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Kanada

22.04.2019

Lawinen-Drama: Leichen der vermissten Bergsteiger gefunden

Schneebedeckte Berge im Banff-Nationalpark in der kanadischen Provinz Alberta.
Bild: Chris Melzer, dpa

Drei der besten Kletterer und Bergsteiger der Welt wurden in Kanada vermutlich von einer Lawine verschüttet. Nun wurden ihre Leichen gefunden.

Seit Tagen wurden die Weltklasse-Kletterer David Lama (28), Hansjörg Auer (35) und Jess Roskelley (36) in den kanadischen Rocky Mountains vermisst - nun meldete der Banff-Nationalpark die Bergung dreier Leichen. Die Parkverwaltung sprach den Angehörigen und Freunden der Bergsteiger am Ostersonntag (Ortszeit) bei Twitter ihre Anteilnahme aus und dankte der örtlichen Polizei, Feuerwehr und den Piloten der Bergrettung. Ob es sich bei den Toten um die drei gesuchten Ausnahmesportler handele, teilte die Parkverwaltung nicht mit.

 

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Die Behörden in Kanada gingen schon seit Tagen nicht mehr davon aus, dass die beiden Österreicher und der US-Amerikaner noch lebend gefunden werden können. "Angesichts der Erkundungen vor Ort muss man davon ausgehen, dass alle drei Mitglieder der Gruppe tot sind", erklärte die Nationalparkverwaltung am Donnerstag.

Bergsteiger wollten den Howse Peak besteigen

Lamas Eltern schrieben am Freitag auf dessen Webseite, dass die Menschen ihren Sohn "mit seiner Lebensfreude, seiner Tatkräftigkeit und mit Blick Richtung seiner geliebten Berge in Erinnerung" behalten sollten. "David lebte für die Berge und seine Leidenschaft für das Klettern und Bergsteigen hat uns als Familie geprägt und begleitet." 

Die beiden Österreicher Lama und Auer sowie der US-Amerikaner Roskelley waren am Mittwoch als vermisst gemeldet worden. Laut den kanadischen Behörden wollten die Kletterer den 3295 Meter hohen Berg Howse Peak im Nationalpark Banff über eine schwierige Route an der Ostseite besteigen.

Rettungskräfte durchsuchten die Gegend aus der Luft und konnten dabei Anzeichen für mehrere Lawinenabgänge feststellen. Im Geröll hätten sie Bergsteiger-Ausrüstung gesichtet, hieß es. Die Suche musste wegen erhöhter Lawinengefahr und schlechter Wetterbedingungen zeitweise ausgesetzt werden.

Vor allem der Tiroler David Lama galt in der Kletterszene als Ausnahmetalent. Lama wurde zweimal Jugend-Weltmeister und gewann mit 16 bereits Vorstieg- und Boulder-Weltcups. 2009 sicherte er sich WM-Bronze im Vorstieg. Danach widmete er sich komplizierten Besteigungen verschiedenster Berge. Im Oktober 2018 gelang ihm die Erstbesteigung des etwa 6900 Meter hohen Lunag Ri in Nepal über den Westpfeiler. Hansjörg Auer machte vor allem auf sich aufmerksam, weil er komplizierte Routen ohne jede Sicherung kletterte. Auch ihm gelangen zudem einige Erstbegehungen.

Reinhold Messner: "Es ist ein sehr schlimmes Unglück"

Am Freitag zeigten sich sowohl bekannte Bergsteiger als auch österreichische Politiker betroffen von dem Lawinenunglück. "Meine Gedanken sind in dieser schweren Zeit bei der Familie und den Freunden der beiden jungen Tiroler", twitterte Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Auch Bundeskanzler Sebastian Kurz schrieb in dem Kurznachrichtendienst: "David Lama und Hansjörg Auer haben in den vergangenen Jahren mit einer Vielzahl von Erfolgen die internationale Kletter- und Alpinszene geprägt. Meine Gedanken sind bei den Familien und Freunden der beiden Tiroler".

"Es ist ein sehr schlimmes Unglück, schrecklich", sagte Bergsteigerlegende Reinhold Messner der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Bergsteiger Peter Habeler bezeichnete Lama als "Ikone". "Das waren die Besten der Besten. Überflieger im positiven Sinne."

In Kanada vermisste Bergsteiger waren sehr erfahren

Die drei vermissten Alpinisten galten als extrem erfahren. Jess Roskelley erklomm 2003 im Alter von 20 Jahren den Mount Everest. Er war damals der jüngste Amerikaner, der den höchsten Berg der Welt bezwungen hatte. Sein Vater John Roskelley gehörte in den 70ern zu den besten Kletterern seiner Generation.

David Lama machte schon als Jugendlicher auf sich aufmerksam, galt als Wunderkind des Klettersports. Als 16-Jähriger gewann er als überhaupt erster Bergsteiger einen Vorstieg- und Boulder-Weltcup in einer Saison. Im Oktober 2018 gelang ihm zudem die Erstbesteigung des 6895 Meter hohen Lunag Ri in Nepal über den Westpfeiler. 

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This pic was taken last year in January when @petemhl and I headed up to the base of Sagwand to finish a line that I had tried to climb three times before. In the summer this face is avoided by climbers because of rock fall, while in winter it's the low temps that keep most people from climbing there, even though the rock is well glued together and makes for good mixed climbing and safe conditions. ⁣⠀ ⁣⠀ This past winter I went there with only skis as the climbing conditions weren’t great due to all the snow we got, but maybe the temps in the coming weeks will be low enough to sneak in one or two climbs in that area…⁣⠀ ⁣⠀ Video of the climb in my bio link.⁣⠀ ⁣⠀ @redbull @thenorthface

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Hansjörg Auer wurde 2013 für die Erstbesteigung des Kunyang Chhish East mit dem Piolet d’Or, dem Bergsteiger-Oscar ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr eröffnete Auer am 7157 Meter hohen Lupghar Sar West in Pakistan eine neue Route im Alleingang.

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Ice Climbing Tried this line already four years ago but just back from a knee injury things were not feeling right. This year I came back with Alex Blümel. Intense day of establishing the first two out of three pitches. Climbed the line a week later, accompanied by Tobi Holzknecht. Three pitches long climb to the left of this years superfat “Rätselburg“. • “Gegenwind“ (90m, WI5+, M8) offers some great climbing protected by gear and some medium-quality pitons and bird beaks. Check my Stories for more photos. • #NeverStopExploring #IceClimbing #FutureLight : “Gegenwind” (90m, WI5+, M8) : @LukasEnnemoser Supported by: @thenorthface @garminoutdoor @lasportivagram @komperdell @oetztal.official @smithoptics @team_edelrid @thenorthfacede @totemcams

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In der Vorwoche hatten die drei Ausnahmealpinisten schon die als extrem geltende Mixed-Route „Andromeda Strain“ am Mount Andromeda erfolgreich absolviert.

Seit ihrer Erstdurchsteigung im April 1983 waren in dieser Route nur etwas mehr als zwei Dutzend Seilschaften erfolgreich. Roskelley schrieb darüber auf Instagram: „Was für ein beeindruckendes Erlebnis, mit diesen beiden zu klettern! Eine Route, die Spaß gemacht hat!“

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