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Hollywood-Stadt

30.05.2018

Morgan Freeman geht gegen Vorwürfe der sexuellen Belästigung in die Offensive

Morgan Freeman fordert den Widerruf eines CNN-Berichts.
Bild: Maurizio Gambarini, dpa (Archiv)

In einem CNN-Bericht wurden Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen Morgan Freeman erhoben. Der Schauspieler fordert jetzt den Widerruf des Fernsehbeitrags.

Nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung geht Hollywood-Star Morgan Freeman in die Gegenoffensive: Sein Anwalt Robert Schwartz forderte am Dienstag (Ortszeit) einen Widerruf des CNN-Berichts, in dem die Vorwürfe gegen den 80 Jahre alten Filmstar erhoben worden waren. Es gebe "objektive Beweise", dass die angeblichen Vorfälle niemals passiert seien, versicherte Schwartz in einer Erklärung.

Im CNN-Bericht solle absichtlich gelogen worden sein

CNN seien diese Beweise vorgelegt worden, erklärte Schwartz. Es handele sich unter anderem um Videoaufzeichnungen und offizielle Dementis, dass der angebliche Vorfall, der Anlass zu dem Fernsehbericht gewesen sei, "nie passiert ist". Die "ganze Geschichte" baue auf Täuschungen auf, und ihre Glaubwürdigkeit sei "jetzt untergraben worden", erklärte Freemans Anwalt.

In einem Brief warf Freemans Anwalt CNN "böswillige Absicht, Lügen, Tricksereien, fehlende redaktionelle Kontrolle und die Vernachlässigung journalistischer Sorgfalt" vor. Die Fernsehjournalistin Tyra Martin, die in dem CNN-Bericht vorkam, dementierte derweil, dass sie Freeman der sexuellen Belästigung beschuldigt habe. Ihre Äußerungen über ein Interview mit Freeman seien aus dem Zusammenhang gerissen worden, ihre Interviews mit dem Schauspieler hätten ihr "immer Spaß" gemacht.

Acht Frauen gaben an, von Freeman belästigt worden zu sein

CNN hielt allerdings an seiner Darstellung fest und sprach von Einschüchterungsversuchen. In der vergangenen Woche hatten 16 Menschen in dem US-Sender über Fälle sexueller Belästigung durch den heute 80-Jährigen berichtet. Acht Frauen wurden nach eigenen Angaben bei Dreharbeiten oder Werbetouren von Freeman belästigt.

Eine junge Produktionsassistentin warf dem Schauspieler dem US-Fernsehsender zufolge vor, sie im Sommer 2015 wiederholt am unteren Rücken berührt und gestreichelt zu haben. Zudem habe Freeman mehrfach versucht, ihren Rock hochzuheben und sie gefragt, ob sie Unterwäsche trage.

Die Journalistin Chloe Melas, die an dem Bericht über die Vorwürfe mitgearbeitet hatte, berichtete, Freemans Verhalten ihr gegenüber habe sie auf diese Spur gebracht. Als sie ihm 2017 bei einer Pressekonferenz im sechsten Monat schwanger begegnet sei, habe der Schauspieler sie von oben bis unten angeschaut und gesagt: "Junge, ich wünschte, ich wäre da drin."

Morgan Freeman dementierte die Vorwürfe

Freeman hatte sich nach der Veröffentlichung des CNN-Berichts entschuldigt. "Jeder, der mich kennt oder mit mir zusammengearbeitet hat, weiß, dass ich niemanden absichtlich beleidigen oder jemanden wissentlich in Verlegenheit bringen würde", erklärte der Schauspieler. "Ich entschuldige mich bei jedem, der sich unbehaglich oder nicht respektiert fühlte – das war nie meine Absicht."

Später wies Freeman die Vorwürfe zurück. Der CNN-Bericht drohe binnen eines "Wimpernschlags" sein Lebenswerk zu zerstören, erklärte er.

Neben Freeman wurde in den vergangenen Monaten zahlreichen anderen Männern aus dem Filmgeschäft und anderen Branchen sexuelle Belästigung vorgeworfen. Die sogenannte #MeToo-Debatte setzte im Herbst vergangenen Jahres ein, als mehrere Frauen dem Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein sexuelle Belästigung oder Vergewaltigung vorwarfen. Weinstein wurde am Freitag in New York unter anderem wegen Vergewaltigung angeklagt. (AFP)

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