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Strauß-Tochter im Interview

29.09.2008

Monika Hohlmeier litt an einer schweren Krankheit

Ex-Kultusministerin Monika Hohlmeier hatte während des Höhepunkts ihrer Karriere mit einer schweren Krankheit zu kämpfen. Die Presse munkelte damals sie hätte Magersucht. Jetzt spricht sie erstmals über diese schwere Zeit. Von Laura Loewel

Augsburg. Ex-Kultusministerin Monika Hohlmeier hatte während des Höhepunktes ihrer Karriere mit einer schweren Krankheit zu kämpfen. Die Presse munkelte damals sie hätte Magersucht. Erstmals spricht sie über diese schwere Zeit und über die Wahrheit. Hohlmeier litt an einer Autoimmunerkrankung.

"Ich hätte sterben können", sagt Monika Hohlmeier in einem Interview mit der Bildzeitung. Bei einer Größe von 1,78 Meter wog sie nur unter sechzig Kilo. "Das ist schlicht zu wenig gewesen", darüber war sie sich im Klaren.

Eines Abends, bei einem Essen zu dem Ministerpräsident Edmund Stoiber die Mitglieder des bayerischen Kabinetts und der CSU-Fraktionsspitze sowie Journalisten eingeladen hatte, wurde ihre Figur zum ersten Mal öffentlich thematisiert.

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Bislang sei ihre Figur "nur" das "Tuschel-Thema" Nummer Eins gewesen. Doch als die Vertreterin der Presse fragte, seit wann sie denn magersüchtig sei, habe jeder um sie herum den Atem angehalten, so Hohlmeier. Freundlich lächelnd antwortete sie der Journalistin: "Tut mir leid, mit Magersucht kann ich Ihnen nicht dienen. Ich darf wegen einer Erkrankung zurzeit nur nicht alles essen. Sie werden mir doch meine Figur nicht neiden?"

Hinterher sei es ihr schleierhaft gewesen, wie sie es geschafft habe, die indiskrete Frage humorvoll zu parieren, anstatt sich für ihre schmale Figur zu rechtfertigen, sagt die Strauß-Tochter gegenüber BILD.

Am meisten habe sie "die menschliche Niedertracht, die gesundheitliche Schwäche eines Menschen nicht nur in aller Öffentlichkeit bloßzustellen, sondern sich auch noch diebisch darüber zu freuen", schockiert. Diese Bloßstellung traf sie mit einer Wucht, mit der sie nicht gerechnet habe.

Ganz besonders "das Gefühl der Ohnmacht, sich nicht gegen diese persönlichen Angriffe schützen zu können, sich immer rechtfertigen zu müssen, nicht einfach nur Mensch sein zu dürfen, wenn es einem schlecht geht."

Immer und immer wieder habe sie geweint, heimlich, denn sie wollte ihre Familie nicht noch mehr belasten. Tatsächlich litt Monika Hohlmeier, wie sie sagte, unter "einer über Jahre andauernden Autoimmunerkrankung, die durch Medikamentenunverträglichkeit ausgelöst worden war und erhebliche Stoffwechselprobleme verursachte."

Viele Monate habe sie von Kartoffeln, Karotten, Olivenöl und speziellen Gemüsesorten gelebt. Nur langsam erholte sie sich mit Hilfe einer alternativen Behandlungsmethode.

Den Krankheitsverlauf einer Autoimmunerkrankung kenne niemand genau. Auswirkungen reichen bis hin zu Organversagen. "Bei mir waren die Nieren extrem stark angegriffen, aber auch Bauchspeicheldrüse und Leber kämpften mit der Erkrankung", erzählt die damalige Kultusministerin.

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