Newsticker
Ab November keine Entschädigung mehr für Ungeimpfte bei Quarantäne
  1. Startseite
  2. Panorama
  3. Leverkusen: Mindestens fünf Tote nach Explosion im Chempark Leverkusen

Leverkusen
29.07.2021

Mindestens fünf Tote nach Explosion im Chempark Leverkusen

Dicke Rauchwolken sind über Leverkusen zu sehen.
Foto: Mirko Wolf, dpa

Zu einer Explosion ist es am Dienstagvormittag im Chempark in Leverkusen gekommen. Dabei wurden mehrere Menschen schwer verletzt, zwei werden noch vermisst.

Nach der Explosion in einer Müllverbrennungsanlage im Chempark Leverkusen wird weiter nach Vermissten gesucht. Bei dem Unglück waren nach Angaben des Betreibers vom Donnerstagnachmittag mindestens fünf Menschen gestorben, Zwei Beschäftigte wurden vermisst. "Leider schwindet die Hoffnung, sie lebend zu finden, zusehends", hatte Chempark-Leiter Lars Friedrich gesagt. Die Zahl der Verletzen gab der Betreiber zunächst mit 31 an. Davon schwebe eine Person in Lebensgefahr.

Die gewaltige Explosion, die Zeugen zufolge im Umkreis von gut zehn Kilometern zu hören war, ereignete sich nach Angaben des Betreibers im Tanklager des Entsorgungszentrums Bürrig. Die Ursache war zunächst unklar. Eine gewaltige Rauchwolke stieg auf. Die Erschütterung war derart heftig, dass sogar mehrere Stationen des Geologischen Dienstes Nordrhein-Westfalen sie maßen. Unter anderem wurde sie an einer Station in rund 40 Kilometer Entfernung registriert.

Unglück im Chempark Leverkusen: Zweiter Tank drohte zu explodieren

Nach der Explosion brannte das Tanklager mit Lösungsmitteln stundenlang, ehe das Feuer am Mittag unter Kontrolle und weitgehend gelöscht war. "Die Löscharbeiten mussten warten, bis eine Stromleitung vom Netz getrennt war", erklärte die Stadt. Sogar die Feuerwehr im rund 60 Kilometer entfernten Dortmund warnte vor möglichen Geruchsbelästigungen.

Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Innenministers Herbert Reul (CDU) bestand bei einem zweiten Tank Explosionsgefahr. Der Tank habe 100.000 Liter hochentzündliche, giftige Abfallstoffe enthalten, sagte Reul. Die Feuerwehr habe die Gefahr aber bannen können. Nach Reuls Angaben waren allein 300 Feuerwehrleute im Einsatz. 

Anwohner sollen kein Obst und Gemüse aus den Garten konsumieren

Anwohner waren aufgefordert worden, geschlossene Räume aufzusuchen sowie Fenster und Türen geschlossen zu halten. Erst am Nachmittag hob Leverkusen die Warnung für die meisten Stadtteile wieder auf - nur im besonders betroffenen Stadtteil Bürrig galt sie weiterhin. Wegen des möglichen Schadstoffausstoßes wurden Anwohner zudem vor dem Verzehr von Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten gewarnt.

"Es gibt Meldungen zu Rußablagerungen", sagte Landesgesundheitsministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) dem Kölner Stadt-Anzeiger. Eine genauere Einschätzung sei erst Ende der Woche möglich.

Polizei untersucht Unglücksort in Leverkusen

Die Polizei begann am Donnerstag mit Untersuchungen am Unglücksort beginnen. Geplant war eine erste Begehung zusammen mit einem Sachverständigen und Verantwortlichen des betroffenen Leverkusener Chemparks, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Aktuell stehe noch die Suche nach vermissten Mitarbeitern im Vordergrund. Zuvor hatte der WDR darüber berichtet.

Der Chempark ist nach Unternehmensangaben einer der größten Chemieparks Europas. An den drei Standorten Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen sind über 70 Firmen angesiedelt. (dpa)

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.