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Natur
26.08.2017

Wieder Erdrutsch in der Schweiz

Viele der Häuser, die vom ersten Bergsturz in Bondo schon beschädigt waren, stürzten nach der zweiten Geröll-Lawine ein. Die vermissten Wanderer haben das Unglück wohl nicht überlebt. „Irgendwann kommt die Zeit, wo man sagt, man hat alles getan.“
Foto: Miguel Medina, afp

Hoffnung für Vermisste schwindet. Auch im Allgäu ist ein Berg gesperrt

Wie von Geologen befürchtet, ist zwei Tage nach dem gewaltigen Bergsturz in Graubünden ein weiterer Murgang mit Geröll und Schlamm ins Tal gestürzt.

Rettungskräfte, die in den höheren Bergregionen nach den acht Vermissten von Mittwoch suchten, konnten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden, teilte die Polizei am Freitag mit. Unter den Vermissten sind vier Deutsche aus Baden-Württemberg, wie die Polizei erklärte. Woher sie genau stammen, ist den Ermittler zwar bekannt, öffentlich wurde der Wohnort am Freitag aber nicht. Die Hoffnung, sie noch lebend zu finden, sei weitgehend geschwunden.

Die neuen Geröll- und Schlammmassen schoben sich wieder am Dorf Bondo vorbei. „Der Berg rutscht wieder! Dächer treiben vorbei“, meldete eine Reporterin von der Zeitung Blick.

Geologen hatten davor gewarnt, dass weitere Felsabbrüche am 3369 Meter hohen Piz Cengalo zu erwarten seien. Dort waren am Mittwoch im Gipfelbereich vier Millionen Kubikmeter Fels abgebrochen und ins Bondasca-Tal gedonnert. Kurz darauf ging der Murgang mit Geröll und Schlamm ab und schob sich kilometerweit ins Tal. Erst am Donnerstag wurde bekannt, dass die Lawine offenbar Menschen mitgerissen hatte. „Da sucht man jeden begehbaren Winkel ab“, sagte Polizeisprecher Markus Walser. „Doch irgendwann kommt die Zeit, wo man sagt, man hat alles getan.“ Es gebe Gebiete, in denen der Zugang für Rettungskräfte zu gefährlich sei, sagte er. Kurz darauf ereignete sich der neue Murgang.

Auch wenn so große Bergstürze wie am Mittwoch äußerst seltene Ereignisse sind, sind sich Experten sicher, dass durch die klimatischen Veränderungen eine höhere Steinschlaggefahr herrscht als früher. Der Fels wird instabil, wenn Permafrost auftaut und Gletscher zurückgehen. Das durch den Klimawandel verursachte Abtauen der Permafrostböden könnte ein Grund dafür sein, dass Fels-und Bergstürze zunehmen.

In den Allgäuer Alpen ist der sogenannte Bäumenheimer Weg von Süden auf den 2592 Meter hohen Hochvogel seit drei Jahren gesperrt. Experten vermuten, dass es dort in absehbarer Zeit zu einem gewaltigen Bergsturz kommt. Zwei Geologen hatten die dauerhafte Sperrung des Wegs empfohlen, der von der Sektion Donauwörth des Deutschen Alpenvereins betreut wird. „Es besteht absolute Lebensgefahr“, warnt der Verein vor einem Begehen des Bäumenheimer Wegs. (dpa, mun)

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