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Streit um Lenin-Denkmal

29.05.2012

Lenin für einen Euro?

Charkow hat mit dem «Ploshcha Svobody», auf dem eine Lenin-Statue thront, eine riesige Fan-Zone. Foto: Sergey Dolzhenko
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In der Ukraine stehen noch einige Lenin-Denkmäler, wie hier in Charkow. In Deutschland dagegen fielen die meisten Statuen dem post-einheitlichen Bildersturm zum Opfer. In der sächsischen Stadt Riesa gibt es noch eines der letzten Exemplare, dessen Sturz nun lauthals gefordert wird.
Bild: Sergey Dolzhenko dpa

In der sächsischen Stadt Riesa steht eines der letzten Lenin-Denkmäler Deutschlands. Jetzt ist ein Streit um die Statue und deren Verwendung entbrannt.

Der strenge Blick wacht ehern über den Ehrenhain für sowjetische Gefallene. Die überlebensgroße Leninstatue in Riesa ist eine der letzten ihrer Art. Die Wenigsten störten sich an dem Relikt realsozialistischer Geschichtskultur - bis jetzt. Jens Nagel, Leiter der nahe gelegenen Gedenkstätte des ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenenlagers Zeithain, und NPD-Stadtrat Jürgen Gansel ist der Koloss aus Bronze ein Dorn im Auge. Zuletzt forderte die Sächsische Zeitung: Lenin soll weg.

NPD-Landtagsabgeordneter will "Bronze-Bolschewist" eliminieren

Wie die t.a.z. berichtet fordern Jens Nagel und die Stiftung Sächsische Gedenkstätten, den „Begründer des ersten totalitären Regimes des 20.Jahrhunderts“ endlich zu entfernen. Jürgen Gansel, NPD-Stadtrat, Landtagsabgeordneter schlägt in die selbe Kerbe. Gansel, so etwas wie der Vordenker der sächsischen Landes-NPD, kräht, der „Massenmörder Lenin“ und „Bronze-Bolschewist“ solle, wenn er schon nicht einzuschmelzen sei, mit einer „wetterfesten, bronzefarbenen Plastikverhüllung“ aus dem öffentlichen Blickfeld genommen werden.

Aber wohin mit dem alten Stück Blech? Einfach einschmelzen und entsorgen lässt sich Lenin nicht. Genauer gesagt, die russische Botschaft hätte etwas dagegen, sagt die Stadt gegenüber der t.a.z. Die Botschaft selbst hält sich in der Frage bedeckt.

Für einen Euro zum Kauf angeboten

Im Riesaer Rathaus plant man indes etwas ganz anderes. Zwischenzeitlich sollte der Koloss für einen Symbolpreis von einem Euro verschleudert werden. Es hätten sich immerhin 20 Interessenten für das seltene Objekt gefunden. Inzwischen bevorzugt die Rathausspitze jedoch einen anderen Weg. Der bronzene Revolutionsführer soll an Ort und Stelle belassen werden, zumal die meisten Anwohner bisher eigentlich ganz gut mit Lenin ausgekommen sind. Seine geschichtliche Rolle und die Schandflecken seiner Historie sollen aber auf einer Tafel erläutert werden. Ein Schülerprojekt könnte den Text dazu erstellen. AZ

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