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"Chinesische Morchel"

15.09.2016

Mu-Err-Pilz: Judasohr ist Pilz des Jahres 2017

Mu-Err Pilze
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Das Judasohr (auch Mu-Err Pilze) ist Pilz des Jahres 2017.
Bild: Oliver Berg, dpa

Sie wollen die Saison 2016 noch ausnutzen und Pilze sammeln? Dann schauen Sie doch mal nach dem Judasohr - die "chinesische Morchel" ist der Pilz des Jahres 2017.

Das Judasohr ist der Pilz des Jahres 2017. Der Speisepilz mit dem ungewöhnlichen Namen (auch Mu-Err oder "Chinesische Morchel") wird oft gegessen - doch in der Natur meist übersehen. Nun macht die Deutsche Gesellschaft für Mykologie stärker auf ihn aufmerksam und hat ihn zum Pilz des Jahres 2017 gekürt.

Pilz des Jahres 2017: Judasohr richtig bestimmen

Das Judasohr sei als Pilz leicht erkennbar, weit verbreitet - und dennoch wenig bekannt, hieß es zur Bekanntgabe am Dienstag in Bernried am Starnberger See. 

Pilzsucher sammeln in der herbstlichen Saison meist Steinpilze, Pfifferlinge und Maronenröhrlinge. Das Judasohr (Auricularia auricula-judae) landet kaum im Sammelkorb: Wenige kennen den Pilz mit der Form einer Ohrmuschel in der Natur. Dabei sei er auch für Laien leicht zu identifizieren und komme als Mu-Err oder "Chinesische Morchel" in China und hiesigen Asia-Restaurants oft auf den Teller, erläuterten die Mykologen (Pilzkundler).

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Judasohr auch Mu-Err oder "Chinesische Morchel" genannt

Der deutsche Volksname Judasohr der "chinesischen Morchel" beruht laut Mitteilung auf einer Sage. Demnach soll sich der Jünger Judas Iskariot, der Jesus mit einem Kuss verriet, aus Gram an einem Holunderbaum erhängt haben. Der Pilz wächst besonders häufig an älteren Stämmen und Ästen des Schwarzen Holunders; er ernährt sich von dem Holz, das er allmählich abbaut. Warum das Judasohr den Holunder etwa vor Ahorn und Buche bevorzugt, hat die Wissenschaft noch nicht geklärt.

In Deutschland werde das Judasohr, das pflegeleicht und gut auf Holz zu züchten ist, in Pilzzuchten angebaut - als Vitalpilz. Er soll das Immunsystem stimulieren und wird deshalb auch als Nahrungsergänzungsmittel verkauft. "Es ist ein Thema das durchaus aktuell ist", sagte Wolfgang Prüfert, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Mykologie.

Judasohr am besten im Winter sammeln

Da der knorpelige, rötlich-braune, violett-graue oder oliv-braune Pilz an den Stämmen und Ästen der Laubbäume nicht regelmäßig Wasser bekomme, habe er eine ungewöhnliche Strategie entwickelt, berichtete die Gesellschaft. Bei Trockenheit schrumpfe das Judasohr zusammen. Wenn es regne, quelle er wieder vollständig auf.

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Giftige Pilze
Bild: Pilzverein Augsburg Königsbrunn e.V.

Das Judasohr könne das ganze Jahr über gefunden werden, "grundsätzlich, wenn es feucht ist", sagte Prüfert. Typischerweise aber finde man ihn in den Wintermonaten, wenn es nasskalt sei, aber nicht friere.

Für die Hobbysammler kommt also bald die richtige Jahreszeit. Das Judasohr sei ein idealer Einsteigerpilz, erläuterte die Fachgesellschaft dazu. "Giftige Doppelgänger sind nicht bekannt." dpa

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