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Mücken
27.06.2016

Mückenplage nach Regen und Hitze?

Erst Dauerregen, dann Sonnenschein. Ideales Wetter für Stechmücken?
Foto: Foto: Patrick Pleul/dpa

Kaum ist der Sommer da, sind auch die Mücken wieder besonders aktiv. Ein Experte erklärt, wie schlimm die Mückenplage in der Region ist und welche Rolle dabei Regenwetter spielt.

Erst Regen, dann Sonnenschein - ideale Voraussetzungen für Stechmücken? Ein Experte verrät, ob uns in der Region Augsburg eine Mückenplage bevorsteht und wie gefährlich die kleinen Insekten sein können.

Der Parasitologe Heinz Mehlhorn kennt sich mit den stechenden Insekten aus. Er sagt für die kommenden Tage eine Mückenplage in Teilen Deutschlands voraus. Denn die starken Regenfälle der vergangenen Wochen und das aktuelle Wetter seien ideal für die Mücken.

Ausgerechnet in der Region Augsburg könnte die Mückenplage besonders extrem werden: "Regionen, in denen es viel geregnet hat, sind besonders betroffen." Denn Mücken würden in stehenden Gewässern, wie Teichen oder Sümpfen, ihre Eier ablegen. Besonders problematisch seien Überschwemmungsgebiete. In Tümpeln, die durch Regenfälle entstanden sind, könnten sich die Mücken besonders gut entwickeln: "Dort gibt es deutlich weniger natürliche Fressfeinde für die Insekten, sodass die Population dann besonders hoch ist."

Sie stehen auf der Liste der Todesursachen ganz oben. An Pneumonie sterben jährlich nahezu 4 Millionen Menschen, vorwiegend Kinder. Die Lungenentzündung ist damit trauriger Spitzenreiter der Krankheiten, die die meisten Todesopfer fordern.
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Foto: Archiv

Mückenplage: Regenwetter ist ideal für Mücken

Ideal für die Mücken sei laut Mehlhorn auch das Wetter nach den Regenfällen gewesen: "Wenn es dann mehrere Tage kühl ist, warten die schlüpfbereiten Mückenlarven im Wasser erst einmal ab. Als es dann vor einigen Tagen warm wurde, gab es ein Massenschlüpfen." Deshalb müsse man im Großraum Augsburg aktuell und in den kommenden Tagen mit vielen Stechmücken rechnen: "Dort gibt es jetzt erst einmal eine Mückenplage", sagt Mehlhorn.

Wie lange uns die Biester nun nerven werden, kann auch der erfahrene Parasitologe nicht sagen: "Das hängt vom Wetter ab. Wenn es jetzt wieder kühl wird, sterben viele Mücken, weil sie keine Nahrung finden. Das kann aber in ein paar Wochen wieder ganz anders aussehen." Prinzipiell gelte aber, je länger es warm ist, desto mehr Mücken wird es geben." Deshalb gebe es die Plagen auch immer nur in bestimmten Regionen und das auch nicht durchgehend.

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Steckmücke ist in Deutschland am weitesten verbreitet

Am weitesten in Deutschland verbreitet ist die gemeine Stechmücke. Sie sucht die Menschen spätabends auf und sticht meist nachts zu, sagt Mehlhorn. "Wenn sie von einem Summen geweckt werden, dann haben Sie Besuch von dieser Mücken-Gattung." Insgesamt gebe es laut dem Parasitologen rund 200 Mückenarten in Deutschland. Darunter auch Exoten, wie die asiatische Tigermücke, die eigentlich in den Tropen zu Hause ist.

Die Asiatische Tigermücke steht im Verdacht, das Zika-Virus übertragen zu können. Sie kommt auch in Deutschland vor. Wie groß ist die Gefahr?
Foto: James Gathany/Centers for Disease Control and Prevention's, dpa

Zika-Virus, Gelbfieber oder Malaria - alle diese Krankheiten werden laut Mehlhorn durch Stechmücken übertragen, doch wie gefährlich sind die Tiere für den Menschen wirklich? "In Deutschland geht von den Insekten keine Gefahr aus. Das Risiko, sich über einen Stich eine Erkrankung zu holen, ist verschwindend gering."

Angst vor Mückenplage: Heimische Mücken sind ungefährlich

Zwar könnten die Stechmücken prinzipiell diese Krankheiten übertragen, aber das Virus hätte aufgrund der klimatischen Bedingungen in Deutschland keine Chance, sich zu verbreiten. In anderen Ländern sei die Gefahr größer: "Und das nicht nur in tropischen Regionen wie Brasilien. In Norditalien und Südfrankreich ist die Lage schon bedrohlicher." Dort bestehe ein höheres Risiko, an Gelb- oder Denguefieber zu erkranken. "Unsere heimischen Mücken dagegen sind sehr nervig, aber komplett ungefährlich." Mehr als eine rote Beule und ein Jucken bekomme man bei uns nicht. Viel gefährlicher seien Zecken.

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