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Österreich

06.01.2013

Landsberger soll Hilfe bei Lawinen-Drama verweigert haben

Nach einem Lawinenabgang in Österreich ist ein Skitourengeher gestorben. Die Polizei sucht nun nach einem Deutschen wegen unterlassener Hilfeleistung.
Bild: Symbolbild Ingo Buchelt

Der Mann, der nach einem tödlichen Lawinenabgang in Österreich Hilfe verweigert haben soll, stammt aus dem Landkreis Landsberg.

Seit vergangenen Sonntag suchte die Polizei Tirol nach einem deutschen Skitourengeher. Der Mann mit dem DAV-Abzeichen auf seiner Bekleidung soll nach einem Lawinenunglück den Betroffenen seine Hilfe verweigert haben. Bei dem Unglück auf dem Zischgeles starb ein 38-jähriger Mann aus der Steiermark. Dieser hätte vielleicht gerettet werden können, wenn der gesuchte Skitourengeher seine Hilfe nicht verweigert hätte.

Freund versuchte Skitourengeher auszugraben

Eine Lawine hatte am Sonntag auf dem Zischgeles vier Skitourengeher verschüttet. Ein Vater und seine 16 Jahre alte Tochter aus Bayern hatten noch Glück. Die beiden waren mit Rucksackairbags ausgerüstet, die sie weitgehend an der Oberfläche hielten. Ein 49-Jähriger aus Innsbruck konnte rasch geborgen werden. Er überlebte. Doch für den 38-Jährigen begann der Kampf mit der Zeit. Sein Freund versuchte verzweifelt, den Verschütteten auszugraben. Jede Minute zählte.

Gesuchter Skitourengeher: "Es interessiert mich nicht"

In diesem Moment kam ein weiterer Skitourengeher vorbei. Wie der Lawinenwarndienst Österreich in seinem Blog berichtet, wurde er gebeten beim Ausgraben des Opfers zu helfen. Der angesprochene Skitourengeher soll aber mit den Worten es „interessiere ihn nicht" einfach weiter gefahren sein. Für den 38-jährigen Verschütteten kam letztendlich die Hilfe zu spät. Er starb in der Klinik in Innsbruck.

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Die Landespolizeidirektion Tirol suchte nach dem Skitourengeher. Inzwischen ist die Polizei einen Schritt weiter. Wie ein Sprecher der Landespolizei Tirol gegenüber AZ-Online sagte, handelt es sich um einen 40-jährigen Mann aus dem Landkreis Landsberg. Ursprünglich hatte die Polizei gemeldet, dass der Mann aus dem Allgäu stammt.

Der 40-Jährige hatte sich selber bei der Polizei gemeldet und ist zur Vernehmung nach Innsbruck  gefahren. "Es hat ausgesagt, dass das Zitat, ihn interessiere das Schicksal des Verschütteten nicht, so nicht gefallen sei", sagte ein Polizeisprecher gegenüber AZ-Online. Nach der Vernehmung wurden die Unterlagen an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet, die nun über das weitere Vorgehen entscheidet. Dem Mann droht eine Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung.

Fassungslosigkeit bei Lawinenwarndienst-Mitarbeitern

Die Mitarbeiter des Lawinenwarndienstes sind fassungslos über das Verhalten des Mannes. In ihrem Blog schreiben sie: "Das ist unterlassene Hilfeliste, moralisch höchst bedenklich und extrem schade, dass diese Praxis nun offensichtlich auch Eingang beim Skitourengehen gefunden hat." 

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