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Mesale Tolu
26.04.2018

Prozess in der Türkei: Darf Mesale Tolu mit ihrem Sohn heimkehren?

Mesale Tolu und ihre Anwältin geben sich zuversichtlich. Heute geht der Prozess gegen die deutsche Journalistin weiter.
Foto: Lefteris Pitarakis, dpa (Archiv)

Mesale Tolu und ihr Sohn sitzen in der Türkei fest. Heute wird der Prozess gegen die deutsche Journalistin fortgesetzt. Darf sie bald das Land verlassen?

Der Prozess gegen die deutsche Journalistin und Übersetzerin Mesale Tolu geht weiter. Sie selbst hofft, dass ihre Ausreise genehmigt wird. Vor sieben Monaten war sie aus türkischer Untersuchungshaft entlassen worden.

Mesale Tolu wird in der Türkei Terrorpropaganda vorgeworfen

Die Staatsanwaltschaft wirft Tolu, ihrem mitangeklagten Ehemann Suat Corlu und 25 weiteren Beschuldigten Terrorpropaganda und Mitgliedschaft in einer Terrororganisation vor. Die Angeklagten weisen das zurück. Im Dezember war Tolu nach massivem Druck der Bundesregierung aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Das Gericht verhängte aber eine Ausreisesperre; Tolu muss sich jede Woche bei der Polizei melden. Auch ihr Ehemann darf nicht ausreisen. 

Sollte die Ausreisesperre aufgehoben werden, will Tolu zurückkehren, vor allem um ihres Kindes willen. „Ich will, dass mein Sohn in Deutschland aufwächst, eine deutsche Erziehung bekommt, die deutsche Sprache lernt und ein soziales Umfeld in Deutschland hat – so wie ich auch“, sagt sie. Der Kindergartenplatz in der Heimat bleibt deshalb für Serkan reserviert.

Reporter ohne Grenzen (ROG) forderte die türkische Justiz auf, "das Ausreiseverbot gegen Tolu aufzuheben und die konstruierten Vorwürfe gegen die Journalistin endlich fallenzulassen". ROG-Geschäftsführer Christian Mihr sagte: "Solange Tolu das Land nicht verlassen darf, bleibt sie eine politische Geisel der türkischen Regierung."

Mesale Tolu: Urteil wird nicht erwartet

Ein Urteil des Gerichts in Istanbul in dem Verfahren wegen Terrorvorwürfen wird noch nicht erwartet. Am Mittwochabend hatte ein türkisches Gericht mehrjährige Haftstrafen gegen führende Mitarbeiter der regierungskritischen Zeitung Cumhuriyet verhängt. Das Gericht in Silivri bei Istanbul verurteilte den Chefredakteur Murat Sabuncu und den Investigativjournalisten Ahmet Sik am Mittwochabend zu je siebeneinhalb Jahren. Der Herausgeber Akin Atalay erhielt acht Jahre, einen Monat und 15 Tage Gefängnis. Trotzdem verfügte das Gericht die Entlassung Atalays aus der Untersuchungshaft. Er war der letzte "Cumhuriyet"-Mitarbeiter, der noch inhaftiert war. (AZ)

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