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Rassismus-Vorwürfe

02.04.2021

Kritik an "Blackfacing" in BR-Satiresendung

Sorgte mit "Blackfacing" für große Kritik: Kabarettist Helmut Schleich.
Foto: Tobias Hase, dpa (Archivbild)

Rassismus-Vorwürfe gegen den BR: In der Satiresendung "SchleichFernsehen" nutzte Kabarettist Helmut Schleicht das Mittel des "Blackfacings".

Der Bayerische Rundfunk (BR) hat nach viel Kritik einen satirischen Beitrag mit einem fiktiven schwarz-geschminkten Kanzlerkandidaten verteidigt. In der Sendung "SchleichFernsehen" am Donnerstagabend schlüpfte Kabarettist Helmut Schleich in die Rolle eines in Afrika lebenden Sohnes des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß - und nutzte dafür das Mittel des "Blackfacings". Mit schwarz geschminktem Gesicht machte Schleich Witze über die aktuelle bayerische Politik. Im Internet bezeichneten Kommentatoren den Beitrag am Freitag als rassistisch. Von Blackfacing spricht man, wenn sich Weiße schminken, um Schwarze stereotyp darzustellen.

Eine Sprecherin des BR teilte mit, die Diskussionen zum Thema Blackfacing und der damit verbundenen Problematik seien der Redaktion bewusst gewesen und im Vorfeld der Sendung intensiv mit Helmut Schleich diskutiert worden. "In einem Satireformat muss dem Künstler aber auch ein bestimmter Freiraum für satirische Überhöhungen zugebilligt werden. Die künstlerische Freiheit ist ein hohes Gut, lotet aber manchmal auch Grenzen aus."

Kritik nach "Blackfacing" im BR: Auch Schleich verteidigt sich

Weiter teilte der BR mit: Die Kunstfigur Maxwell Strauß sei ausdrücklich eine Karikatur von Franz Josef Strauß und sei als solche nicht losgelöst vom Text zu beurteilen: Inhalt des Beitrages sei das autoritäre Machtverständnis der Kunstfigur Maxwell Strauß.

Auf seiner Homepage schreibt der BR zur Sendung, Schleich scheue "auch vor den aberwitzigsten Kostümierungen nicht zurück". Laut BR sagte Schleich zu dem Beitrag, als Kabarettist sei es seine Aufgabe, Dinge überspitzt darzustellen. "Gerade durch einen erfundenen Sohn Maxwell Strauß zeige ich den Import neokolonialer Strukturen aus dem globalen Norden nach Afrika auf." (dpa)

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03.04.2021

Es ist immer schön zu hören, wenn sich die siegesgewisse Arroganz der Woken mal nicht durchsetzt.
Eine kleine, ideologisch verknotete, laute Minderheit. Mehr nicht.
Und: Satire darf nicht nur Böhmermann!

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03.04.2021

Menschen, die in Afrika leben, haben in der Regel eine dunkle Hautfarbe. Wenn es also um einen fiktiven Sohn von FJS geht, könnte der fiktiv eine dunkle Hautfarbe haben. Was ist daran rassistisch? Vorsichtshalber sollte man sich tatsächlich nicht mehr mit Afrika beschäftigen, wenn's um so etwas geht. Und auch nicht mit Asien oder den Ureinwohnern Amerikas. Sicher ist sicher!

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03.04.2021

Eventuell die dunklen Lego-Figuren einfach gedanklich aus der Spielkiste nehmen, sich niemals mit Afrika beschäftigen und sich über ein ruhigeres Leben ohne linksextremes Gekreische freuen?

Es gibt da einen ganz schlauen Satz dazu:

https://www.deutschlandfunkkultur.de/indianerhaeuptling-debatte-bei-den-gruenen-soziales-ritual.2950.de.html?dram:article_id=494663

>> „Wenn ich eine solche Szene sehe, habe ich nicht das Gefühl, dass ich hier an lebendig empfundenem Anti-Rassismus teilnehme, sondern an einem sozialen Ritual, das die Gruppen-Identität als progressive Partei der Diversität unterstützen und unterstreichen soll“, betont der Journalist. <<

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03.04.2021

Blackfacing? Wieder so ein unsinniger Begriff. Es gehört zu den Aufgaben eines Kabarettisten und von Schauspielerin in andere Rollen zu schlüpfen, sich zu verkleiden, etc. Es ist überhaupt kein Problem dabei die Hautfarbe zu verändern. Nur sollte man dies nicht nutzen, um Menschen anderer Hautfarbe zu verunglimpfen.

(edit/mod/NUB 7.2)

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