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TV: "Tatort"

19.03.2018

Jochen Senf gestorben: ARD zeigt "Tatort" mit Kommissar Max Palu

Zum Tod von Jochen Senf zeigt die ARD am Sontnag um 21.45 Uhr eine alte "Tatort"-Folge mit ihm als Ermittler
Bild: Becker & Bredel, dpa (Archiv)

Jochen Senf, der jahrelang im Fernseh-"Tatort" aus dem Saarland ermittelte, ist am Sonntag gestorben. Daher zeigte ARD nach "Mitgehangen" auch "Teufel im Leib".

Zum Tod des früheren "Tatort"-Kommissar-Darstellers Jochen Senf hat das Erste am Sonntagabend sein Programm geändert. Nach einem neuen Kölner "Tatort: Mitgehangen" hoben die Programmverantwortlichen um 21.45 Uhr den fast 14 Jahre alten "Tatort: Teufel im Leib" vom Saarländischen Rundfunk (SR) ins Programm. Er ersetzt den britischen Krimi "Inspector Mathias - Mord in Wales: Feuernacht".

"Tatort"-Kommissar: Jochen Senf im Alter von 76 Jahren gestorben

Der Schauspieler Jochen Senf starb in der Nacht zum Sonntag im Alter von 76 Jahren in Berlin. Bei "Teufel im Leib" handelt sich um den 17. und vorletzten Fall von Kriminalhauptkommissar Max Palu, den Jochen Senf von 1988 bis 2005 innerhalb der "Tatort"-Reihe spielte. Zusammen mit Regisseur Hans-Christoph Blumenberg schrieb er damals auch das Drehbuch. 

Erstmals gesendet wurde der Krimi am 14. November 2004. Der Fall spielt in der "mondänen Welt der plastischen Chirurgie", wie es von der ARD heißt. Unter anderem wirken auch Jessica Schwarz und Sky du Mont, Leslie Malton und Christian Berkel mit.

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Jochen Senf lebte zuletzt in einem Pflegeheim

Auf der Suche nach einem markanten Charakter engagierte der Saarländische Rundfunk Senf 1987 für seinen "Tatort" aus dem Saarland. Die erste Folge "Salü Palu" wurde im Januar 1988 ausgestrahlt. Im ersten Film ging es um Mädchenhandel und Prostitution im Grenzgebiet. Der glatzköpfige Max Palu (gesprochen: Palü) war unter den ARD-Kommissaren eine echte Type.

Senf spielte insgesamt 17 Jahre lang die Rolle des "Tatort"-Kommissars Max Palu im Saarland. Immer auf dem Fahrrad unterwegs gab Senf seiner Rolle als unkonventioneller und etwas kauziger Kommissar einen besonderen Charakter.

Der gebürtige Frankfurter kam mit zehn Jahren nach Saarbrücken, wo sein Vater 1954/55 saarländischer Finanzminister war. Nach dem Studium der Germanistik und Romanistik besuchte Senf die Schauspielschule in Saarbrücken. Anschließend war Jochen Senf als Autor, Regisseur und Schauspieler tätig, von 1969 bis 1978 auch als Hörspieldramaturg beim Saarländischen Rundfunk. Er arbeitete in einem Jugendzentrum und mit straffällig gewordenen Jugendlichen.

Einige Jahre war der Schauspieler mit Margret Lafontaine, der Ex-Frau des einstigen saarländischen Ministerpräsidenten, zusammen. Zuletzt lebte Senf in Berlin. Dort war er vor einigen Jahren in der Komödie am Kurfürstendamm zu sehen.

Vor zwei Jahren hatte ihn die "Bild"-Zeitung in einem Pflegeheim besucht und mit den Worten zitiert "Es geht mir scheiße". Über seine Krankheit wollte er damals nichts Genaueres verraten, doch das Laufen falle ihm schwer. Der Saarländische Rundfunk, sein langjähriger Heimatsender, würdigte Senf am Sonntag unter anderem in einem Tweet: "Rotwein, Baguette und Fahrrad: 17 Jahre lang verkörperte Jochen Senf den "schrulligen" Tatort-Kommissar Max Palu. Au revoir!"

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