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05.03.2009

Jacques Schwarz-Bart träumt mit dem Saxophon

Jacques Schwarz-Bart träumt mit dem Saxophon
Bild: DPA

Hamburg (dpa) - Er ist ein Spätstarter, aber mittlerweile hat Jacques Schwarz-Bart musikalisch in unserem globalen Dorf genau den Platz erreicht, wo er hingehört. Man hört es einfach.

Erst 2006 legte der 1962 auf der französischen Karibikinsel Guadeloupe geborene Saxofonist sein Debüt vor, jetzt führt er mit dem fantastischen Album "Abyss" sein Projekt weiter: die Verbindung von traditioneller kreolischer Musik mit dem modernen Jazz amerikanischer Prägung. Dabei scheinen sich die beiden Pole ganz natürlich zu befruchten - vom akademischen Zwang zur Fusion ist auf dem wunderbar fließenden "Abyss" nichts zu hören.

Statt eines Schlagzeugers sorgen zwei Perkussionisten aus Guadeloupe für das durchaus vertrackte rhythmische Grundgerüst des Albums. Olivier Juste baut auf der Boula-Trommel das Fundament, während Sonny Troupé mit seiner höher gestimmen Markè-Trommel Akzente setzt. Dazu gesellt sich der aus Belgrad stammende Keyboarder Milan Milanovic, Gitarrist Hervé Samb kommt aus dem Senegal, und Bassist Reggie Washington ist der Neuling in dieser wahrlich multikulturellen Band, in der sich die verschiedenen Traditionen mit dem wunderbar modulationsreichen Tenorsaxophon von Schwarz-Bart zu einem organischen Ganzen verbinden.

Aber es gibt auch eine vokale, besser gesagt spirituelle Seite auf diesem Album, und zwar nicht zufällig. Jacques Schwarz-Bart ist der Sohn des französischen Schriftstellers und Goncourt-Preis-Trägers André Schwarz-Bart (1928-2006), seine Mutter Simone stammt aus Guadeloupe und ist ebenfalls Autorin. Ein meditatives Stück ist dem verstorbenen Vater gewidmet, auf "Simone" rezitiert die Mutter ein Gedicht im kreolischen Dialekt. So bleibt sich der Sohn, der mittlerweile im Schmelztiegel New York lebt, immer seiner Wurzeln bewusst. Und fast folgerichtig klingt dieses ungewöhnlich anregende Album mit einem karibischen Traditional aus, vorgetragen vom Gwoka-Sänger Guy Conquet.

Jacques Schwarz-Bart träumt mit dem Saxophon

Im Frühjahr ist Jacques Schwarz-Bart hierzulande unterwegs, am 19. März in München in der Unterfahrt, am 21. 03. in Berlin in der Peugeot Avenue, am 23. 03. in den Mainzer Kammerspielen und am 08. Mai in Darmstadt im Centralstation.

www.brotherjacques.com

www.myspace.com/gwoka

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