine Kaffeetasse sicher zum Tisch zu bringen.

Warum haben Ältere oft ein Problem damit, andere um Unterstützung zu bitten und Hilfe anzunehmen?

Lenz: Es ist nicht leicht, sich einzugestehen, dass man nicht mehr so selbstständig ist wie früher. Deshalb wollen zum Beispiel auch so viele ältere Menschen keinen Einkaufstrolley oder keinen Rollator benutzen, obwohl diese ihre Mobilität erhöhen könnten. In den eigenen vier Wänden geht es weiter. So lehnen viele, auch hochaltrige Menschen es ab, sich einen Hausnotruf installieren zu lassen, obwohl er erheblich zu ihrer Sicherheit beiträgt. Das ist für Verwandte oft schwer nachzuvollziehen.

Angehörige tun sich oft nicht leicht mit älteren Familienmitgliedern

Besonders Familienmitglieder würden ihren älteren Angehörigen aber gern helfen. Wie sollen sie also reagieren?

Lenz: Es gibt Situationen, in denen Angehörige, also auch Kinder, durchaus rigoros sein dürfen. Sie sollten deutlich machen, dass auch sie Bedürfnisse haben, dass sie sich zum Beispiel Sorgen machen, wenn sie die Eltern öfter anrufen und diese nicht ans Telefon gehen. Sie sollten versuchen, ihren hilfebedürftigen Angehörigen klarzumachen, dass es ihnen niemand übel nimmt, wenn sie etwas nicht mehr sehen oder nicht mehr allein können, aber dass sie auch lernen müssen, Unterstützung anzunehmen. Wichtig ist, dass man über solche Dinge spricht und gemeinsam eine Lösung findet.

Oft fällt es in der Familie aber nicht leicht, solche Dinge anzusprechen...

Lenz: Es hilft aber niemandem, wenn man die Probleme unter den Teppich kehrt. Ein Weg könnten sein, den Eltern zu vermitteln: „Du hast dein ganzes Leben für uns gearbeitet. Es ist völlig in Ordnung, wenn wir jetzt etwas für dich tun.“ Das zeigt ja letztlich auch, dass Kinder ein Interesse an ihren Eltern oder Großeltern haben. Zuneigung braucht manchmal ein klares, vielleicht sogar hartes Wort.

Was muss sich ändern, damit Senioren auch außerhalb ihres persönlichen Umfelds im Alltag klarkommen?

Lenz: Mir ist völlig klar, dass Barrierefreiheit nicht von heute auf morgen realisiert werden kann. Aber oft würden schon kleinere Dinge Erleichterung bringen – genügend Sitzmöglichkeiten im öffentlichen Raum und in Geschäften zum Beispiel. Da fehlt oft noch das Bewusstsein. Mit 25 oder 30 Jahren kann man sich nicht vorstellen, wie schwer es ist, sich mit steifen Knien zu bewegen. Wenn man noch nie einen Bandscheibenvorfall oder Hexenschuss hatte, weiß man nicht, was für wahnsinnige Schmerzen das sind. Unsere Position ist, dass nicht nur ältere Menschen davon profitieren, wenn Gebäude, Straßenbahnhaltestellen und Bahnhöfe barrierefrei ausgebaut sind und es genügend Sitzmöglichkeiten gibt – sondern auch Menschen mit Behinderung zum Beispiel oder Familien mit Kinderwagen.

Ursula Lenz, 65, ist Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO). Über 100 Verbände sind darin Mitglied. Die BAGSO setzt sich dafür ein, dass Ältere selbstbestimmt leben können und dass das Miteinander der Generationen funktioniert.

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