Weiter mit Tracking durch Dritte

Besuchen Sie unsere Website mit personalisierter Werbung und Werbetracking durch Dritte. Details und Informationen zu Cookies, Verarbeitungszwecken sowie Ihrer jederzeitigen Widerrufsmöglichkeit finden Sie in der Datenschutzerklärung und in den Privatsphäre-Einstellungen.

Weiter mit dem PUR-Abo

Nutzen Sie unser Angebot ohne Werbetracking durch Dritte für 4,99 Euro/Monat. Kunden mit einem bestehenden Abo (Tageszeitung, e-Paper oder PLUS) zahlen nur 0,99 Euro/Monat. Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des PUR-Abos finden Sie in der Datenschutzerklärung.

Zum Angebot Bereits PUR-Abonnent? Hier anmelden

Tracking durch Dritte: Zur Finanzierung unseres journalistischen Angebots spielen wir Ihnen Werbung aus, die von Drittanbietern kommt. Zu diesem Zweck setzen diese Dienste Tracking-Technologien ein. Hierbei werden auf Ihrem Gerät Cookies gespeichert und ausgelesen oder Informationen wie die Gerätekennung abgerufen, um Anzeigen und Inhalte über verschiedene Websites hinweg basierend auf einem Profil und der Nutzungshistorie personalisiert auszuspielen.

Verarbeitungszwecke:
Informationen auf einem Gerät speichern und/oder abrufen

Für die Ihnen angezeigten Verarbeitungszwecke können Cookies, Gerätekennungen oder andere Informationen auf Ihrem Gerät gespeichert oder abgerufen werden.

Personalisierte Anzeigen und Inhalte, Anzeigen und Inhaltsmessungen, Erkenntnisse über Zielgruppen und Produktentwicklungen

Anzeigen und Inhalte können basierend auf einem Profil personalisiert werden. Es können mehr Daten hinzugefügt werden, um Anzeigen und Inhalte besser zu personalisieren. Die Performance von Anzeigen und Inhalten kann gemessen werden. Erkenntnisse über Zielgruppen, die die Anzeigen und Inhalte betrachtet haben, können abgeleitet werden. Daten können verwendet werden, um Benutzerfreundlichkeit, Systeme und Software aufzubauen oder zu verbessern.

▌▉▍▉▉▍▉▌▌▉▍▉▌ ▉▌▌▉▍▉▌▌▉▍▉▍▉▍ ;▌▉▍▉▉▍▉▌▌▉▍▉▌
Newsticker
Mehr als 200.000 ukrainische Kinder und Jugendliche an deutschen Schulen angemeldet
  1. Startseite
  2. Panorama
  3. Medizin: Auf Kosten der Patienten

Medizin
21.08.2011

Auf Kosten der Patienten

Nach Ansicht einiger Chirurgen gibt es zu viele Operationen. Das wollen sie ändern

Heidelberg Eine Gruppe renommierter Chirurgen hat ein sogenanntes Zweitmeinungsportal im Internet gestartet. „Deutschland ist nicht nur in der Autoindustrie führend, sondern auch im Operieren“, sagt der Gründer von „Vorsicht Operation“, der Heidelberger Knie-Spezialist Hans Pässler (71). „Es werden zig Operationen gemacht, die nicht dem Patienten nutzen, sondern nur dem Arzt.“ Krankenkassen reagieren aufgeschlossen auf die Idee. Berufsverbände üben scharfe Kritik: Das Web könne nicht den persönlichen Arztkontakt ersetzen.

In Deutschland wird Pässler zufolge bezogen auf die Einwohnerzahl doppelt so viel operiert wie etwa in Schweden. Dort beziehen Ärzte ein festes Gehalt. Weshalb vor allem im ambulanten Bereich die Operationszahlen nach oben schnellen, erklärt er so: Der niedergelassene Operateur verbinde sich mit einem Operationszentrum, wo er den OP-Saal miete. „Er muss schon deshalb so viel operieren, um die Kosten für die Miete reinzubekommen.“ Bei Patienten, die bei ihm bisher eine Zweitmeinung einholten, seien gut die Hälfte der Eingriffe unnötig gewesen. Interessierte sollen an das Portal Röntgenbilder und Laborbefunde schicken – außerdem einen ausgefüllten Fragebogen. Nach Angaben Pässlers wollen 16 Spezialisten auf Gebieten wie Hüfte, Wirbelsäule oder Schulter an der Aktion teilnehmen. Darunter seien vor allem in den Ruhestand getretene Chefärzte. Kosten pro Gutachten: 200 bis 600 Euro.

„Hochgradig unseriös“ findet der Berufsverband Niedergelassener Chirurgen ein Zweitgutachten ohne persönliche Untersuchung. Der Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) sieht das ähnlich. „Manchmal gibt es fürchterliche Bilder – und der Patient spielt noch Golf“, sagt BVOU-Vizepräsident Andreas Gassen. Gassen unterstellt auch, dass es hier um Profit geht: Er könne als Orthopäde bei Privatpatienten nur 21 Euro für eine Untersuchung mit Beratung abrechnen – bei gesetzlich Versicherten weniger.

Die Deutsche Betriebskrankenkasse prüft derzeit intern eine Zusammenarbeit mit dem Zweitmeinungsportal. Die private Debeka wolle „voraussichtlich in einer Testphase“ die Kosten übernehmen, sagt ein Sprecher. Die Techniker Krankenkasse verweist dagegen auf eigene Angebote zum Thema Zweitmeinung. So biete sie Mitgliedern an, in einem Rückenzentrum ein zweites Gutachten einzuholen. „Erste Schätzungen zeigen, dass 85 Prozent der Operationen überflüssig sind“, sagt eine Sprecherin. Die Ausgaben für „Operationen und Prozeduren“ lagen laut Statistischem Bundesamt 2009 bei 45 Milliarden Euro.

Über mangelnde Resonanz kann sich Pässler trotz der Kritik jedenfalls nicht beklagen: Binnen einer Woche meldeten sich bei dem Portal 150 Patienten. Inga Radel, dpa

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.