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New York
10.10.2018

Unfall mit Stretch-Limousine: Fahrer hatte keine Erlaubnis

Rettungskräfte am Unfallort bei Schoharie im US-Bundesstaat New York: 20 Menschen kamen ums Leben.
Foto: WTEN, dpa

In New York sind bei einem Unfall mit einer Stretch-Limousine 20 Menschen gestorben. Jetzt stellte sich heraus, der Fahrer hatte nicht die nötige Erlaubnis.

Zwei Tage ist es her, dass bei einem Unfall mit einer Stretch-Limousine nahe New York 20 Menschen gestorben sind. Jetzt gab die Polizei bekannt, dass der Fahrer - ein 53-jähriger Mann - nicht die nötige Erlaubnis für das Auto hatte. Noch dazu sei der Wagen bei einer früheren Inspektion durchgefallen.

Bei dem Unfall am Samstag in dem Ort Schoharie, etwa 270 Kilometer nördlich der US-Metropole New York, war die mit 17 Freunden besetzte Limousine über eine Straßenkreuzung gerast und auf einem Parkplatz auf ein abgestelltes Auto geprallt. Sämtliche Fahrgäste, der Fahrer sowie zwei Fußgänger kamen dabei ums Leben. Die meisten Opfer waren junge Paare auf dem Weg zu einer Geburtstagsfeier für eine 30-jährige Frau. Sie und ihre drei Schwestern wurden ebenfalls getötet.

Unfall mit Limousine in New York: Fahrer hatte nicht die nötige Erlaubnis

Zur möglichen Unfallursache äußerte sich die Polizei am Montag nicht, die Untersuchungen dauerten an, hieß es. Der Fahrer habe allerdings nicht die notwendige Erlaubnis gehabt, eine Limousine mit mehr als 15 Gästen zu chauffieren, sagten die Ermittler. Der Besitzer des Unternehmens halte sich derzeit im Ausland auf, ihm drohe möglicherweise eine Strafverfolgung.

Die Polizei bat Freunde und Angehörige der Opfer, vor dem Unfall gesendete SMS-Botschaften an die Ermittler weiterzuleiten. Auf der Fahrt sollen sich einige über laute Motorgeräusche und den schlechten Zustand des Mietwagens beschwert haben. Es war zunächst unklar, ob der Fahrer zu schnell fuhr oder ob etwa die Bremsen nicht funktionierten.

Robert Sumwalt von der Verkehrsbehörde NTSB betonte: "Das ist der tödlichste Verkehrsunfall in unserem Land seit langer, langer Zeit." Genauer gesagt: seit Februar 2009. Damals war eine Passagiermaschine beim Landeanflug auf den Flughafen in Buffalo, ebenfalls im US-Staat New York, in ein Haus gestürzt. Alle 49 Menschen an Bord und ein Mann am Boden kamen damals ums Leben.

Nach dem Unfall trauert New York um die 20 Opfer

Bei dem Unfall in Schoharie saßen lauter junge Leute Anfang 30 in der Limousine - darunter vier Schwestern, zum Teil junge Eltern, voller Pläne für ihr weiteres Leben. Ihre frisch verheiratete Nichte Erin und deren Mann Shane seien unter den Toten, sagte Valerie Abeling dem US-Sender CNN. In einer Brauerei in Cooperstown wollten sie den 30. Geburtstag einer Freundin feiern. "Es ist eine schreckliche Tragödie", sagte Abeling. "Uns fehlen die Worte, um unsere Gefühle zu beschreiben."

Barbara Douglas sagte mehreren US-Medien, ihre vier Nichten seien bei dem Crash ums Leben gekommen. "Sie waren schlau, sie waren hübsch, sie waren lebenslustig", erzählte Douglas unter Tränen. "Sie haben ihr Leben in vollen Zügen genossen."

Gouverneur von New York zum Unfall mit Limousine: "Es bricht mir das Herz"

Der Unfall passierte vor einem Café, zu dem auch ein Laden gehört. Die Betreiber des Apple Barrel Country Store schrieben auf ihrer Facebook-Seite, es sei vor ihrem Geschäft zu einem schrecklichen Unfall gekommen. Die Limousine sei eine abfallende Straße zu schnell hinuntergefahren. Die Kunden seien nahe dem Parkplatz getroffen worden, sagte Managerin Jessica Kirby der New York Times. Dies sei eine gefährliche Kreuzung, an der häufiger Unfälle passierten.

Der plötzliche Tod so vieler Menschen in einer Ortschaft mit 3000 Einwohnern sei "völlig unfassbar", so Alan Tavenner, der Stadtvorsitzende von Schoharie. Auch der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo äußerte sich bestürzt: "Es bricht mir das Herz, wenn ich an die 20 Leute denke, die ihr Leben in diesem schrecklichen Unfall verloren haben."

 

(AZ/dpa)

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