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Terror von Kopenhagen

17.02.2015

Kopenhagener Terrorist soll Ermittlern bekannt gewesen sein

Wussten die dänischen Behörden von den extremistischen Ansichten des Attentäters von Kopenhagen Bescheid?
Bild: Britta Pedersen/dpa

Der Attentäter von Kopenhagen soll im Gefängnis von der Terrormiliz IS geschwärmt haben. Haben Ermittler die Warnsignale übersehen? Politiker fordern eine Untersuchung.

Nach den Terroranschlägen von Kopenhagen werden Zweifel an der Arbeit der dänischen Sicherheitsbehörde laut. Der Nachrichtendienst PET soll einen Hinweis auf die Radikalisierung des Täters nicht ernst genug genommen haben. Die Opposition im dänischen Parlament forderte die Regierung am Dienstag auf, das Vorgehen des Sicherheitsdienstes vor dem Terrorangriff unter die Lupe zu nehmen. Medienberichten zufolge hat der Attentäter während seiner Zeit im Gefängnis den Wunsch geäußert, sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien anzuschließen. Die Gefängnisbehörden hätten ihn danach auf eine Liste radikalisierter Häftlinge gesetzt.

PET räumte ein, im September einen entsprechenden Hinweis erhalten zu haben. Es habe jedoch nichts konkret darauf hingedeutet, dass der Mann eine Attacke plante, erklärte die Behörde.

Terror in Kopenhagen: Anschläge auf Kulturcafé und Synagoge

Derweil fahndeten die Ermittler nach weitere Spuren und möglichen Helfern des 22-Jährigen, den die Polizei am Sonntagmorgen erschossen hatte. Zuvor hatte er bei zwei Anschlägen auf ein Kulturcafé und eine Synagoge zwei Menschen erschossen und fünf Polizisten verletzt.

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Zwei Terroranschläge haben die dänische Hauptstadt Kopenhagen erschüttert. Drei Menschen wurden getötet - unter ihnen der mutmaßliche Attentäter.
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Anschläge auf Kulturcafé und Synagoge in Kopenhagen
Bild: dpa/afp

Laut Medienberichten durchkämmten bis zu 50 Polizisten in der Nacht zum Dienstag den Mjølnerparken im Stadtteil Nørrebro, wo der Attentäter gewohnt haben soll. Die Beamten hielten dort einen jungen Mann in Tarnkleidung fest. "Wir suchen nun danach, was er weggeschmissen haben könnte, als er vor uns weggelaufen ist", sagte ein Sprecher. Dass die nächtliche Aktion mit den Attentaten zusammenhänge, bestätigte die Polizei aber nicht.

Drohbrief entpuppt sich als blinder Alarm

Nach einem Bombenalarm am Vormittag sperrten die Ermittler den ersten Terror-Tatort im Stadtteil Østerbro ab und zogen Sprengstoffexperten zu Rat. Ein verdächtiger Brief vor dem Café, wo der Terrorist am Wochenende einen 55-jährigen Filmemacher erschossen hatte, entpuppte sich aber als harmlos.

Fast 40.000 Menschen gedenken in der Kopenhagener Innenstadt den Opfern des Terroranschlags. Unter den Trauernden ist auch die dänische Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt
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Zehntausende trauern nach Terroranschlag in Kopenhagen
Bild: Britta Pedersen

In der Nähe des Tatorts hatten sich am Montagabend mehrere zehntausend Menschen versammelt, um der beiden Opfer des Attentäters zu gedenken. Neben dem Regisseur war bei einem zweiten Anschlag auf eine Synagoge im Stadtzentrum in der Nacht zum Sonntag ein jüdischer Wachmann gestorben.

Der Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik sieht nach den Anschlägen von Paris und Kopenhagen keine Notwendigkeit der Auswanderung nach Israel. "Für uns Juden ist Europa unsere Heimat", sagte er dem 3sat-Magazin "Kulturzeit". Man könne sich jedoch eines Gefühls des Bedrohtseins nicht erwehren. Das gelte besonders in Frankreich, wo "die Sicherheit an Leib und Leben von Jüdinnen und Juden deutlich stärker bedroht ist als in anderen europäischen Ländern".

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