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Bienen

18.05.2018

Junge Imker: Mit Instagram gegen das Bienensterben

Am Sonntag ist der erste Weltbienentag.
Bild: Gerd Ullinger

Es gibt immer mehr junge Imker. In sozialen Netzwerken dokumentieren sie ihr ungewöhnliches Hobby – und sagen dem Bienensterben so den Kampf an.

Das Foto zeigt einen Mann im Schutzanzug, der eine Wachsplatte voller Bienen in die Kamera hält. Er grinst durch den Gesichtsschutz in die Kamera. "Bienenmartin bei der Arbeit" steht unter dem Foto. "Bienenmartin" – das ist Martin Isenmann, 31 Jahre alt, aus dem Schwarzwald. Isenmann ist einer von über 2000 Jungimkern in Deutschland. Tendenz steigend.

Längst ist Imkern nicht mehr nur ein Hobby für Rentner. Imkern ist unter jungen Leuten zum Trend geworden. Das schlägt sich auch in den Zahlen nieder: Vor zehn Jahren hatte der Deutsche Imkerbund (DIB) noch 1119 Mitglieder unter 18 Jahren. Mittlerweile sind es schon 2008. Dabei sind die bayerischen Jugendlichen Spitzenreiter im bundesweiten Vergleich: 524 junge Bayern unter 18 Jahren haben sich der Imkerei verschrieben.

"Seit 2007 erleben wir einen regelrechten Boom", sagt Petra Friedrich, Sprecherin des DIB. Es vergehe fast kein Tag, an dem das Thema Bienen in der Öffentlichkeit nicht präsent sei. Und der Trend ziehe auch junge Leute an. Täglich erreichten den Verband Anfragen von Schulen. "Kinder und Jugendliche sind Bienen gegenüber wahnsinnig aufgeschlossen."

Zwar seien die Jungimker im Vergleich zu den insgesamt fast 130.000 Imkern in Deutschland ein verschwindend geringer Teil. Aber junge Imker seien besonders im Internet aktiv. "Und sie sind untereinander sehr gut vernetzt."

Auch "Bienenmartin" zeigt seine Leidenschaft im Internet. Im sozialen Netzwerk Instagram dokumentiert er seine tägliche Arbeit. Mit den Fotos wolle er vor allem jüngere Menschen für selbstgemachten Honig und das Bienensterben begeistern, sagt er. Und das fruchtet: „Früher waren Imker vor allem Rentner“, sagt er. „Mittlerweile bin ich mit meinen jungen Jahren keine Seltenheit mehr.“

Der 31-Jährige aus dem Schwarzwald bekam mit acht Jahren von seinem Onkel ein Bienenvolk geschenkt. Seitdem hat ihn die Imkerei nicht mehr losgelassen. Vor kurzem machte er sein Hobby zum Beruf: Im Nebengewerbe verkauft er Honig, Kerzen und Gin aus Honig.

In den sozialen Netzwerken ist er bei weitem nicht der einzige Jungimker. Etliche Nutzer wie die "imkernerds" teilen ihr Hobby mit ihren Followern – und das ziemlich erfolgreich. Die "imkernerds" beispielsweise haben mehr als 3000 Abonnenten. Täglich laden sie Fotos von den Fortschritten und Früchten ihrer Arbeit hoch: volle Waben, Honiggläser, Wachs.

Auch zwei befreundete Jungimker aus dem Allgäu dokumentieren ihr Hobby auf Instagram. Unter dem Pseudonym "allgau_honey_farms" zeigen die beiden 20-Jährigen Fotos von ihren Bienen, den Bienenstöcken und dem gewonnenen Honig. "Es ist wichtig, Leuten zu zeigen, dass Bienen nicht nur fliegende kleine Tiere mit Stachel sind", schreiben sie unter eines der Fotos. "Unsere Freunde und Familie waren ziemlich beeindruckt, wie freundlich die Bienen waren!"

DIB-Sprecherin Petra Friedrich ist sich sicher: Soziale Netzwerke sind ein guter Kanal, um junge Leute für das Bienensterben zu sensiblisieren. Dazu helfe auch der Weltbienentag, der dieses Jahr am 20. Mai zum ersten Mal stattfindet. Der DIB habe sich stark für den Tag eingesetzt. Laut Friedrich ist der Tag eine Chance, Leute dafür zu sensibilisieren, was jeder Einzelne konkret zum Kampf gegen das Bienensterben beitragen kann.

"Das Problem ist das monotone Nahrungsangebot im Sommer", sagt Friedrich. Für die Bienen bedeute das eine Mangelernährung. Nicht nur in der Landwirtschaft gebe es kaum Flächen mit abwechslungsreichen Planzen. Auch in Gärten fehle es an Vielfalt.

Statt Kiesflächen und kurz geschnittenem Rasen sollten Gartenbesitzer besser auf blühende Beete oder Kräutergärten setzen. Chemische Pflanzenschutzmittel seien ein absolutes Tabu für den heimischen Garten.

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