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Coronavirus

14.02.2020

Keine Anlegeerlaubnis: Coronavirus setzt der Kreuzfahrtbranche zu

Das Kreuzfahrtschiff "Westerdam" ist in den Gewässern vor Kambodscha unterwegs. Wegen des Coronavirus durfte es nicht an asiatischen Häfen andocken.
Bild: Heng Sinith, dpa

Aus Angst vor dem Coronavirus dürfen Schiffe in vielen Häfen nicht mehr anlegen. Was Asien-Reisende nun wissen müssen.

Nach tagelanger Odyssee durch asiatische Gewässer ist für 2300 Menschen an Bord der „Westerdam“ nun buchstäblich Land in Sicht: Das Kreuzfahrtschiff, das wegen der Sorge vor einer Einschleppung der neuen Lungenkrankheit Covid-19 mehrere Häfen nicht anlaufen durfte, traf mittlerweile in Kambodscha ein.

Am Donnerstagabend legte das aus Hongkong kommende Schiff mit 57 Deutschen an Bord in Sihanoukville an. Die rund 1500 Gäste und 800 Besatzungsmitglieder konnten allerdings nicht sofort von Bord gehen. Sie würden erst medizinisch untersucht, erklärte der Hafendirektor. 20 Verdachtsfälle bestätigten sich dabei nicht, hieß es.

Das Coronavirus hat massive Auswirkungen auf die Tourismusbranche

Das Coronavirus hält die Welt in Atem – und hat auch massive Auswirkungen auf die Tourismusbranche. Ein Überblick:

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DER Touristik mit Meier’s Weltreisen, ADAC Reisen und der Touristiksparte der Rewe Group (Jahn Reisen, ITS, Travelix) war der erste Veranstalter, der kostenfreie Stornierungen und Umbuchungen nicht nur für China anbot, sondern auch für Reisen in Asien. Das Angebot gelte mit einer Frist von 15 Werktagen vor Abreise für alle zwischen dem 1. Februar und 31. März gebuchten Reisen nach China, Indonesien, Japan, Malaysia, Myanmar, Thailand und Vietnam im Reisezeitraum 1. April bis 30. August, „wenn sich das Virus weiter verbreitet“.

Bald darauf folgte Gebeco. Der Studienreiseveranstalter bietet für Neubuchungen bis zum 31. März und Reiseantritt bis Ende des Jahres eine kostenlose Storno- beziehungsweise Umbuchungsmöglichkeit bis 60 Tage vor Abreise an, „sofern die Sicherheitslage seitens des Auswärtigen Amtes signifikant schlechter bewertet wird als zum Zeitpunkt der Buchung“. Das Sonderkündigungs- und Umbuchungsrecht gilt für alle Asien-Reisen nach Thailand, Indonesien, Malaysia, Singapur, China, Südkorea, Nordkorea, Japan, Kambodscha, Vietnam, Sri Lanka, Indien, Nepal, Laos, Myanmar, Mongolei und Philippinen.

Auch Marktführer bietet wegen Coronavirus Stornierungen und Umbuchungen an

Auch bei Marktführer und Gebeco-Mutter Tui kann man Asien-Reisen, die bis zum 31. März und für den Reisezeitraum bis 31. Oktober gebucht werden, bis 30 Tage vor Abreise kostenlos stornieren oder umbuchen.

Bei Ikarus Tours können Asien-Reisen bis 45 Tage vor Abreise kostenfrei umgebucht werden. Die Möglichkeit gilt für Reisen bis Ende des Jahres und für insgesamt 13 Länder.

Immer mehr Kreuzfahrtgesellschaften ändern Asien-Route

FTI reagiert auf verschärfte Einreisebestimmungen, die aufgrund des Virus in vielen Ländern – hauptsächlich Asien und Ozeanien, vereinzelt auch Nordamerika und Karibik – gelten. „Sollten Gäste aufgrund dessen nicht einreisen können, dann dürfen sie kostenfrei umbuchen oder stornieren“, heißt es in der Pressestelle des Münchner Veranstalters, und Pressesprecherin Petra Möhle ergänzt: „Grundsätzlich orientieren wir uns an den Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amtes, der WHO sowie des Robert-Koch-Instituts und stehen in ständigem Austausch mit unseren Kollegen vor Ort.“

Besonders stark betroffen von den Coronavirus-Fällen ist die Kreuzfahrtbranche. Immer mehr Kreuzfahrtgesellschaften ändern ihre Asien-Routen. Aktuell prüfe Tui Cruises für eine geplante Reise Anfang März, bei der Hafentage in Hongkong eingeplant sind, alternative Routen, berichtet das Portal Reisevor9. Norwegian Cruise Line verzichtet auf das gesamte Asien-Programm der „Norwegian Spirit“.

Wegen Coronavirus werden asiatische Häfen gemieden

Asiatische Häfen werden zunehmend gemieden. So lässt Cunard „Die Queen Mary 2“ Phuket in Thailand, Penang und Klang in Malaysia sowie Singapur und Hongkong nicht anlaufen. Die „Arcadia“ der britischen Reederei P&O Cruises umschifft auf ihrer Weltreise in der ersten März-Hälfte Shanghai und Hongkong.

Trotz alledem will Japan an den Olympischen Sommerspielen, die im Juli in der Hauptstadt Tokio beginnen sollen, festhalten. Die Planung sei nicht durch die Lungenkrankheit Covid-19 beeinträchtigt, sagte der Chef des japanischen Olympischen Komitees, Yoshiro Mori. In Japan gibt es bislang bereits mehr als 200 bestätigte Infektionsfälle. (mit dpa)

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