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Medien
05.07.2021

Macht Captain Kirk jetzt Propaganda für Putin?

Für immer Captain Kirk: William Shatner.
Foto: Frank Rumpenhorst, dpa (Archivfoto)

Als "Star Trek"-Captain Kirk kämpfte William Shatner gegen Gorns und andere Außerirdische. Nun wehrt er sich gegen Vorwürfe, er lasse sich für Staatspropaganda einspannen.

1967 zum Beispiel nahm es James T. Kirk mit einem Gorn auf, einem außerirdischen menschenähnlichen Reptilienwesen. Andere Aliens, mit denen er es zu tun bekam, waren cleverer, der „Raumschiff Enterprise“-Captain aber immer noch cleverer. Als solcher stieß der kanadische Schauspieler William Shatner in die unendlichen Weiten des Weltraums vor und mehrte dabei nicht nur seinen eigenen Ruhm, sondern auch den der USA. Die prägten mit der Serie die Popkultur und präsentierten sich als friedliche, überlegene Macht – im All sowie auf Erden.

Was auf russischer Seite offenkundig für anhaltende Verärgerung sorgte. Das wäre zumindest eine Erklärung für den Satz, Captain Kirk sei „auf die Seite des Guten gewechselt“. Meinte kürzlich Margarita Simonjan, Chefredakteurin des russischen Staatssenders RT, in dessen US-Programm Shatner ab dem 12. Juli zu sehen sein wird.

"I Don't Understand" heißt William Shatners neue Show

Seine Show über die unendlichen Weiten des Weltraums heißt „I Don’t Understand“, ich verstehe das nicht – und der Vorwurf an den 90-Jährigen ist denn auch: Verstehe er nicht, dass er für Staatspropaganda missbraucht werde? Shatner auf RT – das sei ja unter-, nicht außerirdisch!

RT, einst Russia Today, verbreitet Desinformation und versucht sich an Destabilisierung, unter anderem das Bundesinnenministerium warnte davor. Für sein deutschsprachiges Angebot mit Sitz in Berlin sucht RT gerade Dutzende neue Mitarbeiter. Simonjan, eines der Sprachrohre von Kremlchef Putin, ist hierzulande für ihre zynischen Äußerungen über Kremlkritiker, Oppositionelle oder unabhängige Journalisten bekannt geworden.

Einem vermeintlichen Fan rät Shatner: "Werde erwachsen!"

Dafür gibt sich Shatner her? Der Shatner, der sich in seinem Twitter-Profil als „nicht politisch“ bezeichnet? Nein, das will er nicht auf sich sitzen lassen und kämpft dagegen seit Tagen an wie Kirk gegen den Gorn (Nackenschlag, Gesteinsbrocken-Wurf). Shatner fühlt sich dabei an das Spiel erinnert, bei dem Figuren aus immer anderen Löchern aufploppen – und auf die dann mit dem Hammer eingeschlagen wird. Man muss sagen: Man sollte seinen Twitter-Krieg verfilmen, als „Twitter Wars“. Wäre wahrscheinlich unterhaltsamer als seine „Ich-verstehe das nicht“-Show.

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Zwischen seinen Attacken erklärt er, dass er Simonjan nicht kenne und sich über sie ärgere. RT habe die Show bloß gekauft. Er selbst habe einen Vertrag mit einer Produktionsfirma und könne der nicht vorschreiben, an wen sie die Distributionsrechte gebe. Einem – vermeintlichen – enttäuschten Fan antwortet er: „Werde erwachsen!“ Für den besiegten Gorn brachte Kirk übrigens Verständnis auf und rief in die unendlichen Weiten: „Ich werde ihn nicht töten, hört ihr! Ihr müsst euch eure Unterhaltung schon woanders her holen.“ Der Gorn verschwand danach auf mysteriöse Weise.

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