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Mexiko
26.09.2016

Drogenboss "El Chapo" Guzmán wird wohl bald in die USA ausgeliefert

Immer noch hinter Schloss und Riegel: Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán.
Foto: Jose Mendez/Archiv (dpa)

Eine Entscheidung über die Auslieferung von Drogenboss "El Chapo" Guzmán in die USA steht offenbar kurz bevor. Guzmáns Anwalt will notfalls vor das Oberste Gericht ziehen.

Eine Entscheidung über die Auslieferung des mexikanischen Drogenbosses Joaquín Guzmán alias "El Chapo" in die USA steht offenbar kurz bevor. Sein Mandant blicke der Anhörung des zuständigen Gerichts am Montag in Mexiko-Stadt "gelassen" entgegen, sagte Guzmáns Anwalt José Refugio Rodríguez der Nachrichtenagentur AFP. Sollte der Richter noch am Montag eine Entscheidung fällen, würden die Verteidiger allerdings erst am Dienstag davon unterrichtet.

Das mexikanische Außenministerium hatte einer Auslieferung des Drogenbosses ins Nachbarland im Mai zugestimmt, Guzmán legte dagegen Widerspruch ein. Die Behörden in den US-Bundesstaaten Texas und Kalifornien werfen "El Chapo" Mord und Drogenhandel vor.

Guzmán entkam aus Hochsicherheitsgefängnis

Sollte der Richter der Auslieferung zustimmen, will Guzmáns Anwalt in Berufung gehen. Bis zu einer Entscheidung in der nächsten Instanz könnten laut Rodríguez nochmals mehrere Wochen vergehen. Er werde notfalls bis zum Obersten Gericht ziehen, kündigte der Verteidiger an.

Guzmán war nach einem Gefängnisausbruch und 13 Jahren auf der Flucht im Februar 2014 gefasst worden. Er wurde ins Hochsicherheitsgefängnis Altiplano nahe Mexiko-Stadt gesperrt - und entkam im Juli 2015 in einer filmreifen Aktion durch einen Tunnel. Im Januar wurde er in seinem Heimat-Bundesstaat Sinaloa erneut festgenommen und inhaftiert.

"El Chapo" sitzt in Mexiko im Gefängnis

Derzeit sitzt "El Chapo" in einem Gefängnis in Ciudad Juárez an der Grenze zu den USA. Sein Anwalt kritisierte erneut die Haftbedingungen. "Es geht ihm sehr schlecht", sagte Rodríguez. "Er ist isoliert. Er hat viele Haare verloren und nimmt viele Medikamente. Er lebt in permanentem physischen Stress."

Mexiko hatte sich lange gegen die Auslieferung des Drogenbosses an die USA gewehrt, Staatspräsident Enrique Peña Nieto hatte stets erklärt, dass "El Chapo" von einem mexikanischen Gericht verurteilt werden solle. Die erneute Flucht des Drogenbosses im vergangenen Jahr, für die dieser auch Helfer in den Reihen der Sicherheitskräfte gehabt haben muss, führte aber offensichtlich zum Sinneswandel. AFP

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