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Ausbruch in Fleischfabrik

21.06.2020

NRW-Ministerpräsident Laschet besucht Corona-Krisenstab

Soldaten der Bundeswehr helfen auf dem Betriebsgelände der Firma Tönnies bei einer Corona-Reihenuntersuchung.
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Soldaten der Bundeswehr helfen auf dem Betriebsgelände der Firma Tönnies bei einer Corona-Reihenuntersuchung.
Bild: Deeke/Bundeswehr/dpa

Nordrhein-Westfalens Regierungschef Laschet macht sich persönlich ein Bild von der Corona-Lage im Kreis Gütersloh. Einen regionalen Lockdown hat er ausdrücklich nicht ausgeschlossen.

Nach dem Corona-Ausbruch in der Fleischfabrik Tönnies mit mehr als 1000 Infizierten hat sich NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) vor Ort über die Lage informiert.

Der Regierungschef nahm am Vormittag zusammen mit Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) an einer Sitzung des Krisenstabs im Kreis Gütersloh teil. An der Sitzung nahmen nach Angaben des Kreises auch Vertreter der Botschaften Rumäniens, Polens und Bulgariens teil.

Am Mittag soll das CDU/FDP-Landeskabinett in Düsseldorf zu einer Sondersitzung zusammentreten. Laschet wird dem Vernehmen nach per Video zugeschaltet. Der Regierungschef will nach Angaben der Staatskanzlei um 14.30 Uhr im Kreishaus Gütersloh ein Statement vor der Presse abgeben.

NRW-Ministerpräsident Laschet besucht Corona-Krisenstab

Am Samstagnachmittag hatte die Zahl der positiv getesteten Tönnies-Mitarbeiter in der Fleischfabrik in Rheda-Wiedenbrück bei 1029 gelegen. Die Behörden haben alle rund 6500 Mitarbeiter unter Quarantäne gestellt. Bis Samstagmittag waren bereits rund 5800 Proben genommen worden. Zahlreiche Befunde standen noch aus.

Im Kreis Gütersloh werden derzeit insgesamt 19 Menschen wegen einer Covid-19-Erkrankung behandelt. Es handele sich "fast ausschließlich" um Mitarbeiter von Tönnies, teilte der Kreis mit. Sechs von ihnen würden intensivmedizinisch behandelt. Davon seien fünf bei Tönnies beschäftigt. Zwei der sechs Patienten würden beatmet.

Im Kreis Gütersloh wurden am Sonntag weitere Proben von möglicherweise coronainfizierten Tönnies-Mitarbeitern genommen. Geplant sei der Einsatz von 40 mobilen Teams, teilte der Kreis mit. An den Teams beteiligt seien jeweils Mitarbeiter des Ordnungsamtes, des Deutschen Roten Kreuzes und der Bundeswehr. Auch Dolmetscher seien dabei. Einige Teams würden von Polizisten begleitet.

Ein wichtiges Thema bleibt die Einhaltung der Quarantäne durch die infizierten Mitarbeiter. Nach positiven Corona-Tests bei zahlreichen Tönnies-Mitarbeitern hatte die Stadt Verl (Landkreis Gütersloh) am Samstag in einem Stadtteil eine Quarantänezone eingerichtet. Mehrere Mehrfamilienhäuser, in denen Werkvertragsarbeiter der Firma Tönnies untergebracht sind, wurden unter Quarantäne gestellt. Der gesamte Bereich wurde mit Bauzäunen abgeriegelt. In den betroffenen Häusern leben in drei Straßenzügen insgesamt knapp 670 Menschen.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund warnte angesichts der Corona-Ausbrüche der vergangenen Tage vor sozialen Konflikten. "Wir dürfen Menschen nicht diskriminieren oder benachteiligen, die zum Beispiel im Niedriglohnbereich unter schlechten Wohnverhältnissen die preiswerte Fleischproduktion in bestimmten Betrieben gewährleistet haben", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Landsberg betonte, man dürfe Menschen, die in beengten Verhältnissen wohnen, keinen Vorwurf machen, weil es dort eher zu Infektionen kommen kann. Hier seien insbesondere die Betriebe gefordert, nicht nur für anständige Löhne und Arbeitsbedingungen zu sorgen - sondern insbesondere auch für Wohnverhältnisse, in denen ausreichende Hygienestandards gewährleistet werden können. (dpa)

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