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Oppenau im Schwarzwald

17.07.2020

Mann entwaffnet Polizisten und flieht: Ist er doch rechsextrem?

Ein Großaufgebot der Polizei sucht den bewaffneten Mann.
Bild: Philipp von Ditfurth, dpa

Ein bewaffneter 31-Jähriger nimmt Polizisten bei einer Kontrolle die Dienstwaffen ab und flüchtet in den Wald. Hunderte Polizisten suchen nach dem Mann.

Die Polizei in Baden-Württemberg sucht weiter mit einem Großaufgebot nach einem bewaffneten 31-Jährigen. Auch nach fünftägiger Suche fehle von dem Mann jede Spur, sagte ein Polizeisprecher am Freitagmorgen. Der Mann hatte vier Polizisten in Oppenau im Schwarzwald bedroht und ihnen ihre Dienstwaffen abgenommen. Der 31-Jährige ohne festen Wohnsitz war nach der Tat am Sonntagmorgen in den Wald geflüchtet. Die Polizei rätselt über das Motiv.

Oppenau: Dorf-Bewohner beschreiben Flüchtigen als Einzelgänger

Hunderte Polizisten durchkämmen bereits seit Tagen die Wälder rund um Oppenau. Sie suchen fieberhaft nach dem Deutschen, der mit den Dienstpistolen der Beamten im Wald verschwunden war.  Bei der Suche setzt die Polizei auch auf die Hilfe von Überlebensexperten, Polizeipsychologen und ortskundigen Förstern. Mehr als 270 Hinweise zu möglichen Aufenthaltsorten waren eingegangen. Die Suche in Höhlen, alten Bunkern und verlassene Gebäuden blieb bislang ohne Erfolg.

Von Ruhe war seitdem in dem Schwarzwaldstädtchen mit knapp 4800 Einwohnern keine Rede mehr - ein Sportplatz am Ortsrand war Hubschrauberlandeplatz und Basis für den Polizeieinsatz. Die Deutsche Flugsicherung sperrte den Luftraum über der Gemeinde. Das Polizeipräsidium Offenburg wurde von Kräften aus anderen Teilen Baden-Württembergs unterstützt. Auch eine Spezialeinheit, eine Hundestaffel und Hubschrauber beteiligten sich an der Suche. Die Polizei forderte die Menschen in Oppenau auf, wenn möglich zu Hause zu bleiben.

Bei der Suche nach dem Verdächtigem kommen auch Hubschrauber zum Einsatz.
Bild: Philipp von Ditfurth, dpa

Der Gesuchte ist im Dorf bekannt, wie mehrere Bewohner berichten. Sie beschreiben ihn als Einzelgänger. Laut Polizei war der Mann schon mehrfach mit der Polizei in Konflikt geraten, unter anderem wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz. Am Donnerstag war bekannt geworden, dass er als Jugendlicher unter anderem wegen Volksverhetzung verurteilt wurde. Er hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft im Alter von 15 Jahren das Schild eines Jugendwerks so verändert, dass die Aufschrift die Worte "Juden weg" enthielt. Zudem sei eine rechtsradikale Gesinnung zum Ausdruck gekommen, unter anderem durch Verwendung von Hakenkreuzen und SS-Symbolen sowie judenfeindlicher Äußerungen.

Die Jugendstrafe von acht Monaten mit Bewährung wurde nach einer Phase ohne weitere Vorkommnisse erlassen. Später habe es keine weiteren Ermittlungen wegen politisch motivierter Straftaten mehr gegeben. Polizei und Staatsanwaltschaft hatten angegeben, dass sie von keinem rechtsextremen Hintergrund ausgehen. Derzeit gebe es keine Hinweise auf eine "politische Verstrickung" oder Helfer des Mannes, teilte die Polizei mit. Sie veröffentlichte ein Foto des Gesuchten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung.

Bewaffneter Mann auf der Flucht: Schulen und Kitas in Oppenau bleiben geschlossen

Die Polizisten hatten den Mann am Sonntagmorgen in einer Hütte am Waldrand kontrolliert. "Er war zu Beginn sehr kooperativ, was bedeutet, dass es für die Kollegen völlig unvorhersehbar war, dass er plötzlich eine Waffe zieht und alle vier in einen Lauf schauen mit gespanntem Bügel", sagte Polizeisprecher Hilger. Die Beamten mussten den Angaben zufolge ihre Pistolen auf den Boden legen. Anschließend flüchtete der 31-Jährige mit den Dienstwaffen in den Wald.

Den Ermittlungen zufolge ist er mit Pfeil und Bogen, einem Messer und einer Pistole bewaffnet. Er soll sich bereits seit Wochen Unterschlupf im Wald gesucht haben. Die Polizei geht davon aus, dass er sich in den Wäldern rund um die Stadt sehr gut auskennt. Bürgermeister Uwe Gaiser sagte: "Der schwer bewaffnete Mann hat in den hiesigen Wäldern genügend Möglichkeiten, sich zu verschanzen." 

Die Suche nach dem 31-Jährigen beschäftigt die Gemeinde im Schwarzwald. Es sei die richtige Entscheidung gewesen, Schulen und Kindertagesstätten in Oppenau zu schließen, sagte eine 77 Jahre alte Frau vor einem Supermarkt. "Man weiß ja nicht, ob er vielleicht durchdreht." Sie hoffe, dass die Polizei den Gesuchten in dem dichten Waldgebiet rund um Oppenau bald finde. (dpa/AZ)

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13.07.2020

mmh, das erinnert mich total an einen alten Film bzw Action Streifen
Rambo - Teil I
man kann nur hoffen das es nicht so endet wie in diesem Film

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