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ÖPNV

08.05.2020

Kauf’ dir ’ne Haltestelle: Firmen erwerben Namensrechte an Busstationen

Das Haltestellenschild der Bushaltestelle Beschläge Koch in Freiburg steht nahe dem Gelände der gleichnamigen Firma.
Bild: Philipp von Ditfurth, dpa

Unternehmen können in Stuttgart, Freiburg und weiteren Orten gegen Geld Haltestellen nach sich benennen. Das könnte den ÖPNV-Nutzern zugute kommen.

"Stryker", "Schaub" und "Beschläge Koch" – das sind nicht nur die Namen von Unternehmen, die im Breisgau tätig sind. So heißen auch Bushaltestellen in Freiburger Gewerbegebieten. Frei nach dem Motto "Kauf’ dir ’ne Haltestelle" bietet die Freiburger Verkehrs AG diese Möglichkeit seit vergangenem April für 7500 Euro im Jahr an. Der Sprecher des Unternehmens, Andreas Hildebrandt, sagt: "Die Gewerbegebiete sind relativ anonym. Wenn ich weiß, da ist eine große Firma, und benenne dann die Haltestelle danach, dann ist das eine gute Orientierungshilfe für viele Fahrgäste, denn die Straßennamen sind da nicht so bekannt."

ÖPNV: Haltestellen in Stuttgart kosten bis zu 80.000 Euro

An anderer Stelle sieht man das Freiburger Modell skeptisch: "Jede Umbenennung kostet eine Menge Geld, weil die ganzen Fahrgast-Infomedien, digital wie gedruckt, die Karten et cetera aktuell gehalten werden müssen", sagt Eike Arnold vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen. Aus diesem Grund ist die Praxis in Deutschland sonst kaum verbreitet. In Augsburg und Kempten besteht eine solche Option beispielsweise nicht.

Eine Anzeige weist in Suttgart vor einem Verwaltungsgebäude der Energie Baden-Württemberg AG EnBW auf die Stadtbahnhaltestelle "EnBW City" hin.
Bild: Marijan Murat, dpa

In Stuttgart jedoch tragen rund 60 der 800 Bushaltestellen als Zusatz einen Firmennamen. Kostenpunkt: 8000 bis 80.000 Euro pro Jahr. Lüdenscheid ist dagegen ein Schnäppchen-Paradies. 69 Euro kostet die Miete – das Firmenlogo ist dort sogar inklusive. In Ingolstadt freut sich der dort ansässige Automobilhersteller derweil über den "Bahnhof Ingolstadt Audi", an dessen Finanzierung er beteiligt ist.

Verkaufte Namensrechte: Sinken jetzt die ÖPNV-Preise?

Im besten Fall führen die so gewonnenen Einnahmen zu niedrigeren ÖPNV-Preisen. Spätestens dann dürfte es so manchem ziemlich egal sein, ob er von der "Hubertusstraße" in die "Maxstraße" fährt oder von "Stryker" zu "Beschläge Schaub". Gut für’s Klima wäre es allemal, wenn Unternehmen uns bald Bus- und Bahnfahrten auf diesem Wege bezahlen. (mit dpa)

Lesen Sie dazu auch: Positive Bilanz nach einer Woche Maskenpflicht in Bayerns ÖPNV

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09.05.2020

"Kostenpunkt: 8000 bis 80.000 Euro pro Jahr"
Und jetzt erklärt mir mal den Niedriglohn für Arbeiter ????
80.000,- € pro Jahr ?????

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