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Hawala-Banksystem

19.11.2019

Millionen Euro illegal ins Ausland geschafft? Großrazzia in Deutschland

Bei der Großrazzia wurden unter anderem die Geschäftsräume eines Juweliers in Duisburg durchsucht.
Bild: Christoph Reichwein, dpa

62 Wohnungen und Firmen durchsuchten Ermittler bei einer Razzia in mehreren deutschen Städte. Es geht um Bargeld, das illegal ins Ausland geschafft worden sein soll.

Polizei, Steuerfahndung und Justiz sind am Dienstagmorgen in fünf Bundesländern mit einer Großrazzia gegen illegale Millionentransfers ins Ausland vorgegangen. 27 Beschuldigte im Alter zwischen 23 und 61 Jahren sollen im großen Stil Bargeld aus Deutschland ins Ausland transferiert haben, gegen sechs Beschuldigte lägen Haftbefehle vor, die teils mit Spezialeinsatzkräften vollstreckt worden seien, teilten das Landeskriminalamt (LKA) Nordrhein-Westfalen und die Staatsanwaltschaft Düsseldorf mit.

"Task Force NRW" durchsucht 62 Gebäude bei Großrazzia

Die Durchsuchungsaktion mit mehr als 850 Beamten richte sich gegen "illegale Finanzstrukturen und die Sicherung illegal erlangter Vermögenswerte". 62 Durchsuchungsbeschlüsse für Wohnungen und Firmen in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Hamburg, Berlin und Baden-Württemberg sowie in den Niederlanden seien vollstreckt worden. Die Aktion wurde von einer neu eingerichteten "Task Force NRW" geleitet. Zuerst hatten die "Süddeutsche Zeitung", der WDR und der NDR berichtet.

Die Verdächtigen sollen für ihre Transaktionen das sogenannte Hawala-Banksystem verwendet haben. Dabei wird Bargeld an einer Annahmestelle in Deutschland eingezahlt und in einem anderen Land wieder ausgezahlt. "Auf diesem Wege wurde mutmaßlich illegal erworbenes Vermögen in Höhe von mehreren Millionen Euro am legalen Bankensystem vorbei in andere Staaten transferiert", teilte das LKA mit.

Millionen soll vor allem in die Türkei geflossen sein

Laut dem Medienbericht sollen die illegalen Überweisungen ohne die nötige Banklizenz vor allem in die Türkei geflossen sein. Es gehe um rund 200 Millionen Euro. Der Schwerpunkt der Razzia liege im Großraum Duisburg, wo unter anderem Metallfirmen, Juweliere und Privatwohnungen durchsucht würden. (dpa)

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