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Maischberger
12.02.2014

Schwulendebatte ohne Ergebnis

Homosexuelle sind mit dem Titel und der Besetzung des ARD-Talks "Menschen bei Maischberger" nicht zufrieden.
Foto: WDR/Max Kohr

Die Sendung "Menschen bei Maischberger" sorgte schon vor der Ausstrahlung für ordentlich Zoff. Am Schluss blieb nur die Erkenntnis, dass auch Homophobie nicht heilbar ist.

Die Aufregung war groß, schon bevor die Sendung "Menschen bei Maischberger" über den Bildschirm flimmerte. Der Titel der Talk-Runde: "Homosexualität auf dem Lehrplan: Droht die moralische Umerziehung?" Den empfand das Schwulen- und Lesbenmagazin Queer als extrem unglücklich gewählt. Und auch auf der Gästeliste befänden sich zwei "notorische Homohasser", wie Queer schrieb.

Birgit Kelle und Hartmut Steeb: "Homohasser"?

Gemeint waren  die Journalistin Birgit Kelle und Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb. Und die taten in der Sendung genau das, was alle von ihnen erwartet haben: Sie sprachen sich gegen Homosexualität aus. Kelle: "Wir müssen es verteidigen, dass wir sagen dürfen, dass die Ehe von Mann und Frau etwas ist, das wir erstrebenswerter finden. Das ist völlig legitim."

Olivia Jones : Homosexuelle werden immer noch als Bedrohung angesehen

Olivia Jones konterte: "Es wundert mich immer wieder, dass Homosexuelle als Bedrohung angesehen werden. Es geht um eine ganz normale Veranlagung, die es auch überall gibt."

Nicht in seiner Familie! Hartmut Steeb erklärte erst vor kurzem in einem Interview, dass er sehr froh sei, dass keines seiner zehn Kinder schwul oder lesbisch sei. Klar, dass der homosexuelle Politiker Jens Spahn (CDU) direkt anführt: "Homosexuelle Kinder, die das hören, müssen denken: Ich bin schlecht". Interessiert Steeb nicht, Hauptsache sie bleiben brav hetero. Denn Homosexualität sei schlicht und einfach keine "erstrebenswerte Lebensform".

Schwulsein uns seine Nebenwirkungen

Seine Argumente sind klar: Schwulsein hat einfach zu viele Nebenwirkungen. Ein höheres HIV-Risiko und höheres Drogen- und Suizidrisiko. Bei so viel Verallgemeinerung können manche Gäste nur die Augen verdrehen. Spahn wirft ein, dass die höhere Selbstmordrate bei Schwulen ja vielleicht an der großen Ausgrenzung liege, oder daran, dass Väter ihre Schwulen Kinder nicht akzeptieren können.

Homosexualität auf dem Lehrplan: Droht die moralische Umerziehung?

Für Steeb und Kelle alles keine Argumente. Dass Homosexualität nun auch im Unterricht thematisiert werden könnte, für Kelle ein Unding. Über das Thema werde sowieso schon viel zu viel gesprochen. Sieht auch Steeb so, deshalb habe er auch die Petition, die das Thema Homosexualität an Schulen verbieten will, unterzeichnet. Seine Begründung: "Es geht um die Stichworte Ehe, Familie, Behinderte. Das alles fehlt im Bildungsplan." Alles Quatsch, fährt ihm Spahn an den Karren: "Ginge es ihnen nur darum, wäre ja alles in Ordnung. Sie unterstellen aber, dass jemand in der Schule schwul gemacht wird. Und das ist Humbug! Es geht doch um Toleranz und Offenheit."

Niemand werde in der Schule schwul gemacht, verspricht er. Aber ob er das auch halten kann? Kelle und Steeb schienen nicht überzeugt. Daher blieb am Ende nur die Erkenntnis, dass Homophobie wohl genauso wenig heilbar ist, wie Homosexualität. (AZ)

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