Newsticker
RKI meldet 1108 neue Corona-Infektionen - Sieben-Tage-Inzidenz bei 9,3
  1. Startseite
  2. Panorama
  3. Interview: BLM-Chef Siegfried Schneider: "Lokaler Rundfunk ist systemrelevant"

Interview
07.07.2020

BLM-Chef Siegfried Schneider: "Lokaler Rundfunk ist systemrelevant"

Siegfried Schneider, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien.
Foto: Matthias Becker

Exklusiv Die Corona-Pandemie stellt auch den Lokalrundfunk vor enorme Herausforderungen. BLM-Präsident Siegfried Schneider kann der Krise dennoch Positives abgewinnen.

An diesem Dienstag kommen Radio- und Fernsehmacher wieder zusammen, um über die Trends in ihrer Branche zu diskutieren – diesmal jedoch nur online, beim "Lokalrundfunktage Online Special". In diesem Jahr geht es neben der Vorstellung der aktuellen "Funkanalyse Bayern" – in der unter anderem die Reichweiten aller Hörfunk- und Fernsehveranstalter erhoben werden – vor allem um die Corona-Krise. Die Pandemie stellt auch den lokalen Rundfunk vor erhebliche Herausforderungen. Wie groß diese sind, weiß Siegfried Schneider, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, kurz BLM.

Herr Schneider, beschleunigt Corona den digitalen Wandel auch im Lokalfunk?

Siegfried Schneider: Auf jeden Fall. Noch nie sind in so kurzer Zeit so viele frische digitale Formate entstanden. Corona ist in allen Medienhäusern ein Katalysator für Innovationen und beschleunigt den Wandel natürlich auch im lokalen Rundfunk. Sicher ist dabei: Corona wird hoffentlich gehen, die gute Ideen werden bleiben.

Wie aber wird Corona den Lokalfunk mittelfristig verändern?

Schneider: Die Krise hat auch gezeigt: Unmögliches ist plötzlich möglich – Lokalradio aus dem Homeoffice ist nur ein Beispiel dafür. Auch die Bedeutung von Social Media, von lokalen Radio-Communities wächst noch einmal mehr. Die Menschen vor Ort wollen und brauchen fundierte Information und gute Unterhaltung von ihrem Lieblingsradio, und zwar über alle verfügbaren digitalen Kanäle und Plattformen.

Weil Sie gerade von der Wichtigkeit fundierter Information sprechen: Inwiefern konnten Radiomacher denn zur Information und zum Zusammenhalt der Gesellschaft in der Corona-Krise beitragen?

Schneider: Die bayerischen Lokalsender geben Heimat und sind gleichzeitig Tor zur Welt. Sie haben das gewisse Etwas, das Bayerns private Rundfunklandschaft zur bundesweit vielfältigsten und erfolgreichsten macht. Lokaler Rundfunk ist systemrelevant. Er hat – sei es durch Wohnzimmer-Konzerte, die Übertragung von Gottesdiensten und viele neue kreative Programmideen – in der schwierigen Zeit des Lockdowns ein Stück weit gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht und Zusammenhalt gestaltet.

Zur Person: Siegfried Schneider ist seit Oktober 2011 Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, kurz BLM. Diese genehmigt und beaufsichtigt als eine von 14 Landesmedienanstalten in Deutschland die privaten Hörfunk- und Fernsehangebote in Bayern. Schneider wurde 1956 in Oberzell im oberbayerischen Landkreis Eichstätt geboren. Für die CSU war er zwischen 2005 und 2008 Bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus und anschließend bis März 2011 Leiter der Bayerischen Staatskanzlei. Mit der Funkanalyse Bayern, einer umfangreichen Studie, werden einmal im Jahr die Reichweiten aller Hörfunk- und Fernsehveranstalter sowie die Internetnutzungszahlen erhoben. Sie wird an diesem Dienstag vorgestellt.

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

 

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren