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Interview
16.07.2014

Der Hund gehört zum Menschen: Tiere sind wichtig für den Menschen

Der Verhaltensbiologe Kurt Kotrschal behauptet in seinem neuem Buch, dass Menschen ohne Tiere nicht lebensfähig sind.
Foto: Monique Wüstenhagen (dpa)

Mann und Frau sind ohne Tiere nicht denkbar, so der Biologe Kurt Kotrschal. Tiere sind wichtig in der Entwicklung von Menschen und befriedigen soziale Bedürfnisse.

„Menschen sind ohne andere Tiere weder erklärbar noch lebensfähig“, behauptet Kurt Kotrschal in seinem neuen Buch „Einfach beste Freunde – Warum Menschen und Tiere einander verstehen“.

Warum halten Sie es für so wichtig, dass Menschen Kontakt mit Tieren haben?

Kotrschal: Die Menschwerdung ist ohne Tierbeziehung überhaupt nicht erklärbar. Unser spirituelles Gehirn ist ohne Tierbeziehung nicht erklärbar. Die Konstruktion unserer Psyche ist ohne Tierbeziehung nicht erklärbar. Und das erklärt einiges: Wir haben uns erst in den letzten 2000 Jahren von Tieren soweit emanzipiert, dass wir nicht einmal mehr Tiergötter haben. Und das Ganze wirkt nach. Es ist eine menschliche Universalie, dass wir uns nahezu instinktiv für die Dinge der Natur und für Tiere interessieren. Wer das bezweifelt, soll sich ansehen, wie Kinder orientiert sind. In allen Kulturen interessieren sie sich am meisten für Tiere. Und wenn man davon ausgeht, dass die Individualentwicklung ganz grob gesprochen eine Wiederholung der Stammesgeschichte ist, dann zeigt uns das, unter welchen Bedingungen sich Menschen entwickelten und was zum optimalen Aufwachsen von Kindern gehört. Obwohl sehr viele Menschen mit Tieren leben, gibt es aufgrund unserer evolutionären Geschichte keine Menschen ohne Tierbeziehungen. Es gibt keine Kulturentwicklung des Homo sapiens ohne Hunde. Das bedeutet, Menschen ohne Hunde sind schlichtweg unvollständig – und Hunde ohne Menschen gibt es nicht.

Wie profitieren die Menschen von Tieren?

Kotrschal: Tiere wirken auf Menschen. Sie sind wichtig in der körperlichen, emotionalen, kognitiven und sozialen Entwicklung von Kindern. Sie sind wichtige Sozialkumpane für ältere, einsame Leute. Sie sind zum Teil hervorragende Assistenten in der therapeutischen Arbeit, in der Pädagogik, der Geriatrie. Tiere wirken – und die einzige Erklärung dafür ist unsere gemeinsame Geschichte. Schließlich sind wir ja auch Tiere, da wir mit den anderen Tieren das soziale Gehirn teilen. Das bedeutet, jener Teil unseres Zwischenhirns, der das instinktive soziale Verhalten steuert, hat sich über 500 Millionen Jahre nicht verändert. Das teilen wir unverändert mit Fischen. Fische und Menschen sehen zwar unterschiedlich aus, aber das zentrale soziale Modell hat sich praktisch nicht gewandelt.

Profitieren auch Tiere von Menschen?

Kotrschal: Ziemlich sicher. Gut mit Menschen sozialisierte Katzen und Hunde, für die sind Menschen als Sozialkumpane genauso wichtig wie umgekehrt. Das gilt sogar für sozialisierte Wölfe. Und man kann davon ausgehen, dass sie ähnliche Sozialbedürfnisse haben wie Menschen.

Kann ein Tier soziale Bedürfnisse befriedigen?

Kotrschal: Sicher, genauso gut, wenn nicht sogar besser als Menschen. Die Mechanismen der Partnerschaft und der Fürsorge sind exakt dieselben, egal ob sie gegen Mensch oder Tier gerichtet sind. Es gibt überhaupt sehr wenig Unterschiede zwischen Menschen und anderen Tieren. Einem Hund ist es völlig egal, wie ich aussehe. Da kann ich in der Unterhose herumlaufen, meine Socken können herumliegen. Und welche Partei ich wähle, ist ihm auch egal. Gut mit uns sozialisierte Tiere haben eine gute Beziehung zu uns.

Ist Kommunikation zwischen Mensch und Tier möglich?

Kotrschal: Das ist nicht nur möglich, sondern selbstverständlich. Wir kommunizieren mit Menschen mit den selben Mitteln, mit denen wir auch mit Tieren kommunizieren. Da geht es um den Ausdruck an Emotionen, der im Prinzip völlig identisch ist. Das verschafft die Möglichkeit der Kommunikation. Wir wissen heute, dass Hunde unsere Mimik lesen können. Und wir können die Mimik von Hunden lesen. Und es geht tiefer. Wir haben ein System im Gehirn, ein System von Spiegelneuronen, das die Mimik von anderen, auch von Tieren, in ein entsprechendes Gefühl übersetzt.

Haben Tiere Persönlichkeit?

Kotrschal: Selbstverständlich. Und zwar nach dem selben Variationsmuster wie Menschen. Das bedeutet, es gibt Individuen, die völlig unterschiedlich sind. Tiere kann man natürlich keinen Fragebogen ausfüllen lassen. Aber wir haben Verhaltenstests dazu, und es ist hinreichend belegt, dass Tiere innerhalb von Populationen ähnlich variierende Ausprägungen von Persönlichkeit haben wie Menschen. Sonst würde ich ja keine Partnerwahl brauchen, wenn wir eh alle gleich wären.

Was sagt das Haustier über einen Menschen aus?

Kotrschal: Man ist gut beraten, ein Tier zu wählen, das gut zu einem passt. Viele Leute legen sich zum Beispiel einen Border Collie zu, weil der so lieb ist, und kommen dann darauf, dass sie die nächsten 13 Jahre damit beschäftigt sind, diesen Hund zu bespaßen, weil der einfach ständig was tun will. Das muss ich mir vorher überlegen, was zu mir passt und was ich will. Außerdem muss ich davon ausgehen, dass ich mit dem Tier eine Partnerschaft eingehe, die auch mich verändern wird. Das muss mir klar sein: Partnerschaft ist auch Anpassung an den anderen, das ist bei Tieren wie bei Menschen. Und natürlich lebt man mit einem Pferd anders zusammen als mit einem Hund oder einer Katze. Aber zu sagen, es gibt Hunde-Typen und Katzen-Typen, das klappt meistens nicht, weil viele ja auch beides haben. Sehr oft bestimmen die Lebensumstände, was ich halten kann. Katzenhalter sind gewöhnlich nicht pedantisch auf Gehorsam aus, aber man kann auch nicht sagen, dass Hundehalter pedantische Dominanz-Typen sind und Katzenhalter sind die Anarchisten. Aber manchmal trifft das schon zu.

Kurt Kotrschal, 61, ist Verhaltensbiologe im österreichischen Salzkammergut. Er forscht an der Uni Wien und im Wolfsforschungszentrum Ernstbrunn.

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