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Kinofilm
31.05.2016

"Seitenwechsel": Körpertausch mit vielen Klischees

Männer trinken Bier, sind grobschlächtig und wortkarg. Frauen dagegen wollen über alles reden. Auf diesem Klischee basiert die Komödie "Seitenwechsel". Die Filmkritik.

Männer und Frauen - ein unerschöpfliches Thema, auch im Film. "Seitenwechsel" macht daraus ein munteres Verwirrspiel im Stile von Körpertausch-Komödien wie "Switch - Die Frau im Manne" oder "Freaky Friday".

Nach 15 Jahren Ehe stehen Alex und Teresa kurz vor der Scheidung. Während eines Gewitters tauschen sie plötzlich auf magische Weise ihre Körper. Die Psychotherapeutin Teresa ist entsetzt über ihren Dreitagebart und das Ding zwischen ihren Beinen, das ein nerviges Eigenleben führt. Und Fußballtrainer Alex ist hoffnungslos überfordert von Brüsten und High Heels. Trotzdem müssen beide ihren Alltag auf die Reihe kriegen, schließlich kämpfen Alex und seine Spieler vom 1. FC Union Berlin um den Klassenerhalt.

"Seitenwechsel" ist Film mit vielen Klischees

Insgesamt erinnert "Seitenwechsel" von Vivian Naefe ("Der Geschmack von Apfelkernen") an deutsche Komödien aus den 1990er Jahren wie "Der bewegte Mann" oder "Männerpension". Ein Kinospaß ohne allzu großen Tiefgang und mit vielen Klischees, dafür aber mit lustiger Situationskomik. Außerdem gibt es eine liebenswerte Botschaft an alle Langzeit-Paare und solche, die es werden wollen: Wer seinen Partner liebt, sollte sich für ihn interessieren und zumindest versuchen, ihn zu verstehen.

Wotan Wilke Möhring ("Alles ist Liebe") verwandelt sich vom harten Fußballer zum nachdenklichen, stets zweifelnden Teresa-Mann, der Halstuch trägt und zierlich über den Platz tänzelt, zum fassungslosen Erstaunen seiner Mannschaft. Mina Tander ("Frau Müller muss weg!") dagegen mutiert innerlich zu Alex. Sie vertauscht ihr schickes Business-Kostüm mit ausgebeulten Jeans, Sporttrikot und Käppi über den strähnigen langen Haaren und schwingt markige Sprüche. 

Schwierig wird es, als in Teresas Psychotherapeutenpraxis Patienten auftauchen. Warum viele Worte machen, findet Alex, dem das viele Reden seiner Frau schon lange auf die Nerven geht. Ungerührt von Befindlichkeiten schlägt er den aus seiner Sicht Bekloppten pragmatische Lösungen vor und bahnt damit eine Katastrophe an. Und Teresa als Alex beurteilt die Dauerschlappe der abstiegsbedrohten Unions-Fußballer aus Sicht der Psychologin und setzt zur großen Verwunderung der Mannschaft plötzlich auf mentales und weniger auf sportliches Training.

Wotan Wilke Möhring überzeugt im Film "Seitenwechsel"

Sehenswert ist vor allem Wilke Möhring. Seine Teresa in Männergestalt ist sehr komisch, vor allem wenn sie nicht damit klar kommt, dass sie in unmöglichsten Situationen eine Erektion bekommt. Oder wenn sie die Fußballbegriffe durcheinander wirft und von der "ersten Teilzeit" redet. Tanders Körpertausch-Rolle dagegen wirkt oft übertrieben und klischeebeladen, zumal der normale Alex nicht so machohaft wirkt, wie sie ihn spielt. Äußerst lustig sind die Auftritte der Tochter (Ruby O. Fee - "Bibi & Tina - Voll verhext"), die am Verstand ihrer Eltern zweifelt, weil sie sich so eigenartig benehmen. In weiteren Rollen spielen Jimi Blue Ochsenknecht ("Die wilden Kerle") als Stürmertalent mit Torhemmung, Frederik Lau ("Traumfrauen") als Sozialphobiker Leonard und Anna Maria Mühe ("Nicht mein Tag") in der Rolle der sexy Fußball-PR-Frau Jenny. dpa

(Seitenwechsel, Deutschland 2016, 100 Min., FSK ab 12, von Vivian Naefe, mit Wotan Wilke Möhring, Mina Tander, Frederik Lau)

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