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Shopping Queen

11.11.2014

Mode statt Medizin: Guido Maria Kretschmer wäre fast Arzt geworden

Der Designer Guido Maria Kretschmer brach sein Medizinstudium ab, um sich seiner großen Leidenschaft, der Mode, zu widmen. Er ist auch das Gesicht der Vox-Sendung "Shopping Queen".
Bild: Jens Kalaene (dpa)

Designer Guido Maria Kretschmer ist das Gesicht der Vox-Sendung "Shopping Queen". Seine Mode tragen Stars wie Charlize Theron, dabei wollte er eigentlich Arzt werden.

Immer seine ehrliche Meinung sagen und trotzdem charmant sein - Wer denkt, das sei nicht möglich, der hat noch nie Guido Maria Kretschmer zugehört. Der deutsche Modedesigner und Fernsehjuror ist für seine offenherzige Art bei seinen Fans und Zuschauern beliebt. Mit seiner Sendung "Shopping Queen" lockt der 49-Jährige täglich im Schnitt 0,76 Millionen Menschen vor den Fernseher. Das ist ein Marktanteil von 12,6 Prozent beim jungen Publikum. Fünf Tage die Woche können die Zuschauer auf VOX verfolgen, wie jeden Tag eine andere Frau mit 500 Euro auf Shopping-Tour geschickt wird. Dabei kommentiert und bewertet Guido Maria Kretschmer das ausgewählte Outfit der Frauen.

Nähmaschine statt Fußballfieber für Guido Maria Kretschmer

Seine Affinität zur Mode besteht schon seit seiner Kindheit. Während sich 1974 ganz Deutschland über die gewonnen Fußball-Weltmeisterschaft freute, war der damals neunjährige Guido Maria Kretschmer hin und weg von seiner ersten Nähmaschine. Nach seinem Abitur begann er zunächst auf Wunsch seiner Eltern ein Medizinstudium. Doch bald schon entschied er sich für die Mode, brach das Studium ab und zog von seiner Heimatstadt Münster auf die spanische Insel Ibiza. Dort begann alles mit einem spartanischen Stand auf einem Hippiemarkt. Hier entdeckte ihn Udo Lindenberg und bestellte bei ihm Jacken für seine Tour.

Nach dem Studium an der Hochschule für Mode in Barcelona machte sich Kretschmer einen Namen und gewann bereits mit 21 Jahren seine erste Corporate-Fashion-Ausschreibung. Daraufhin gründet er dann sein Modelabel "Guido Maria Kretschmer Corporate Fashion" mit Sitz in Palma de Mallorca und Münster. Mittlerweile ist er ein erfolgreicher Modedesigner. Prominte wie Charlize Theron und Jane Seymour tragen seine Kollektion.

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Inzwischen hat Guido Maria Kretschmer auch ein Buch veröffentlicht. "Anziehungskraft" stand wochenlang auf Platz 1 der SPIEGEL-Bestsellerliste. Sein zweites Buch "Eine Bluse macht noch keinen Sommer: Geschichten aus dem Kleiderschrank" erscheint am 14. November.

Und Guido Maria Kretschmer kann noch mehr: Neben der Mode und dem Schreiben sitzt er seit 2013 auch in der Jury des Supertalents. Hier ist sein Ziel nach eigener Aussage "die Menschen nicht vorzuführen", sondern mehr Nettigkeit in die Jury zu bringen und jedem Kandidat seine Chance zu geben. Und sogar in der Werbung ist der Modedesigner präsent, dort wirbt er für einen Joghurt-Drink.

Guido Maria Kretschmer bei "Shopping Queen": gefeiert und gefürchtet

Was die Fans an ihm lieben, ist seine Bodenständigkeit. Er ist seit 30 Jahren mit Künstler Frank Mutters (58) zusammen, seit 2012 sind sie verheiratet. Kennengelernt haben sich die Beiden in einer Kneipe in Münster. Und dort haben sie sich, nach eigenen Aussagen, sofort ineinander verliebt.

Die Kandidatinnen von "Shopping Queen" mahnt Guido Maria Kretschmer regelmäßig auf dem Boden zu bleiben: "Das sind immerhin 500 Euro für ein Outfit, das ist viel Geld". Auch seine Vorbildfunktion für junge Mädchen und Frauen nimmt er ernst. So zeigte er sich entsetzt und absolut dagegen, als sich eine Kandidatin während der Sendung Botox ins Gesicht spritzen ließ, um beim vorgegebenen Thema "Herbstlook" angeblich frischer auszusehen. "Das geht nicht. Das ist nicht Shopping Queen." Und er entschloss sich der Kandidatin zum ersten Mal in der Geschichte von "Shopping Queen" null Punkte zu geben, zur Strafe.

"Shopping Queen" in Augsburg: Das sind die Kandidatinnen

Genau diese Kommentare, mit denen er die Shopping-Damen begleitet und bewertet, sind es, die ihn so beliebt machen. Seine Sprüche sind herzlich, aber auch immer sehr direkt. Er kommentiert jeden (Fehl-)Griff der Kandidatinnen: "Die sieht auch ein bisschen aus wie ein Walross, das gestrandet ist" oder "Die hat nun auch nicht an der 'Vogue' geleckt" und schaut dabei selbst ganz erschrocken und ungläubig. Doch er kann auch ebenso charmant und liebenswürdig sein, wenn er zum Beispiel eine Shoppingbegleitung als "Das ist ja eine ganz süße Maus, guck mal" bezeichnet und dabei ganz erfreut und glücklich dreinschaut. Und dafür wird er von seinen Kandidatinnen gefeiert und gefürchtet zugleich.

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