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19.06.2009

Mann gab sich als tote Mutter aus

Ein Mann hat sich sieben Jahre lang als seine tote Mutter ausgegeben. Mit simplen Tricks.

New York (dpa) - Er trug eine Perücke und Make-up und manchmal sogar Nagellack: Sieben Jahre lang hat sich ein Amerikaner in New York als seine eigene Mutter ausgegeben, die in Wahrheit längst tot war.

Auf diese Weise kassierte er mit Hilfe eines Komplizen kräftig ab, mehr als 100.000 Dollar sollen es gewesen sein. Am Mittwoch (Ortszeit) standen Thomas Parkin (49) und sein mutmaßlicher Helfer Mhilton Rimolo (47) erstmals in Brooklyn vor einem Richter. Beide bekannten sich nicht schuldig.

Die Geschichte ist abenteuerlich und erinnert an den Film "Psycho", in dem ein mörderischer Sohn (Norman Bates) die Identität seiner toten Mutter annimmt. Auch Parkins Mutter, Irene Prusik, war gestorben, nach Angaben des Senders CNN im Alter von 77 im Jahr 2003. Gleich danach, so die Anklageschrift, begann das Betrugskomplott. Demnach fälschte Parkin den Totenschein, begann sich als seine eigene Mutter auszugeben und sammelte jeden Dollar ein, an den er herankommen konnte, darunter Rente und Wohngeld.

Mann gab sich als tote Mutter aus

Wenn er zur Bank oder zu einer Behörde musste, verwandelte er sich in eine alte Dame. Einmal zum Beispiel, als die Erneuerung von Irene Prusiks Führerschein - in den USA zugleich eine Art Personalausweis - anstand, fing ihn eine Überwachungskamera in der zuständigen Behörde mit blonder Perücke und Sonnenbrille ein, begleitet von einem hingebungsvollen "Neffen", Rimolo.

Misstrauisch wurden die Behörden erstmals im Jahr 2008, als Parkin gar zu gierig wurde. Da reichte er laut Staatsanwaltschaft unter dem Namen seiner Mutter Betrugsklage gegen einen Mann ein, der das Haus der Verstorbenen im Zuge einer Zwangsversteigerung erworben hatte. Der Besitzer schaltete die Polizei ein, die zu bohren begann. Zweimal sprach sie bei ihren Ermittlungen mit Parkin persönlich. Zuerst trat er dabei als er selbst, als der Sohn, auf, und machte geltend, dass seine Mutter zu krank zum Reden sei. Das zweite Mal - im vergangenen Mai - verkörperte er dann Irene Prusik, im Kleid und mit einer Sauerstoffmaske.

Am Dienstag wurde Parkin festgenommen. Im Fall eines Schuldspruchs drohen ihm 25 Jahre Haft.

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