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Narón
17.10.2018

Die 100.000-Kilo-Diät: Eine spanische Stadt speckt ab

Rund ein Drittel der Bevölkerung in der spanischen Kleinstadt wiegt zu viel, schätzen die Behörden Naróns.
Foto: Franziska Kraufman, dpa (Archiv)

Die Einwohner der spanischen Stadt Narón sollen insgesamt 100.000 Kilo verlieren. Wer der Idee dazu hatte und wie sie ankommt.

„Wir sind keine Stadt der Dicken“, sagt Naróns Bürgermeisterin Marián Ferreiro. Sie betont das in diesen Tagen, in denen Medien weltweit über eine ganz besondere Abnehmkampagne berichten. „Wir sind ein normaler Ort, wo es, wie in jeder anderen Stadt auch, Probleme mit Übergewicht gibt“, sagt sie.

Narón allerdings – und „normal“ ist das nicht – ist die erste spanische Stadt, die ihren Bürgern eine kollektive Schlankheitskur ans Herz gelegt hat. Und damit möglicherweise zum Vorbild für andere Kommunen wird. Denn die Schlankheitskur funktioniert bestens: In der Kleinstadt am Atlantik, die in der Region Galicien liegt, leben 39.000 Menschen – rund 4000 specken inzwischen ab.

Naróns Bürger wollen 100.000 Kilo abnehmen

Im Laufe von zwei Jahren sollen die Bürger Naróns dazu motiviert werden, gemeinsam 100.000 Kilogramm abzunehmen. Die Aktion mit dem Titel „100.000 gewichtige Gründe“ läuft seit Jahresbeginn.

Teresa Rodríguez zum Beispiel ist von Anfang an dabei. „Ich wog vorher 82 Kilogramm und jetzt sind es nur noch 69“, sagt sie stolz einem lokalen Radiosender. „Und ich fühle mich nun sehr viel besser.“ Selbst die 41-jährige Bürgermeisterin Ferreiro stellte sich schon öffentlichkeitswirksam auf die Waage und verkündete anschließend, dass die angezeigten 75 Kilo zu viel seien.

Seitdem probiert auch sie das schlichte, aber effektive Schlankheitsrezept aus, das im städtischen Gesundheitszentrum allen übergewichtigen Patienten verordnet wird: kalorienbewusstere Ernährung und wenigstens eine Stunde Bewegung am Tag.

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Die Idee zu der Aktion hatte der Hausarzt Carlos Piñeira. Er machte es sich zur Aufgabe, der sich ausbreitenden Fettleibigkeit in seiner Stadt gegenzusteuern. Zwar mag Narón Bürgermeisterin Ferreiro zufolge keine Stadt der Dicken sein. Doch in ihren eigenen Behörden wird geschätzt, dass rund ein Drittel der örtlichen Bevölkerung zu viel wiegt. Piñeira jedenfalls sagt: Weniger sei mehr. Abnehmen bringe den Menschen mehr Lebensqualität. Zudem spare das Gesundheitssystem Kosten für teure Behandlungen. Die Bekämpfung des Übergewichts, eine der Hauptursachen für Herz- und Kreislaufprobleme, spiele bei der Krankheitsvorbeugung eine entscheidende Rolle. Der Schlüssel zum Erfolg sei dabei die „gemeinsame Herangehensweise“.

In Narón beteiligen sich an der Abnehm-Aktion sogar die Restaurants. Sie haben nun „schlanke Menüs“ auf der Karte. „Als wir anfingen“, sagt Hausarzt Piñeira, „haben einige Leute gelacht.“ Heute seien die Menschen stolz, „dass sie zu einer Stadt gehören, die einen gesunden Lebensstil fördert“.

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