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Medien
02.11.2020

Johnny Depp verliert vor Gericht gegen das Boulevardblatt Sun

Johnny Depp am letzten Tag der Anhörungen (28. Juli) in London.
Foto: Brett Cove, dpa

Johnny Depp muss eine gerichtliche Niederlage gegen die britische Sun einstecken. Der Streit mit seiner Ex-Frau dürfte jedoch anderswo weitergehen.

Johnny Depp hatte in dieser Schlammschlacht bereits verloren, da stand das Urteil im Prozess gegen den Verlag der britischen Boulevardzeitung The Sun noch aus. Am Montag folgte auch die Niederlage vor Gericht. „Johnny Depp WAR ein Frauenschläger, der seine Ex-Frau Amber Heard angegriffen hat“, triumphierte die Sun auf ihrer Webseite nach dem Urteilsspruch. Es handele sich um einen „fantastischen Sieg für die Pressefreiheit“.

Der US-Schauspieler dagegen dürfte nicht nur einen hohen finanziellen Schaden erleiden und Millionen für Anwälte und Entschädigungen zahlen müssen. Vor allem sein Ruf sei völlig zerstört, sind sich die Beobachter auf der Insel einig.

Johnny Depp wollte sein Image aufpolieren, das ging schief

Alkoholexzesse, Drogenmissbrauch, zertrümmerte Hotelzimmer, eine abgetrennte Fingerkuppe, Fäkalien im Bett, Gewaltvorwürfe, Verletzungen – die Fotos, Nachrichten und Videos, die vor Gericht präsentiert wurden, wie auch die Berichte des ehemaligen Hollywood-Traumpaars gaben einen unappetitlichen Einblick in die Abgründe der 15-monatigen Ehe-Hölle.

Schauspielerin Amber Heard (l) vor dem High Court in London.
Foto: Alberto Pezzali, dpa

Dabei wollte Depp mit dem Prozess eigentlich sein Image aufpolieren. Nun bezweifeln Insider, dass künftig noch allzu viele Werbemarken wie auch Filmbosse mit dem gefallenen „Fluch der Karibik“-Star zusammenarbeiten wollen. Der 57-Jährige hatte eine Verleumdungsklage gegen die Sun eingereicht, nachdem die ihn in einem 2018 veröffentlichten Artikel als drogenkranken „wife beater“, „Frauenschläger“, bezeichnet und sich dabei auf Aussagen von Heard berufen hatte, Depp habe die Schauspielerin körperlich misshandelt.

Die Angaben in dem Bericht seien „im Wesentlichen wahr“, entschied nun der zuständige Richter des High Courts und wies die Klage ab. Eine Anwältin aus Depps Team bezeichnete das Urteil als „verblüffend“ und „verkehrt“. Es sei so fehlerhaft, dass es „lächerlich“ wäre, würde Depp nicht in Berufung gehen.

Es ist nicht die einzige gerichtliches Auseinandersetzung zwischen Johnny Depp und Amber Heard

Depp, dessen Drogen- und Alkoholsucht sichtbar Spuren hinterlassen hat, bestritt stets die Vorwürfe seiner Ex-Frau, etwa dass er sie geschlagen habe. Während des knapp drei Wochen dauernden Prozesses im Sommer vor dem Londoner High Court wurden so viele widerwärtige Details bekannt, dass man die Sinnhaftigkeit des Vorgehens von Depp mehr als in Zweifel ziehen konnte.

Die Anwältin der Schauspielerin teilte mit, man würde schon bald „noch umfangreichere Beweise vorlegen“. In den USA hat Depp wegen der Vorwürfe eine Verleumdungsklage gegen seine Ex eingereicht, nachdem diese in der Washington Post von ihren Gewalterfahrungen erzählt hatte, ohne jedoch Depp beim Namen zu nennen.

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