Newsticker
RKI registriert 74.405 Neuinfektionen – Inzidenz steigt auf 553,2
  1. Startseite
  2. Panorama
  3. Musik: Streit eskaliert: Rapper Fler geht auf Kamerateam los

Musik
03.03.2020

Streit eskaliert: Rapper Fler geht auf Kamerateam los

Der in Berlin geborene Rapper Fler bei einem Auftritt im Columbia-Club.
Foto: Britta Pedersen, dpa

Rapper Fler hat in Berlin ein Kamerateam angegriffen und dabei einen Kameramann verletzt. Seinen Ausraster verteidigt er jetzt in den sozialen Medien.

Erst gab es am Wochenende vom Deutsch-Rapper Fler aggressive Beschimpfungen weit unter der Gürtellinie gegen eine Frau und einen Komiker. Am Montag schlug Fler auch in der Realität zu. In einer Auseinandersetzung mit einem Fernsehteam verprügelte er nach eigenen Angaben einen Kameramann. 

Der 37-jährige Fler fühlte sich offenbar von dem Fernsehteam nach einem Besuch eines Luxusgeschäfts auf dem Berliner Ku'damm belästigt, wie es in seinen Mitteilungen auf Instagram heißt. Auch die Polizei berichtete am Dienstag über den Angriff, allerdings ohne einen Namen zu nennen.

Vor Boutique in Berlin: Rapper Fler greift Kamerateam von RTL an

Die verschiedenen Darstellungen des Geschehens - von Fler, der Polizei, dem Sender RTL - weichen ein wenig voneinander ab. Die Polizei schrieb, das Fernsehteam habe sie alarmiert, weil es auf dem Ku'damm angegriffen worden sein soll. Als die Reporterin die erste Frage gestellt habe, soll der 37-jährige Angreifer versucht haben, die Kamera wegzuschlagen. Dabei habe er auch dem Kameramann ins Gesicht geschlagen. Dann soll der Mann die Kamera beschädigt und die Reporterin und den Tontechniker bedroht haben. Die Polizei ermittelt wegen Verdachts der Körperverletzung, Bedrohung und Sachbeschädigung.

Fler, der eigentlich Patrick Losensky heißt, lieferte seinen 450.000 Instagram-Abonnenten eine Sicht der Dinge, bei der er die Angreifer auf der Gegenseite sieht: "Das sogenannte "spontane Interview" war typisches "an den Pranger stellen der Boulevard-Presse"." Er habe mehrmals gebeten, ihn nicht zu filmen. "Als ich die Kamera runter geschlagen habe, griffen mich beide an... Der 1. Vogel musste nur ins Krankenhaus wegen nem Cut, der 2 konnte noch cool mit den Polizisten 3 Stunden da rumhängen." Die Reporterin sei in einem Hauseingang verschwunden.

Der Sender RTL hatte bereits am Montagabend berichte, eine Reporterin habe Fler auf den Streit zwischen ihm und einer Frauenrechtlerin im Internet angesprochen. Nach wenigen Worten und ohne Vorwarnung habe Fler gegen die Kamera geschlagen und dann dem Kameramann mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Das Opfer habe eine Platzwunde am Auge erlitten. 

Streit in den sozialen Medien: Fler beleidigt Feministin und bedroht Komiker

Ende vergangener Woche hatten wüste Beschimpfungen und Drohungen von Fler gegen den Komiker Shahak Shapira und eine Frau, die sich als Feministin zu erkennen gab, für Aufsehen im Internet gesorgt. Die Polizei ermittelt auch in diesem Fall. Die Frau hatte auf eine Kampagne gegen frauenfeindliche Hassbotschaften in Rap-Texten reagiert. Sie verlinkte Fler, der für frauenverachtenden Texte bekannt ist. Der griff die Frau an: "Ich kann ja mal Täter werden wenn du mir weiter auf die Eier gehst." 

Shapira berichtete von der Bedrohung auf Twitter und Instagram - und wurde selbst Opfer von Fler-Beschimpfungen. In einer von Shapira geposteten Audiodatei soll Fler zu hören sein: "Du Hurensohn, ich werde deine Mutter f.....", "Ich werde dir deine Nase brechen, Du Bastard" und "Ich werd Dir solange auf den Gesicht hauen, dass Du nie wieder reden kannst". Von Fler-Unterstützern folgten antisemitische Posts. 

Die Polizei reagierte auf eine Anzeige Shapiras am Wochenende bei Twitter zunächst leicht belustigt und vermutete eine mögliche PR-Kampagne von Fler für ein neues Rap-Album. Später entschuldigte sie sich. Am Dienstag hieß es, man bedauere, wenn jemand die erste Reaktion unangemessen fand. Jetzt werde gegen Fler ermittelt - wegen Beleidigung, Bedrohung und Beleidigung auf sexueller Grundlage. (dpa)

Das könnte Sie auch interessieren: "United Voices": Sarah Lombardi moderiert zum ersten Mal eine TV-Show

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.