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Mit Reinigungsmitteln

28.03.2019

Küchenhilfe soll Kita-Essen gezielt verunreinigt haben

Nadja Georgi, Fachbereichsleiterin Kita-Verbund, und Pfarrer Hans Höroldt beantworten Fragen der Journalisten.
Bild: Roland Weihrauch (dpa)

In einer Leverkusener Kita ist das Essen für die Kinder zweimal gezielt verunreinigt worden. Die Polizei ermittelt. Unter Verdacht steht eine Küchenhilfe aus der Kita.

Großes Erschrecken in einer Kita in Leverkusen: Das Mittagessen für die 60 Kinder ist dort zweimal gezielt mit Reinigungsmitteln verunreinigt worden. Gegessen hat davon aber niemand. E

rmittler verdächtigen eine Mitarbeiterin, das Mittel in die Mahlzeiten gemischt zu haben. "Es gibt einen vagen Anfangsverdacht gegen eine Kita-Mitarbeiterin", sagt der Kölner Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Die Frau solle befragt werden. Sie lasse sich anwaltlich vertreten.

Nach Polizeiangaben handelt es bei der Verdächtigen um eine Küchenhilfskraft, die noch in der Küche selbst das nach Reinigungsmitteln riechende Essen gemeldet hatte. Vermutlich wollte sie die Kinder also nicht vergiften, sondern eher Aufmerksamkeit erregen. Sie ist nicht mehr in der Kita tätig.

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Die Nervosität in der evangelischen Kindertageseinrichtung ist am Donnerstag groß. Ein Mitarbeiter verscheucht Reporter: "Muss ich die Polizei rufen?" Eine ältere Frau steht vor dem benachbarten Gemeindezentrum. "Ich war geschockt, ich war einfach nur geschockt", sagt sie. Alle ihre drei Enkelkinder hätten die Kita besucht. Ihren Namen will sie nicht nennen.

"Sehr betroffen" äußert sich auch Pfarrer Hans Höroldt, der Geschäftsführer des Kita-Verbunds. "Eine solche Geschichte haben wir in unserer Geschichte bisher noch nicht erlebt." Nadja Georgi vom Kita-Verbund sagt: "Wir waren entsetzt, schockiert."

Das ist nach Angaben des evangelischen Trägers geschehen: Am 12. Februar wird wie jeden Tag das Mittagessen für die Kita von einem Caterer angeliefert. Sofort nach dem Auspacken fällt auf: Die Paprika-Rahmsoße riecht komisch. Die Kita informiert die Cateringfirma, das Essen wird abgeholt. Die Firma gibt Proben der verunreinigten Mahlzeit zur Untersuchung in ein Labor.

Sechs Tage später wird in der Kita wieder eine Verunreinigung festgestellt. Diesmal betrifft es eine Gemüsesuppe. Am 7. März kommt das Ergebnis aus dem Labor: Demnach "konnte nachgewiesen werden, dass es sich bei den Verunreinigungen um Bestandteile der Reinigungsmittel handelt, die in der Kita verwendet wurden". Der Kita-Verbund erstattet Anzeige gegen unbekannt.

Zum Glück habe kein Kind und kein Erwachsener etwas von den verunreinigten Mahlzeiten gegessen oder sei auch nur damit in Berührung gekommen, sagt Pfarrer Höroldt. Schon seit einiger Zeit würden jetzt alle Mahlzeiten nach dem Sechs-Augen-Prinzip überprüft und vorgekostet, bevor sie den Kindern serviert würden. Weitere Auffälligkeiten habe es nicht gegeben.

Was passiert wäre, wenn die Kinder das verunreinigte Essen gegessen hätten, ist Spekulation. Möglicherweise wäre es zu Durchfallerkrankungen gekommen, vermutet Georgi. Das Mittel sei aber in etwa sieben Litern Essenssoße verdünnt gewesen. Mehrere Eltern haben sich in den Medien darüber beklagt, dass sie zu spät informiert worden seien. Pfarrer Höroldt weist das zurück. Nur ein einziges Kind, so sagt er, sei bisher abgemeldet worden. (dpa)

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