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Kaiserfamilie Japan
13.04.2021

Warum die japanische Prinzessin Mako noch immer nicht heiraten darf

Die japanische Prinzessin Mako und ihr Freund Kei Komuro bei der Bekanntgabe ihrer Verlobung im September 2017. Verheiratet sind sie bis heute nicht.
Foto: Shizuo Kambayashi/AP, dpa

Sie liebt ihn, Hochzeit, alles gut. Es könnte so einfach gehen – wenn zum Beispiel sie und er Schiedsrichter sind. Doch wehe, die Braut ist Prinzessin in Japan.

Liebe kann so einfach sein. Sie trifft ihn, sagen wir, im Büro an der Kaffeemaschine. Am folgenden Tag wieder, und wieder … – zack, schon steht einem rauschenden Hochzeitsfest nichts mehr im Weg.

Oder: Lehrgang für Fußball-Schiedsrichter 2016 in Rom. Sie, Bibiana Steinhaus, viermalige Weltschiedsrichterin und damals Deutschlands einzige Unparteiische in den Männer-Profiligen, trifft ihn, Howard Webb, zweimaliger Weltschiedsrichter aus Großbritannien. Eine romantische Begegnung in der neutralen Zone, ein ausgeschmücktes Gespräch über Viererketten, mangelndes Abwehrverhalten – dann ist es passiert und die Welt hat ein prominentes Schiri-Gespann.

Sind jetzt ein Ehepaar: die Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus und der englische Referee Howard Webb.
Foto: Sebastian Kahnert, dpa

Nun bestätigt Steinhaus, 42, dass sich die beiden gegenseitig unter Vertrag genommen haben. Ende März hat sie ihren sieben Jahre älteren Lebensgefährten geheiratet. Sie trägt jetzt den Namen Bibiana Steinhaus-Webb und sei „sehr glücklich“. So einfach, so schön.

Prinzessin Mako und ihr Freund Kei Komuro sollten schon 2018 heiraten

Denkt sich Mako anfangs vielleicht auch – zumindest in ihren Träumen. Vor gut acht Jahren lernt sie an der Universität einen jungen Mann kennen. Beide sind Anfang 20, sie verlieben sich, geben 2017 ihre Verlobung bekannt, der Termin für die Hochzeit steht auch bald fest: November 2018.

Nun muss man wissen: Mako, heute 29 Jahre alt, ist eine Prinzessin, die Nichte des japanischen Kaisers Naruhito und älteste Tochter von Kronprinz Akishino. Und da beginnt das Problem. Die erzkonservativen Regeln in Japans Erbmonarchie sehen für Frauen am Hof nur eine untergeordnete Rolle vor.

Die japanische Prinzessin Aiko ist das einzige Kind von Kaiser Naruhito, darf aber trotzdem nicht den Thron besteigen.
Foto: Kyodo, dpa

Das bekommt die 19-jährige Prinzessin Aiko zu spüren, die zwar das einzige Kind des Kaisers ist, nach derzeitigem Stand aber nie den Thron besteigen wird. Aus dem einfachen Grund, weil sie eine Frau ist. Nur männliche Nachfahren der männlichen Familienlinie haben Anspruch darauf. Seit Jahren sind Reformen angedacht. Getan hat sich nichts.

Aikos Cousine Mako geht es nicht viel anders. Anfang 2018 lässt sie mitteilen, dass ihre Hochzeit um zwei Jahre verschoben wird – offiziell, weil man mehr Vorbereitungszeit benötige und die Thronbesteigung von Onkel Naruhito im Mai 2019 Vorrang habe. Doch schon zu diesem Zeitpunkt haben sich konservative Medien auf Makos Bräutigam Kei Komuro eingeschossen. Dabei geht es vor allem um angebliche Schulden seiner Mutter bei einem Ex-Verlobten. Die Angelegenheit ist bis heute nicht geklärt – und dem Kaiserhaus ein Dorn im Auge.

Ist Prinzessin Mako bereit, für die Liebe mit Japans Kaiserhaus zu brechen?

Außerdem: Komuro kommt aus bürgerlichem Haus. Japans Tradition sieht für solche Fälle folgendes vor: Heiratet ein Prinz eine Bürgerliche, darf er seine Titel behalten und sein Prinzenhaus weiterführen. Ehelicht jedoch eine Prinzessin einen Bürgerlichen, verliert sie ihren Titel und muss den Hof verlassen.

Die große Frage lautet also: Ist Mako bereit, für die Liebe mit ihrer Familie zu brechen? Seit Monaten warten die in dieser Sache tief gespaltenen Japaner auf eine Antwort. Nun hat Kei Komuro über seinen Anwalt eine 24-seitige Erklärung vorgelegt. Inhalt: Er wolle Mako auf jeden Fall heiraten. Angebliche Reaktion des Kaiserhauses: Die Öffentlichkeit würde sicher „ihre eigene Einschätzung abgeben“.

Liebe kann so kompliziert sein.

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