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Klimastreiks
28.03.2019

Schüler nehmen Umweltminister Glauber in die Mangel

Augsburg, München, Kempten, Erlangen, die Liste ließe sich fortführen: Viele tausend Schüler in Bayern wollen mehr Klimaschutz – auch die auf unserem Bild, die in Günzburg auf die Straße gingen. Bei zwei Klimakonferenzen wollen sie dem bayerischen Umweltminister Hausaufgaben aufgeben.
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Augsburg, München, Kempten, Erlangen, die Liste ließe sich fortführen: Viele tausend Schüler in Bayern wollen mehr Klimaschutz – auch die auf unserem Bild, die in Günzburg auf die Straße gingen. Bei zwei Klimakonferenzen wollen sie dem bayerischen Umweltminister Hausaufgaben aufgeben.
Foto: Bernhard Weizenegger

Tausende Schüler demonstrieren freitags für den Klimaschutz. Nun diskutieren sie mit Umweltminister Glauber. Wir erklären, was sie fordern.

Woche für Woche gehen in Bayern freitags Schüler für einen besseren Klimaschutz auf die Straße. „Fridays for Future“, Freitage für die Zukunft, nennen sie ihre Demonstrationen. Jetzt will sich Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) die Ideen der Klima-Aktivisten anhören – und hat dafür zwei Schülerkonferenzen einberufen. Die erste findet an diesem Freitag in Erlangen statt, die nächste in einer Woche in München. Wir erklären, was dort passiert.

Welche Schüler dürfen an den Konferenzen teilnehmen?

Das Ministerium hat alle weiterführenden Schulen im Freistaat angeschrieben und je einen Repräsentanten eingeladen. Wen die Schulen schicken, ist ihnen selbst überlassen.

Wie viele Schüler nehmen an beiden Konferenzen teil?

Das Ministerium spricht von mehr als 450 Schulen, die jeweils einen Sprecher bestimmt haben. Teilnehmen werden auch die Bezirksschülersprecher und Vertreter der „Fridays For Future“-Bewegung, die jeden Freitag die Demos organisieren. Schüler, die nicht vor Ort sein können, können sich über die Internetplattform www.jugendklimakonferenz.bayern.de in die Konferenzen einbringen.

Was erhofft sich Minister Glauber von den Konferenzen?

Glauber ist – wie Kanzlerin Angela Merkel (CDU) – einer von den Politikerin, die die Klimastreiks gut finden. „Ich bin beeindruckt von den Jugendlichen“, sagt er. Deswegen freue er sich auf einen offenen Dialog. „Ich will, dass der Einsatz der Schülerinnen und Schüler auch entsprechend gewürdigt und ernst genommen wird.“

Wie stehen die Schüler selbst zu den Konferenzen?

Die Organisatoren von „Fridays for Future“ stehen den Konferenzen kritisch gegenüber. Diese wirkten wie „vom Ministerium als reine PR-Aktion für Herrn Minister Glauber inszeniert“, sagt Florian Fischer von „Fridays for Future“ in Erlangen. Ansonsten hätten sie keinerlei „Ambitionen erkannt, dass sie wirklich einen Dialog mit uns suchen und unsere Sorgen ernst nehmen“.

Wird es trotz der Gespräche weiter Klimastreiks der Schüler geben?

Definitiv. „Ein paar Gespräche werden sicher nicht reichen“, sagt der 22-jährige Ludwig Felder, der die Münchner Demos in einem Team von etwa 20 Leuten organisiert. „Wir werden so lange auf die Straße gehen, bis konkrete Maßnahmen umgesetzt werden. Das sollten CSU und Freie Wähler wissen.“

Wenn die Streiks während der Schulzeit weitergehen – drohen den Schülern Strafen?

Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) will den Schulen in dieser Hinsicht keine Anweisungen geben. Dies sei Sache der Schulleiter. Sollten sich Schüler dauerhaft an den Protesten beteiligen, könnte bei den Verantwortlichen die Stimmung kippen und Verweise oder andere Strafen könnten verteilt werden. Denn einen dauerhaften Unterrichtsausfall dürften sich auch positiv gestimmte Schulleiter nicht gefallen lassen.

Wie haben Schulen die verpassten Stunden bisher wieder aufgeholt?

An vielen Schulen kamen die Teilnehmer der Streiks als Ausgleich nachmittags in die Schule – zum Beispiel, um hausinterne Klimakonferenzen zu veranstalten oder Ökoprojekte anzustoßen. (dpa, sari)

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